Reisebericht Neapel – Auf in die Metropole Kampaniens

Von Neapel hat man im ersten Moment, durch die Medien suggeriert, nicht unbedingt gleich die schönsten Bilder im Kopf: Ihr denkt vielleicht an dunkle Gassen oder vielleicht auch an eine mafiöse Schattenwirtschaft. Gerade diese Unvollkommenheit, die Sichtbarkeit der ‚hässlichen‘ Seiten macht Italiens drittgrößte Stadt gleichzeitig interessant. Unser überwiegender Eindruck ist auf jeden Fall: Lebendigkeit, die Schönheit der historischen Bauten und noch Vieles mehr. Nicht umsonst wurde die gesamte Altstadt 1995 zum UESCO-Weltkulturerbe deklariert. Wir zeigen euch, warum ihr Neapel, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Süditaliens, einen Besuch abzustatten solltet.

Vielen Dank für diesen Beitrag an unsere Gastautorin Nele Schmidt! :)

Fun Facts:

  • Immer am ersten Maiwochenende, am 19. September und am 16. Dezember, wird das Wunder der Blutverflüssigung des Schutzheiligen Neapels San Gennaro vollzogen, sonst, so sagt man, wird in der Stadt ein Unheil geschehen.
  • Die neapolitanische Volksmusik, die im 19. Jhd. entstand ist heute noch eine zentrale Einflussquelle für die heutige italienische Populärmusik.
  • Nicht nur die Pizza, sondern auch die erste industrielle Nudelherstellung mittels Nudelmaschine, wurde in Neapel erfunden.
  • Einige Quellen besagen, dass die italienische Flagge von den Farben der Pizza inspiriert sind: Grün steht für Basilikum, Weiß für den Käse und Rot für die Tomatensauce.
  • Eine Persönlichkeit, die aus Neapel stammt, ist Bud Spencer.
  • Ca. 600 000 Menschen leben in den 18 Städten am Fuße des 17.000 Jahre alten Vesuvs in der sog. hochgefährdeten „roten Zone“.

Survivaltipps für Neapel:

Neapel könnt ihr nicht mit einer Touristenmetropole wie Rom vergleichen – ein  Nach- aber vor allem auch ein Vorteil. Da Englischkenntnisse häufig rar sind, prägt  euch wichtige italienische Ausdrücke oder Wörter am besten ein oder nehmt einen Touristenguide mit. Alternativ funktioniert die Verständigung aber auch per Improvisation – eben mit Händen und Füßen. Ein entscheidender Vorteil ist, dass ihr nicht an jeder Ecke mit: ‚Do you want to buy sunglasses‘ oder ähnlichen Fragen von fliegenden Straßenhändlern angesprochen werdet.

Barista Cafe Making Coffee Preparation Service ConceptKaffee trinken läuft in Italien anders: Ein Caffè entspricht in Italien einem Espresso. In einem Café oder einer Bar nimmt man diesen typischerweise mit ein- oder zwei kurzen Schlucken im Stehen ein, wechselt ein paar Worte mit dem Barista, legt ein paar Cents auf den Tisch und ist schnell wieder draußen. Einen Cappuccino bestellt man höchstens zum Frühstück, zusammen mit einem Brioche oder mit einem Cornetto, ein mit süßer Creme gefülltes Croissant.

Der schönste Aussichtsplatz in Neapel:  Direkt über der Meeresbucht

Für die grandiosiste Aussicht über die Stadt Neapel, den Vesuv und die Meeresbucht, unternehmt einen Trip mit der Seilbahn Funicolare Centrale auf den Hügel des Stadtteils Vomero zur Festung Sant’Elmo.  Für den steilen Aufstieg darf etwas Proviant nicht fehlen. Komm ihr aus der Metrostation, stoßt ihr beispielsweise direkt auf einen großen Carrefour bei dem ihr alles für ein leckeres Picknick bekommt. Für einen ermäßigten Eintritt von ca. 4 Euro gelangt ihr mit einem Fahrstuhl auf das Plateau bzw. auf die Burgmauern. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr euch nach einem weiten Rundgang auch noch das Museo del Novecento anschauen. Dort findet ihr Kunst von 1910 bis 1980, wobei Skulpturen dabei sind, die zum Nachdenken anregen oder zu eigener Kunst inspirieren.

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Pizza Napoli und als aperitivo Sprizz – ein Muss

Gerade in Neapel könnt ihr relativ preisgünstig Essen gehen. Mut zu kulinarischen Ausschweifungen ist also gefordert! Natürlich steht außer Frage, dass ihr in der Ursprungs- bzw. Erfinderstadt der Pizza, als erstes auch Pizza kosten solltet. Diese gilt in Italien nicht als feines Restaurantessen – eher als Snack, den man an jeder Straßenecke bekommt. Auch wenn man ein bisschen suchen muss, solltet ihr nach traditionellen Lokalen von Neapel Ausschau halten. Dabei geben die Pizzakarten vielfältige Kreationen her: Von dem geläufigen Klassiker: Pizza Margherita beispielsweise mit Büffelmozzarella (mozzarelladi bufala), bis hin zur Calzone ähnlichen, für Neapel typischen Pizza fritta. Seid ihr ‚ausgefallener‘ unterwegs, solltet ihr unbedingt Gerichte mit frischem Fisch und Muscheln kosten. Wichtig zu wissen: In den Restaurants bezahlt man immer eine sog. „Coperto“, eine Gebühr für Besteck, Tischdecke etc., die meist zwischen 0,50 und 2 Euro variiert.

Im  Sommer oder Spätsommer trinken die Neapolitaner gerne Aperol Spritz. Dieses wird zu günstigen Preisen in kleinen Kiosken und Bars wie am Fließband serviert. Entweder ihr erwischt einen (Draußen)sitzplatz und werdet zum Beobachter der Barkultur oder ihr gesellt euch einfach zum Plaudern zu einem Stehgrüppchen dazu. Typisch für Neapel und die Region (vgl. Sorrent) ist auch der Limoncello, ein Zitronenlikör, den ihr am besten kalt trinkt.

Erste Erkundungstour in Neapel: Einfach mal losschlendern

Tagsüber wie nachts – Neapel erscheint belebt. So lebendig, dass ihr immer auf das Zurseitespringen vor plötzlich aus den Gassen schießenden Vespas vorbereitet sein solltet. Wenn ihr einfach mal durch die Altstadt von Neapel schlendert, könnt ihr plötzlich zum Zuschauer eines Boxevents mitten im Zentrum werden oder auch kulturelle Events und Festivals entdecken. Im September findet beispielsweise das  interkulturelle Yallafest auf dem Piazza Dante statt. Auf einer großen Bühne, sowie zahlreichen kleinen Zelten, werden Debatten, Musik, Theater und Kunst gezeigt und leckere selbstgemachte Gerichte angeboten.

Geht ihr beispielsweise die Via Mezzocannone hinunter, in Lungomare, Richtung Hafen, könnt ihr beispielsweise bei Sonnenuntergang einen langen Spaziergang entlang der Promenade machen – Ob Jogger, Hochzeitsgesellschaften oder Touristen auf Segways – hier herrscht immer buntes Treiben.

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Raus aus der Città – Das Umland von Neapel entdecken

Vom zentralen Bahnhof Neapels an der Piazza Garibaldi könnt ihr ganz einfach den Zug in Richtung Sorrent nehmen. Die Fahrt in dem 70er-Jahre Bummelzug ist ein echtes Erlebnis. Einen Stopp können die Geschichtsinteressierten unter euch in Pompeji  einlegen. Dort befindet sich auf einem weitläufigen Museumsgelände die antike Ruine der im Jahr 79. Nach Chr. von der Vesuvlava begrabenen Stadt. Etwa eine Stunde später kommt ihr in Sorrent, der Endstation, an. Es erwartet euch ein kleines, entzückendes malerisches Städtchen mit einer langen Einkaufsstraße direkt am Meer. Geht man die Straße hinunter stößt man gleich an der erste Straßenecke auf einen Vespaverleih. Seid ihr spontan – also habt nicht schon im Voraus eine Maschine gemietet – könnt ihr euch mit Kreditkarte, Vespas ab 25 Euro für den halben Tag ausleihen: Das perfekte Transportmittel für eine Tour zu wunderschönen Strandabschnitten abseits der touristisch anmutenden Bezahlstrände.

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