Reisebericht Kroatien: Mit dem Wohnmobil nach Istrien – Pulsierendes Küstenleben und naturreiches Hinterland

Ein Reisebericht von unserer Redakteurin Iris

Die kroatische Halbinsel Istrien liegt an der Adria. Die Region im Südosten Europas prägen felsige Küsten mit Steinstränden, azurblaues Meer, lebendige Hafenstädte und pittoreske Hügeldörfer. Spektakuläre Naturformationen und das sanft geschwungene Hinterland mit weitläufigen Weinfeldern und tiefen Wäldern bieten einen faszinierenden Kontrast zum urbanen Küstenstreifen Istriens. Restaurants, Kunsthandwerk und Mode sind in den charmanten Städtchen am Meer ebenso zu finden wie kulturelle Sehenswürdigkeiten. Seit meiner Kindheit bin ich in regelmäßigen Abständen in Istrien – dieses Mal haben wir die Reise mit dem Wohnmobil angetreten – mein Reisebericht:

On the road: Der Weg nach Istrien

Stellplatz Womo Österreich

Über 1300 Kilometer liegen zwischen dem Norden Deutschlands und dem sonnigen Istrien. Unser Weg führt uns über den Grenzübergang bei Salzburg nach Österreich und bei Villach nach Slowenien. Von dort aus geht es von Dragonja hinüber ins kroatische Buje. Mit dem Wohnmobil sollte mindestens eine, vielleicht sogar besser zwei, Übernachtungen eingeplant werden. Auf der Strecke bietet sich die Gelegenheit für Zwischenstopps an verschiedenen Sehenswürdigkeiten genauso an wie das Entspannen auf einem Bauernhof. Verschiedene Apps für das Smartphone helfen bei der Suche nach einem passenden Stellplatz – das kann sogar von unterwegs durchgeführt werden.

123Zur Hauptreisezeit sollte allerdings bedacht werden, dass viele Reisende diese Idee haben und die guten Plätze oftmals schon zum Nachmittag voll sind. Deshalb legt man entweder die Stopps vorher fest und reserviert einen Platz oder man fährt bereits am frühen Nachmittag zur gewünschten Übernachtungsstation. Unbedingt bedenken: Österreich und Slowenien haben Vignetten-Pflicht. In Kroatien wird an verschiedenen Autobahn-Stationen Maut verlangt.

Istrien vor Ort: Einen schönen Platz finden und ankommen

Wir haben als Ziel unserer Reise einen Campingplatz direkt am Meer auf der kleinen istrianischen Landzunge Lanterna ausgewählt. Von dort aus starten wir verschiedene Einkaufs- und Erkundungstouren. Im Allgemeinen liegen die Kosten für Campingplatz und Lebensmittel eher unter den deutschen Preisen – es kann gespart werden, wenn man sich beim Einkaufen für einheimische Produkte entscheidet. Für die eigene Küche oder als Andenken für die Familie eignen sich regionale Produkte wie Olivenöl oder Honig und Wein, die an Straßenständen, auf privaten Bauernhöfen und in einigen Supermärkten erworben werden können. Größere Geschäfte bieten problemlos die Zahlung mit der deutschen EC-Karte an, kleine Verkaufsstände bevorzugen eine Barzahlung mit der Landeswährung Kuna.




Kulinarischer Gaumenschmaus: Die vielseitige Küche Istriens

Meeresfrüchte im Restaurant MadaluUm die authentische istrianische Küche zu entdecken, lohnt sich ein kleiner Abstecher ins Hinterland abseits der ausgetretenen Pfade. Je nach Standort ist das sogar mit dem Fahrrad möglich. Besonders praktisch für Familien: Viele Restaurants außerhalb der Ballungszentren bieten Spielplätze und viel Raum für Kinder. Hier werden landestypische Gerichte wie Pljeskavica (Hacksteak gefüllt mit Käse) oder Ražnjici (gegrillte Fleischspieße) angeboten. Des Weiteren sollte unbedingt der Istrianischen Pršut, luftgetrockneter Schinken, und der Schafskäse Paški Sir probiert werden.

Frische Meeresfrüchte sind vor allem in den einfachen Restaurants direkt an den kleinen Fischerhäfen zu finden. Mit dem Wohnmobil oder dem Fahrrad ist die Bucht von Lanterna recht gut zu erreichen, umgeben von Pinienhainen finden sich hier die Restaurants Santa Marina und Madalu. Auf dem Weg dorthin, eingebettet in einem Wohngebiet, liegt die kleine, aber feine Konoba Labud. Es lohnt sich rechtzeitig da zu sein, denn sonst sind alle Sitzplätze weg. Da in Kroatien Trüffel gedeihen, sollte die Gelegenheit genutzt werden, zur Erntezeit im Herbst vor Ort zu sein. Es gibt dann viele schmackhafte Gerichte, die vergleichsweise günstig sind.

Sonnenuntergang

Eine moderne Erscheinung der letzten Jahre sind die Spanferkel, die es in jedem Restaurant gibt – lecker, aber nicht traditionell istrianisch. Natürlich finden sich auf den meisten Menü-Karten auch Klassiker wie Pommes, Schnitzel, Pizza oder Nudeln und die Eisdielen locken mit einem breiten Eissortiment. Mein persönlicher Klassiker, der sich seit Jahrzehnten in den Läden finden lässt: Ein helles Brot in der Form aneinander gereihter Pobacken. Einfach mit einer frischen Tomatenscheibe, Zwiebeln und Käse belegen. Anschließend mit etwas Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen, ein Glas heimischen Wein dazu und den Sonnenuntergang am Meer genießen. Schnell gemacht und super lecker – das perfekte Essen für Camper!

Urbane Küstenperlen: Pula und Poreč


Nach entspannten Stunden auf dem Campingplatz hat es uns in zwei bekannte Städte Istriens gezogen: Das im Süden gelegene Pula ist mit über 50 000 Einwohnern die größte Stadt der Halbinsel. Bekannt ist die Hafenmetropole vor allem für das Amphitheater aus der Römerzeit, das jährlich für das Pula Filmfestival genutzt wird und immer wieder beliebten Musikstars eine atemberaubende Bühne bereitstellt – mehr als 20 000 Menschen finden hier Platz.




Die quirlige Hafenstadt Poreč, an der Westküste Istriens gelegen, weist durch ihre Architektur ebenfalls ein antikes Flair auf und zieht mit unzählige Boutiquen, Shops und Restaurants in ihren Bann. Die historische Altstadt und ihre uralten gepflasterten Gassen begeistert mit vielen Sehenswürdigkeiten, zu denen auch die Euphrasius-Basilika aus der Römerzeit zählt, die zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt wurde. Ein Tipp für die Damen: Flache Sandalen anziehen, das antike Kopfsteinpflaster ist sehr glatt. Generell sollte das Wohnmobil bei einem Stadtbesuch in Istrien auf einem Parkplatz außerhalb des Zentrums gelassen werden. Vielerorts ist die Einfahrt ohnehin nicht erlaubt und wegen der engen Gassen nahezu unmöglich. In den meisten Fällen sind die Wege vom Parkplatz in die City problemlos zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit einem Fahrrad zu überbrücken.

Spektakuläre Natur und actionreiche Erlebnisse: Freizeit in Istrien

FelsstrandNeben Shopping-Touren, leckerem Essen und einer interessanten Geschichte hat Istrien weitere Freizeitangebote mit beeindruckender Natur und Fun-Faktor in petto. Fahrradtouren durch das ursprüngliche Hinterland erfreuen sich großer Beliebtheit – mit dem Wohnmobil kriegt man die Räder zum Glück problemlos mit in den Süden, alternativ können sie vor Ort gemietet werden. Die istrianische Unterwelt ist durchzogen von geheimnisvollen Grotten und Höhlensystemen. An einigen Stellen sind diese Naturdenkmäler für Besucher zugänglich und laden zu abenteuerlichen Erkundungstouren ein. Die Baredine-Höhle fanden wir mit ihren imposanten Steinformationen besonders beeindruckend – es ist übrigens ziemlich kühl da unten, also unbedingt einen Pullover mitnehmen. Eine weitere Grotte, die Romualdo Höhle, liegt nah am Limski-Kanal – einem Meeresarm, der sich eindrucksvoll wie ein Fjord ins Land zwischen Vrsar und Rovinj schlängelt. In den vielen weiteren Buchten der Küste kann man nicht nur am felsigen Strand liegen (Vorteil: kein Sand überall), sondern auch hervorragend Schnorcheln, denn das Wasser der Adria ist sehr klar, artenreich und besitzt eine hohe Wasserqualität. Für alle, die im Urlaub Fun und Action suchen, bietet sich der rund 80 000 Quadratmeter große Aquapark in der Nähe von Brtonigla an. Free-Fall-Wasserrutsche, Hydromassagepool, Kinderbecken und insgesamt 1,6 Kilometer Wasserröhren in allen Formen und Größen warten dort – und auf dem riesigen Parkplatz ist das Parken mit einem Wohnmobil auch kein Problem. Wenn man den Umgang mit einem entsprechenden Gefährt nicht gewohnt ist, kann es sonst mitunter auf schmalen Straßen und kleinen Parkplätzen etwas eng werden. Das Gute an einer Istrien-Reise mit dem Wohnmobil ist jedoch, dass der Urlaub bereits auf der Strecke anfängt – man reist gemütlich und kann schon unterwegs einiges sehen. Vor Ort verschafft das Womo mehr Flexibilität bei der Standortwahl, denn wo es gefällt, kann man einfach verweilen.

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