Mexiko, Chiapas: Palenque und San Cristobal de las Casas in vier Tagen

Freitag, Tag 1

Donnerstagabend um 21.45 Uhr ging es mit dem ADO Bus vom CAPU los in Richtung Palenque im Staat Chiapas. Die Tickets hatte ich bereits 3 Wochen vorher am Schalter gekauft, daher waren Sie knapp 50% billiger (ca.30€).

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Misol-Ha

Nach einer sehr entspannten Fahrt mit einem 30-minütigen Stopp in Villahermosa sind wir gegen 10.00 Uhr in Palenque angekommen. Der Plan war, sich die Tempel und die beiden Wasserfälle, die auf dem Weg nach San Cristobal de las Casas liegen, anzuschauen, da wir für die kommenden drei Nächte dort bereits ein Hostel reserviert hatten. Theoretisch kann man sowohl zu den Ruinen als auch zu den Wasserfällen Agua Azul und Misol-Ha mit einem Combi gelangen, jedoch ist das sehr kompliziert und zeitaufwändig. Zudem auch nicht viel günstiger, als eine komplette Tour zu buchen.

Bei dem Touriinfoschalter am Busbahnhof haben wir uns kurz informiert und direkt draußen vor der Tür mit einem Herrn von einem Transportunternehmen gesprochen. Für ca. 15€ pro Person hatten wir einen Shuttle zu den Ruinen, zu den beiden Wasserfällen und anschließend nach San Cristobal de las Casas. Da diese Tour eigentlich bereits um 8.00 Uhr begonnen hat, wurden wir mit einem privaten Shuttle zu den Ruinen gefahren und hatten dort bis 12.00 Uhr Aufenthalt.

Der Eintritt beträgt 3,50€, mit mexikanischem Studentenausweis kommt man kostenlos rein. Bei Bedarf kann man sich vor Ort für 10€ einen Guide mieten, wir haben uns aber lieber alleine auf den Weg gemacht und die zwei Stunden haben uns auf jeden Fall gereicht. Die Tempel sind die wichtigste Sehenswürdigkeit in Chiapas und eines der besten Beispiele der Maya Architektur. In Mitten des Urwaldes mit ein paar Nebelschwaden in der Luft haben die Pyramiden definitiv ein besonderes Ambiente. Einzelne kann man besteigen und wenn man den Schildern Richtung Museo folgt, gelangt man über einen kleinen Waldweg an einen wunderschönen Wasserfall und eine Hängebrücke. Aber aufgepasst – folgt man diesem Weg gelangt man an einen anderen Ausgang. Von dort kann man jedoch für ein paar Pesos mit einem Combi 5 Minuten den Berg hochfahren und erwischt dann den Haupteingang, wo sich auch einige Stände mit Mitbringseln, frischem Obst, Snacks und Getränken befinden.




Um 12 Uhr ging die Fahrt weiter Richtung Wasserfall Misol-Ha (ca.30 min). Die Eintritte sind in dem Paket nicht enthalten (betragen insgesamt für die Wasserfälle 5€ pro Person). Dort hatten wir eine halbe Stunde Aufenthalt. Das reicht vollkommen um einige Fotos zu schießen, denn Baden ist hier nicht möglich. Nach ca. 1 Stunde weiterer Fahrt sind wir am Wasserfall Agua Azul angekommen, wo wir 2,5 Stunden Aufenthalt hatten. Auf dem Weg zum Wasserfall reihen sich Restaurant an Restaurant und Marktstände an Marktstände – verhungern oder-dursten muss man hier definitiv nicht. Von dem Wasserfall waren wir leider etwas enttäuscht, denn durch die Regenzeit war leider von dem erwarteten blauen Wasser, in dem man super baden kann, nichts zu sehen. Bei dem Anblick des brauen Wassers ist uns die Lust am Baden definitiv vergangen. Also haben wir uns die Zeit mit Essen, Kaffee trinken, Spazieren (man kann einige hundert Meter bergauf laufen) und Krimskrams einkaufen vertrieben – menos mal 🙂

Pünktlich um 17.00 Uhr ging die Fahrt weiter nach San Cristobal, da aber einige aus dem Bus zurück nach Palenque mussten, mussten wir irgendwo in der Pampa den Bus wechseln. Dieser sollte eigentlich um 17.50 Uhr da sein…um 19.30 Uhr saßen wir immer noch ohne Signal an einem Kiosk im Nirgendwo fest…mexikanische Zeit sag ich nur – muss man sich einfach versuchen dran zu gewöhnen.

Endlich im Bus sind wir nach 3.5 Stunden Fahrt und einigen Topes und Kurven später in San Cristobal de
las Casas angekommen. Von der Busstation ging es mit dem Taxi 5 Minuten zum Hostel, wo wir totmüde ins Bett gefallen sind. Über Hostelworld haben wir im Hostal Posada Abuelita für 3 Nächte im Doppelzimmer mit Handtüchern, Zimmerservice jeden Tag, Gemeinschaftsbad (gibt 5 Stück) und Frühstück für zwei Personen 36€ gezahlt.

Samstag, Tag 2

Nach einer heißen Dusche und einem ausgiebigen Frühstück (frisches Obst, Müsli, Toast, Marmelade, Rührei, frischem Saft, Kaffee und Tee von 7.00-10.00 Uhr – von allem so viel man möchte) haben wir erst mal das Hostel ein bisschen erkundet. Es sah wirklich genauso aus, wie auf den Fotos. Überall blühen Blumen, es gibt mehrere Sitzecken mit Hängematten und Schaukelstühlen, ein Kaminzimmer mit kleiner Bibliothek und eine geräumige Küche. Von dort ist man in ca.10-15min zu Fuß zum Zentrum, die perfekte Lage also.

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Cerro de San Cristobal

Den ersten Tag wollten wir nutzen, um die Stadt in Ruhe zu erkunden. In den Gassen findet man ein süßes Café nach dem Anderen und es gibt zwei Aussichtspunkte: Cerro de San Cristobal und Cerro de Guadalupe. Sie befinden sich auf den entgegengesetzten Seiten der Stadt und von beiden hat man, nachdem man die Treppenstufen erklommen hat, einen wunderschönen Blick über die Dächer der Stadt!

Auf dem Mercado José Castillo Tielemans gibt es ganz tolle bunte Kleidung und Taschen, Schals, Schmuck aber auch einen lokale Köstlichkeiten zu kaufen. Der perfekte Ort, um sich um das ein oder andere Mitbringsel zu kümmern – aber handeln nicht vergessen! Bei der französischen Bäckerei „El Horno Magico“ haben wir uns ein super zweites Frühstück gegönnt…es gibt frische Schokocroissants, Käsebrötchen und zahlreiche weitere ausgefallene Leckereien.

Gegen Nachmittag haben wir unsere Kaffeepause im Kuku Pan Café gemacht, welches etwas abseits ruhig auf einem kleinen Platz mit Brunnen liegt und eine schöne kleine Sonnenterrasse vor der Tür hat. Nachdem wir noch ein bisschen durch die Straßen geschlendert sind haben wir es uns am frühen Abend mit einem Gläschen Brombeer-Wein (tagsüber auf dem Markt gekauft 100$) in den Hängematten im Hostel gemütlich gemacht. Später sind wir zum Abendessen in ein super süßes kleines Restaurant auf der Real de Guadalupe gegangen. Dort haben wir es uns mit den perfekten Stalkerplätzen, Sangria und Tapas gut gehen lassen.

Sonntag, Tag 3

Für 8.30 Uhr hatten wir uns am Tag zuvor einen Roller bei Crazy Scooter (gegenüber Café Natural auf der Real de Guadalupe Nr.26) reserviert. Für den kompletten Tag haben wir 430$ plus 70$ für einen extra Helm gezahlt, mussten einen Reisepass als Pfand hinterlegen. Nachdem wir von dem Besitzer noch einige Tipps bekommen haben, haben wir uns zunächst auf den Weg nach San Juan Chamula gemacht.

Dieses Mayadorf liegt nur ca. 10km nordwestlich von San Cristobal, auch mit dem Collectivo ist eine Anfahrt möglich und viele Tour Operator bieten auch Reitausflüge an. Die Fahrt hat mit dem Roller ca. 20 Minuten gedauert, die Straßen sind angenehm zu fahren und es herrscht nicht allzu viel Verkehr.

Jeden Sonntag findet rund um die Kirche ein Markt statt, für den die Menschen von den Hügeln zum ein- und verkaufen ins Dorf kommen. Richtige Stände haben die wenigsten; die Ware (Obst, Gemüse, Schuhe, Gewürze, Haushaltsartikel, Kleidung, lebendige Hühner etc.) liegt auf einer Decke (wenn überhaupt) auf dem Boden präsentiert. Die Einwohner tragen Röcke bzw. Ponchos aus schwarzer Wolle. Obwohl für den Markt sehr viel Werbung gemacht wird, waren wir gefühlt die einzigen Touristen dort – irgendwie cool aber irgendwie auch etwas komisch.




Auf ging es zum nächsten Markt ins Nachbardorf San Lorenzo Zinacantán, denn auch dort findet jeden bis 12 Uhr ein kleiner Markt statt. Die Einwohner kleiden sich dort mit Blumenmuster bestickte lila- /rosafarbene Tuniken bzw. Stolen, was ich sehr schön fand. Der Markt ist im Vergleich zu dem in Chamula eher klein, aber für einen Abstecher definitiv lohnenswert.

Auf Raten unseres Rollervermieters sind wir anschließend weiter auf der Straße Richtung Naching gefahren. Wenn man an der Hauptstraße angelangt, muss man links Richtung San Cristobal abbiegen und gelangt nach weiteren 20 Minuten zu dem San José Reservat. Der Eintritt kostet 20$, es gibt einen kleinen Zoo und einem schönen Wald mit Picknickstellen.

Von dort sind wir weiter in Richtung Rancho Nuevo gefahren, einem riesigen Naturpark (5$ pro Person). Dort gibt es zahlreiche mexikanischen Restaurants, eine lange Seilbahn, Pferdereiten, einige Läden, eine Rutsche, Picknickstellen und die Grutas. Diese kosten 20$ Eintritt extra und man kann dort viele Tropfsteine sehen. Für weitere 35$ ist es möglich mit Schutzhelm zusätzliche 350m in den Berg hinein zu gehen. Besonders spektakulär fand ich die Höhle nicht, kann aber daran gelegen haben, dass ich bereits in den Grutas de Cacahuamilpa in der Nähe von Taxco war und daher etwas „verwöhnt“ bin.

Nachdem wir in dem Park noch ein bisschen auf der Wiese in der Sonne gechillt haben und den Klängen der Mariachis gelauscht haben, sind wir gegen 17.30 Uhr wieder in San Cristobal angekommen. Nachdem wir den Roller für 2€ vollgetankt und problemlos zurückgegeben hatten, haben wir uns einen Sundowner in der Bar Mudra (17-22h) gegönnt. Das ist ein richtiger Hippie Platz mit einer Foto- und Kunst Galerie und einer schönen Dachterrasse mit Plattenmöbeln und Ausblick auf die Stadt. Das bunte Haus liegt auf der Colón Cristobal etwa mittig auf den Treppen zwischen den Straßen Tapachula und Comitan, 5 Minuten vom Hostel entfernt. Dinner gab es im vegetarischen Restaurant „Tonantzin“ auf der Real de Guadalupe super lecker, gesund und günstig – die Stalkerplätze natürlich wieder inklusive 😉

Montag, Tag 4

Nachdem Check Out (man kann seine Sachen in einem großen eigenen abschließbaren Locker den ganzen Tag bis zur Abreise lagern) wurden wir um 9.00 Uhr zur Tour „Chiapas de Corzo und Canon de Sumidero“ abgeholt. Die Tour kostet 250$ pro Person und kann entspannt über das Hostel bis 19.00 Uhr am Vorabend gebucht und bezahlt werden.

Nach ca. einer Stunde Fahrt zum Bootsanleger Nähe Chiapas de Corzo ging es direkt in einer „lancha“ auf Richtung Cañon. Wir haben uns ganz schlau die vordersten Plätze gesneaked – beste Entscheidung! Die Fahrt durch die spektakulären Felswände dauert ca. 2 Stunden und ist auf jeden Fall eines meiner Highlights meiner bisherigen Zeit in Mexico. Das blaue Wasser, Pelikane, Kormorane, Affen, Krokodile und einige seltsame Fels- und Gesteinsformationen, wie z.B. der Weihnachtsbaum-Wasserfall…Hammer!

Zurück an Land wurden wir in das Zentrum von Chiapas de Corzo gefahren (5 Minuten entfernt) und hatten dort eine Stunde Aufenthalt. Das ist perfekt, um sich etwas zu stärken und vielleicht das ein oder andere Mitbringsel für zu Hause zu shoppen.

Gegen 15.00 Uhr sind wir am Zocalo in San Cristobal angekommen. Den Rest des Nachmittags haben wir im Kaffeemuseum (20$ Eintritt), mit Café trinken, Eis essen, durch die Straßen schlendern und in den Hängematten im Hostel verbracht. Nach einem erneuten sehr leckeren Abendessen auf der Real de Guadalupe haben wir noch einen Absacker in dem Cafe Bar Revolución genommen. Dort gibt es jeden Abend um 20.30 und 22.30 Uhr live Musik bei einer entspannten Atmosphäre.

Nach einem 15-minütigen Fußmarsch sind wir am Busbahnhof angekommen, um 22.15 Uhr war Abfahrt mit OCC Richtung Puebla, wo wir Dank drei Polizeikontrollen (immer den Reisepass dabeihaben, Kopie reicht nicht!!!) und Stau am nächsten Morgen gegen 12 Uhr endlich am CAPU angekommen sind.

Meiner Meinung nach ist ein Tag Palenque und drei Tage in San Cristobal perfekt, um die „wichtigen“ Sachen zu sehen. Ich würde den Trip direkt wieder so machen, allerdings noch eine Nacht in Tuxtla Gutiérrez dran hängen, um dort morgens bei Sonnenaufgang die Papageien aus der Sima de las Cotorras (Pagageienschlucht) fliegen zu sehen und tagsüber noch einen Kletter- oder Raftingausflug in die Rio-La- Venta-Schlucht zu machen.

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