Reisebericht: Mit dem Bus quer durch England


Regen, Bohnen, Würstchen und Ei zum Frühstück, noch mehr Regen und alles teuer….England stand auf meiner Reiseliste definitiv noch nie ganz oben. Da meine Freundin jedoch ihr Erasmus Semester dort verbracht hat, dachte ich mir, gebe ich dem Land mal eine Chance…und es hat sich definitiv gelohnt – mein Reisebericht:

Ein Tagebuchauszug von unserer Redakteurin Anna


Bremen → London Flug: Ryanair Dauer: 1h 10 min Preis: 30€
London → Bristol Bus: National Express Dauer: 2h 30 min Preis 3,50£
Bristol → Birmingham Bus: National Express Dauer: 3h 30 min Preis: 5,50£
Birmingham → Liverpool Bus: National Express Dauer: 3h 15 min Preis: 8.50£
Liverpool → Manchester Bus: National Express Dauer: 1h 30 min Preis: 2,50£
Manchester → Bremen Flug: Ryanair Dauer: 1h 30 min Preis: 40€


Von London nach Bristol – 24h wach

rundreise1Um 04:45 Uhr klingelte der Wecker, schnell ging es ab unter die Dusche und auf zur Bahn, mit welcher ich dann um 06:05 Uhr am Flughafen Bremen angekommen bin. Aufgrund der immensen Größe des Bremer Flughafens (!!!) saß ich bereits um 06:15 Uhr komplett durchgecheckt am Gate und habe auf das Boarding gewartet.

Gegen 07:00 Uhr ging es dann im Ryanair Flugzeug ab in die Lüfte, eine gute Stunde später, gegen 07:10 Uhr Ortszeit bin ich bereits heil auf englischem Boden in London Stansted gelandet. Dank Handgepäck saß ich auch ruck zuck im Stansted Express (Ticket hatte ich vorher online gebucht – spart die Schlange und ein bisschen Geld). Gegen 09:00 Uhr Ankunft an der Victoria Station, wo ich mich mit meiner Freundin getroffen habe. Mit ausreichend Koffein intus haben wir erst mal unsere Koffer zur Victoria Coach Station gebracht und dort für 5£ abgegeben (an der „richtigen“ Station hätte es 11£ gekostet). Von dort sind wir an der deutschen Botschaft, dem Hyde Park vorbei grob in Richtung Piccadilly Circus spaziert. Unser kleiner Abstecher in das berühmte Kaufhaus „Harrods“ bzw. in dessen Food-Section hat unseren Appetit definitiv angeregt, leider herrscht dort nicht so unser Preisnievau!

Zum Lunch haben wir uns also ganz im London Style bei M&S (Marcs&Spencer) einen kleinen Snack geholt. Da es dort netterweise kein kostenloses To-Go-Besteck gibt, mussten wir uns das bei Pret a Manger erstmal ganz sneaky „organisieren“. Dann konnten wir uns in der optimalen Stalkerposition erst einmal stärken. Weiter ging es durch China Town, zum Piccadilly Circus und dann einmal komplett durch Central London.

Auf Raten eines Freundes sind wir am späten Nachmittag mit der Underground (Ticket: Oyster Card) zur Canary Wharf gefahren und direkt am Wasser, in mitten von super schönen, modernen Bürogebäuden angekommen. Zurück in der Innenstadt waren die nächsten ganz tourimäßig Stops Big Ben, Westminster Abbey und Buckingham Palast. Zurück in der Victoria Station haben wir uns etwas leckeres, einigermaßen preiswertes zum Abendessen organisiert. Die Auswahl ist dort sehr groß und im 1. Stock gibt es einen Food-Court mit zahlreichen Tischen, da findet jeder etwas, was ihm schmeckt!

Um 21:00 Uhr saßen wir dann im Coach von National Express (so heißt Englands zweite große Fernbuss-Company neben Megabus) nach Bristol, wo wir die nächsten beiden Nächte bei dem Freund meiner Freundin im Wohnheim schlafen konnten. Drei seiner fünf Mitbewohner waren glücklicherweise aufgrund der Osterpause nicht da, Platz für uns! Ankunft in Bristol: 23:30 Uhr. Das Studentenwohnheim hat 8 Etagen mit jeweils 6er WGs, die sich zwei Bäder und eine sehr große Küche teilen, die Miete liegt bei 113£ (ca.160€) pro Woche…England halt! Nachdem wir kurz unsere Sachen in seinem Zimmer abgelegt hatten (ca.8m², 140cm Bett, Einbauschrank, Schreibtisch, kleine Kommode) wurden wir in der Küche mit frischen Früchten und Joghurt erwartet. Dort haben wir noch super lange geschnackt, bis wir dann gegen 03:00 Uhr endlich im Bett lagen. Ich war mittlerweile fast 24h wach….wurde also Zeit!

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Clifton Suspension Bridge in Bristol

Weltkulturerbe Bath

Nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten, haben wir um 12:00 Uhr den Zug nach Bath genommen. Der Bahnhof ist ca. 10 Minuten zu Fuß vom Wohnheim entfernt, das Wetter hat sich leider nicht von der besten Seite gezeigt: Regen, grau, nass!

Nach nur 15 Minuten Fahrt (7£ für Hin-&Rückfahrt) sind wir schon im 20km entfernten Bath angekommen. Meine Freundin hatte dort vor ein paar Jahren mal einen 4-wöchigen einen Sprachkurs gemacht und in einer Gastfamilie gewohnt, sie kannte sich also bestens aus! Bath wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist wohl einer der schönsten Plätze, die man in England besichtigen kann….da war ich aber mal gespannt! Die Stadt ist berühmt für ihre römischen Bäder, die ab dem Jahr 43 n. Chr. von den damals dort lebenden Römern aus warmen Quellen entwickelt wurden. Diese einzigen heißen Quellen in England waren der Überlieferung nach schon in vorrömischer Zeit bekannt. Seit der Zeit Elisabeth I. entwickelte sich Bath immer mehr zum Kurort der wohlhabenden Bevölkerung. Daher gibt es noch viele historische Gebäude, insbesondere aus der georgianischen Epoche.

Mir hat es – trotz des englischen Wetters – auf Anhieb sehr gut gefallen. Alles ist sehr sauber, viele tolle Geschäfte, tolle Gebäude, Kirchen, eine schöne Brücke, viele Parks und Gärten. Meine Freundin hat mir alle schönen Ecken gezeigt…im Sommer muss das ein Paradies hier sein!

Zum Schluss sind wir zum Royal Crescent gelaufen (dt. königlicher Halbmond), ein halbkreisförmiger Platz, der an der offenen Seite den Blick in einen englischen Garten eröffnet. Durch diesen sind wir anschließend zurück in die City und dann zum Bahnhof geschlendert. Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder in Bristol, wo wir uns mit ihrem Freund auf dem St. Nikolaos Market getroffen haben. Das ist der älteste und beliebteste Markt im Herzen der Altstadt von Bristol. Dort gibt es ein vielfältiges Angebot an Waren und vor allem Speisen – vom Falafel, über Tarte bis hin zum berühmt Carrot Cake- in mitten einer tollen Architektur. Zur Mittagszeit ist es dort wohl brechend voll. Vorbei an super schönen Gebäuden und einer Kathedrale wollten die beiden mit mir meinen ersten Scone essen. Das ist ein typisch britisches Gebäck, was man hier zur berühmten Tea-Time reicht.

Bristol - Wills Memorial BuildingGelandet sind wir im Boston Tea House, wo wir uns mit Carrot Cake, Tee, Kaffe und einem Scone eingedeckt haben. Die weichen, krustenlosen Scones (Größe eines Brötchens) werden traditionell warm, meist mit Konfitüre oder Honig und „clotted cream“ (schmeckt wie eine Mischung aus Frischkäse, Sahne und Mascarpone) serviert…hat himmlisch geschmeckt. Koffein- und Zuckereserven wieder aufgefüllt – auf gings in die Uni: Ein wunderschönes Gebäude („Wills Memorial Building„). Dank des Studentenausweises unserer männlichen Begleitung durften wir sogar in die Bibliothek…Die war ziemlich beeindruckend und hatte ein bisschen was von Harry Potter.

Durch die Innenstadt sind wir zu Cabot Circus, einem riesigen Shopping Complex spaziert. Dort sind wir noch ein bisschen durch die Läden geschlendert, haben noch kurz etwas für das Kochen später eingekauft und sind dann langsam zurück zum Studentenwohnheim. Mittlerweile waren wir echt durchgefroren und nass (es hat den ganzen Tag nicht aufgehört zu regnen -.-). Eigentlich wollten wir noch in eine Bar gehen, die ihr eigenes Bier brauen. Da gibt’s wohl super leckeres Mango Bier, allerdings hat uns das Wetter eher weniger motiviert. Also haben wir den restlichen Abend in Jogginghose mit Kochen, schnacken und dem Film „The Room“ (sehr empfehlenswert) verbracht.

Von Bristol nach Birmingham

Koffer packen, Tee trinken, Proviant einpacken und auf zur National Express Coach Station. Das läuft hier alles viel organisierter ab als in Deutschland. Es gibt ein richtiges Gebäude, auf Tafeln stehen alle Busse mit der entsprechender Nummer, der Abfahrtzeit (evtl. Verspätung) und Boarding Gate aufgelistet.

Um 09:25 Uhr saßen wir auf uns unseren Plätzen – geplante Ankunft in Birmingham 12:50 Uhr (5.50£ pro Person). In Birmingham angekommen, auf dem Weg zum Bahnhof sind wir auf einem kleinen Markt gelandet, wo wir uns für £6 mit Pflaumen, Trauben, Tomaten, Avocado, Erdbeeren und Carrot Cake eingedeckt haben. Wetter war super, blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, das muss man ausnutzen! Deswegen haben wir es uns vor dem Bullring Shopping Center auf einem Platz in der Sonne mit Blick auf eine super schöne Kirche mit einem leckeren Kaffee gemütlich gemacht und erst mal eine Runde den Vitamin D Speicher aufgefüllt.

Mit dem Zug sind wir später nach Wolverhampton gefahren, wo meine Freundin zur Zeit studiert und lebt. Sie wohnt in einem Studentenwohnheim ca. 15 Minuten vom Bahnhof entfernt. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp bei Asda (Supermarktkette) gemacht. Ich dachte ja, dass es nur in Amerika diese riesigen Supermärkte (wie Walmart) gibt, aber offensichtlich gibt’s die auch hier. Allein die Cornflakes/Müsli-Section erstreckt sich über zwei Gänge von ca. 20m Länge – von der Süßigkeiten-Section ganz zu schweigen. Hier bekommt man wirklich ALLES.

Wir haben nur ein Bisschen was für unser Frühstück gekauft und sind dann weiter ins Wohnheim. Dieses besteht aus mehreren kleinen Häusern, ist wie ein kleines Dorf, dessen Tor man nur mit seiner Karte öffnen kann. Jedes Haus ist nochmal in einzelne WGs aufgeteilt. Meine Freundin wohnt mit fünf Leuten zusammen, mit denen sie sich eine geräumige Küche teilt. Sie hat aber in ihrem möblierten Zimmer ein eigenes kleines Bad und zahlt £92 pro Woche. Wir haben uns nur schnell umgezogen, da wir um 18:00 Uhr für einen Karoke-Abend von der Law-Institution der Uni eingeladen waren, mit Free Food…das kann man sich ja nicht entgehen lassen! Das Pub war echt richtig cool, dort haben wir zwei ihrer Kommilitonen getroffen. Das „Free Food“ entpuppte sich als mehr oder weniger warme TK-Pizza, Chicken Wings und noch ein paar undefinierbaren frittierten Dingen..sagen wir: wir sind satt geworden und einem geschenkten Gaul guckt man ja bekanntlich nicht ins Maul 😉

Nach und nach kamen noch ein paar Leute, mit denen wir eine Runde „Cards against Humanity“ gespielt haben. Gegen 21:30 Uhr haben wir uns dann auf den Weg zu ihren Kommilitonen in die WG gemacht. Sie wohnen in den Victoria Halls, einem privaten Studentenwohnheim (£112 pro Woche). Dort hatten wir aus dem 17. Stock einen super Ausblick über Wolverhampton und wurden mit frisch gebackener Apfeltarte verwöhnt.

Birmingham: Tonnen von Make-Up und Leberwurstlook

Nachdem wir unser Frühstück mit den vitaminreichen Errungenschaften vom Markt gestern gemacht beendet hatten, haben wir uns gegen 12:30 Uhr auf den Weg zum Bahnhof gemacht – auf nach Birmingham! Was man wissen sollte: Man zahlt hier nicht wie in Deutschland immer denselben Preis für dieselbe Strecke, sondern es gibt Off Peak und Peak Preise. Gestern haben wir für eine Strecke £4.80, heute für Hin- und Rückfahrt £5.40 gezahlt.

In Birmingham angekommen hatten wir das schönste Regen/Wind-England-Wetter, das man sich vorstellen kann. Also sind wir erst mal in das Bullring Shopping Center und von dort durch die Innenstadt zum Victoria Square gelaufen. Ein riesiger Platz mit zwei beeindruckenden Gebäuden. Vorbei an der super modernen und stylischen Bibliothek sind wir durch die Symphonie Hall zum Kanal gelangt. Diese Gegend erinnert ein bisschen an Amsterdam. Dort haben wir uns in dem Cafè/Bar Pitcher&Piano eine Runde aufgewärmt und einen Kaffee getrunken. Die Bar ist super gemütlich und stylisch eingerichtet und man hat an dem Publikum gemerkt, dass es ein richtiger „Place to be“ ist. Samstag Nachmittag und 80% hatte entweder ein Bier, eine Flasche Wein oder einen Cocktail vor sich. Die Frauen waren auf feinste englische Weise aufgebrezelt: von Tonnen von Make-Up über Higheels bis hin zu dem möglichst tief ausgeschnittenen Outfit im Leberwurstlook. Aber was den englischen Kleidungsstil angeht bin ich ja durch die englischen Gäste auf Rhodos schon etwas abgehärtet…

Als es langsam dunkel wurde sind wir den Kanal entlang vorbei an den kleinen Cafés spaziert….super schön! Im Sommer ist es bestimmt nochmal eine ganz andere Atmosphäre. Zurück in Wolverhampton waren wir bei den Kommilitonen zum Essen eingeladen. Es gab Homemade-Burger und zum Nachtisch haben die Franzosen Crêpes gemacht. Es war super lecker und ein sehr cooler Abend.

Liverpool: Beatles-Stadt und kreatives Zentrum Englands

Happy Eastern! Nachdem wir erfolgreich eine schöne Runde Morgensport alla wirmüssen-den-scheiß-zug-bekommen-sonst-verpassen-wir-unseren-coach absolviert haben, saßen wir um 11:15 Uhr im Coach nach Liverpool (8.50£ pro Person). Gegen 14:30 Uhr sind wir in Liverpool angekommen und, da es mal wieder am regnen war und wir dringend unsere Kaffespeicher auffüllen mussten, haben wir uns in der „Interesting Eating Company“ niedergelassen. Zum sehr leckeren Kaffee gab sogar ein Stück selbstgemachte Nusstarte gratis dazu.

Um 16:00 Uhr haben wir unsere Liverpool-Exkursion gestartet. Wegen Ostern waren fast alle Läden geschlossen also war die Stadt ein bisschen ausgestorben. Das ist sehr untypisch, da die Läden in England normalerweise auch sonntags geöffnet haben. War aber nicht weiter schlimm, dann konnten wir wenigstens nicht unnötig Geld ausgeben. Wir sind von der Kathedrale durch Chinatown, Richtung Wasser zu den Queen Docks gelaufen, wo das Echo Stadium und das Riesenrad steht.

Weiter ging es zu den Albert Docks, wo man sich mit Meer, den Schiffen und dem Wind direkt wie in Hamburg gefühlt hat. Am Ufer befinden sich unter anderem das Royal Liver Building und die ganzen Museen(Muesum of Liverpool, Beatle Museum etc). An der Liverpool Waterfront haben wir uns erst mal auf einer Bank in der Sonne niedergelassen – ja, richtig gelesen: Sonne! Irgendwann wurde der Wind doch ein bisschen kalt, also sind wieder Richtung City. 17.00 Uhr : Tea-Timeee!

Nahe der Coachstation gab es eine Filiale des englischen Café/Restaurants „Bills“. Dort hatte meine Freundin schon mal in Birmingham gefrühstückt und von dem Tee geschwärmt – hin da! Für 4£ haben wir einen riesigen Pott English Breakfast Tea bekommen – natürlich inklusive Milchkännchen! Die Location war super schön und gemütlich, dank bodentiefer Fenster: Stalkerplätze inklusive. Um 19:30 Uhr saßen wir im Bus nach Manchester,wo wir pünktlich um 21:00 Uhr angekommen sind und von Miguel unserem Airbnb-Host mit dem Auto abgeholt wurden – was ein Service! Er und seine Freundin Anna sind Lehrer und wohnen seit 1.5 Jahren in Manchester um ihr Englisch aufzubessern, damit sie dann einen besseren Job in Spanien bekommen.

Zusammen mit drei weiteren Spaniern wohnen Sie in einem süßen Reihenhaus nah an der City. Unser Zimmer war direkt im Erdgeschoss, wir durften die Küche sowie die beiden Badezimmer inklusive Shampoos etc. mitbenutzen, haben Handtücher und ein paar Süßigkeiten gestellt bekommen. Für beide Nächste haben wir inklusive Reinigungs- und Airbnb-Gebühr 72€ gezahlt. Die beiden hatten gerade spanische Freunde zu Besuch, wir wurden direkt auf ein Glas Wein und zum Uno spielen eingeladen. Dazu sind wir leider nie gekommen, haben bis Mitternacht zusammen gesessen, uns noch wertvolle Tipps für Manchester geben lassen und uns über das Leben in England und Spanien unterhalten.

Manchester

Mit unserer Special-Tipp-Karte im Gepäck haben wir uns gegen 10:00 Uhr auf den Weg in die City gemacht. Nach ca. 10 Minuten Fußweg haben wir eine Bushaltestellen gefunden, wo auch direkt ein Bus kam, mit dem wir für 1£ bis zu Picadilly Gardens gefahren sind. Dort beginnt das sogenannte „Northern Quarter“, wo es viele ausgefallene Cafés, Restaurants und Bars sind. Dort wurde uns das „Café North“ für mein erstes English Breakfast empfohlen. Neben Eggs, baked Beans, Bacon, Sausage, Toast, baked Tomatoe und Mushrooms gab es noch einen English Muffin (eine Art Toastbrötchen) mit poached Eggs, Spinach and Bacon….hat alles ausgezeichnet geschmeckt, obwohl es Frühstück war. Und das sage ich als absoluter Müsli-Joghurt-Obst-Frühstücker!

Durch Zufall haben wir einen Flyer für einen Ort Namens „Ziferblat“ gefunden:

„Ziferblat is a place where you can do as you please. Everything is free inside except the time you spend there. We charge 6 pence per minute and that’s all. If you want to spend the day with us, your spend will be capped at 5 hours and the rest of your time is free! All of our kitchen goodies are free including fresh coffee, tea varieties, soft drinks, cakes, brownies, cookies, juices, toast, snacks and Wi-Fi. Like an extension of your own home! Work, study, relax, explore, play, attend events, eat cake, have a brew. Our doors are open to everyone.“

Das klingt nach einer super coolen Idee dachten wir! Da es immer noch am regnen war und die Location direkt um die Ecke, haben wir uns direkt auf den dorthin Weg gemacht. Es befindet sich in dem ersten Stock eines alten Bürogebäudes, am Eingang wird man in eine Liste mit Namen und Check-In Zeit eingetragen. Der Raum ist super stylisch und gemütlich eingerichtet, von modernen Möbeln über Stühle aus Omas Wohnzimmer, eine Küche und ein riesiger Tresen mit allem, was das Herz begehrt. Kuchen, Kekse, Nüsse, Toast, Müsli, Joghurt, Äpfel, Kaffee, Milch, Tee, Säfte etc. Blöd, dass wir gerade so ausgiebig gefrühstückt hatten.

Wir haben es uns auf einem Sofa gemütlich gemacht und erst mal die Atmosphäre auf uns wirken lassen. 2011 hat der Russe Ivan Meetin Ziferblat in Moskau gegründet, ursprünglich begann das ganze als eine Community von Dichtern „aspiring to progress their work“. Mittlerweile gibt es bereits 14 Locations auf der ganzen Welt, die meisten in Russland aber auch drei in England. Für Berlin ist ebenfalls schon lange eins geplant, jedoch bis jetzt noch nicht umgesetzt wurden. Ich bin sehr sehr begeistert von der Idee und hoffe, dass sie sich noch weiter in der Welt verbreiten wird!

Nach 1.5 Stunden ging es los in die City! Auf dem Weg zur Kathedrale haben wir einem kleinen Stop im Arndale-Shoppingcenter gemacht. Heute hatte zum Glück trotz des Feiertages alles geöffnet. An der Town Hall vorbei, entlang der Deansgate sind wir zur „The John Rylands Library“ gelangt, die uns auch von den Hosts empfohlen wurde. Der Eintritt war kostenlos, das Erlebnis echt der Wahnsinn! Man hat sich wie in Harry Potter gefühlt. Alles aus dunklem knarzendem Holz, Bücherregale mit Büchern aus dem 18.Jahrhundert, bis unter die Decke, die riesigen bogenförmigen Fenster bunt bemalt. Der Regen hatte sich mittlerweile zum Glück komplett verzogen: mit Sonne und blauem Himmel sieht doch alles direkt nochmal viel schöner aus! Unsere Kaffee/Tee-Pause haben wir über den Dächern von Manchester im der Bar des Hilton Hotels im 23. Stock verbracht.

Als es anfing zu dämmern sind wir Richtung Chinatown und von dort zum „Gay District“ spaziert. Dort befinden sich auf der Canal Street sich allerhand Cafés und Bars – vor allem im Sommer ist hier denke ich viel los. Unser letztes Dinner haben wir – auch auf Empfehlung- im „Richmond Café“ zu uns genommen. Das Café ist komplett im Stil von Alice im Wunderland eingerichtet. Sofas und Sessel mit rosanem Samt bezogen, glitzernde Kronleuchter, Tischdecken mit Spitze und Blumenmuster, Blumen und Efeu überall. Passend dazu bestand das Personal zu 100% aus Schwulen, sowie 80% der Gäste – authentischer hätte es nicht sein können. Es war sehr voll, aber wir haben zum Glück ein kleines Tischlein ergattern können. Dort haben wir uns einen leckeren Couscous-Salat mit mediterranen Gemüse und gebackenem Brokkoli (6.50£) gegönnt und das Ambiente genossen. Nach einer guten halben Stunde Verdauungsspaziergang sind wir müde und halb erfroren in unserem Airbnb angekommen…ganz schnell ins Bett!

Time to say goodbye!

Time to say goodbye! Ich hab mich gegen 09:30 Uhr mit dem Bus 43 für £3.10 von der Oxfort Street auf den Weg zum Flughafen gemacht. Für meine Freundin ging es um 13:00 Uhr mit dem Bus nach Schottland, wo sie noch nach Glasgow und Edinburgh fahren wird. Zu gerne wäre ich noch mit ihr weitergereist, oder hätte zumindest mit ihr gemeinsam im „Ziferblat“ gefrühstückt…aber man kann ja nicht alles haben!

Nach einer 40- minütigen Busfahrt und einem 20-minütigen Marsch bin ich endlich am Terminal 3 angekommen. Ab durch die Sicherheitskontrolle…dank meiner Dose original baked beans, die mir meine Freundin noch mitgegeben hatte, durfte ich dort eine ganze Stunde verbringen… Zum Glück hatte ich genug Puffer eingeplant und hatte trotz der Warterei noch genug Zeit meinen letzten £5 in ein Frühstück und einen leckeren Kaffee zu investieren. Um 12:55 Uhr ging es auf in die Luft. Gegen 15:15 Uhr bin ich heil in Bremen gelandet.

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