Wundervolles Kopenhagen – Ein Reisebericht

Meine Liebe zu Kopenhagen wurde letzten Sommer entfacht. Bestimmt kennt ihr das: Die Semesterferien neigen sich dem Ende zu. Die Hausarbeiten sind endlich alle abgegeben und der Ferienjob läuft mit der letzten Spätschicht auch aus. Richtig raus aus der Stadt ist man irgendwie nicht gekommen und auch die Tage am See sind bereits in weite Ferne gerückt. Es ist ernüchternd – War es das schon wieder? Schon bald hat der Alltag einen wieder. Damit wollte ich mich nicht geschlagen geben. Ein Kurzurlaub musste her. Einer, von dem ich im kommenden Semester noch lange zehren kann. Dabei fiel mir die Schwärmerei eines Kommilitonen für Kopenhagen wieder ein. Der Entschluss war also gefasst: Auf nach Kopenhagen!

Vielen Dank für diesen Beitrag an unseren Gastautor Max Wörle! :)

kopenhagen Dänemark

Die Anreise nach Kopenhagen

Die Anreise ist ja immer so eine Sache. Günstig sollte sie sein – dann bleibt mehr Geld zum Ausgeben übrig. Für manchen ist eine kurze Anreise ebenfalls ein Muss. In meinem Fall spielte das Geld eine erhebliche Rolle, denn wie jeder weiß, Dänemark ist nicht ganz billig (1 Euro = 7, 1631 DKK). Ich entschied mich also für den Zug. Auf bahn.de fand ich zu meiner Überraschung eine sehr günstige Verbindung: 70 Euro hin und zurück, über Hamburg. Die Anreisedauer war dafür umso länger – ca. 7 Stunden ungefähr. Man kommt allerdings auf seine Kosten und wird mit einer tollen Landschaft belohnt. Ein weiterer Pluspunkt: Der Zug endet direkt am Kopenhagener Hauptbahnhof, mitten in der Stadt. Von da aus ist es nur noch ein Katzensprung egal wohin man möchte.




Die Unterkunft

Wie bei fast jedem meiner Urlaube finde ich immer die passende Unterkunft mit airbnb.de. Kopenhagen war da keine Ausnahme. Je nach Jahreszeit kosten die Zimmer dort zwischen 39 und 60 Euro pro Nacht. Wenn man also nicht alleine reist, kann man sich die Kosten für eine Unterkunft teilen und kommt damit relativ günstig weg. Natürlich findet man auch in Kopenhagen viele schicke Hostels und Hotels, die sich preislich mit vielen anderen europäischen Metropolen vergleichen lassen. Hotels vergleicht ihr am besten bei Trivago, Ferienwohnungen findet ihr auch mit unserer eigenen Suche.

Frühbucher können also immer Glück haben und günstige Unterkünfte ergattern. Meine Unterkunft war sehr zentral im Vesterbro Bezirk, nah dem Kødbyens (wörtlich Übersetzt: Meat-Town) auch bekannt als das Meatpacking District auf das ich später noch näher eingehen werde. Ich hatte einen sehr netten Gastgeber der mich ausführlich mit Tipps und Tricks versorgte. Nicht zuletzt machten seine Infos meinen Aufenthalt in Kopenhagen zu einem unvergesslichen Kurzurlaub. Und noch besser, ich fühlte mich nicht mehr als Tourist sondern fast schon als Local. Einer dieser Tipps folgt im nächsten Kapitel.

Praktisch und günstig von A nach B

Kopenhagen Reisebericht

Aufgrund der innovativen Städteplanung kommt man sehr einfach und schnell von einem Spot zum nächsten. In Kopenhagen gibt es Busse, eine neue Metro die weiter ausgebaut wird, sowie Fähren (auch Hafenbusse genannt), die es einem erlauben, die Stadt von einer komplett anderen Seite zu erleben. Was ich nur jedem empfehlen kann, ist die Stadt auf dem Fahrrad zu erkunden.

Der Grund ist einfach: Kopenhagen ist eine der fahrradfreundlichsten Städte und die Dänen fahrradverrückte Leute. Mit breiten, ausgewiesenen Fahrradwegen kann man die Stadt sehr schnell und flexibel kennenlernen – so macht Fahrradfahren Spaß. Ähnlich wie in manchen deutschen Städten bietet die Stadt Kopenhagen Fahrräder an. Diese stehen an bestimmten Stellen in der Stadt und können an einem Automaten entliehen werden. Trotzdem empfehle ich euch lieber zu einem normalen Fahrradladen zu gehen und sich dort ein Fahrrad zu leihen. Das ist viel günstiger und man wird zusätzlich mit unzähligen Insider-Tipps versorgt. Die Fahrräder werden meist pro Tag entliehen. Je mehr Tage ihr das Fahrrad entleiht, desto billiger wird es für euch.

Wenig Zeit im Gepäck? Hier die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Kopenhagen Reisebericht

Natürlich ist die weltbekannte „Kleine Meerjungfrau“ am Langelinie Pier ein Muss für jeden Kopenhagen-Besuch und bequem mit dem Fahrrad zu erreichen. Auch der botanische Garten (Eintritt frei) in der Innenstadt, mit seinen historischen Gewächshäusern ist einen Besuch wert. Für Bierfans gibt es spätestens an der Carlsberg Brauerei kein Vorbeikommen mehr. Ein modernes 10.000m² großes Besucherzentrum erlaubt es, tiefer in die Carlsberg Geschichte einzutauchen – natürlich endet der Rundgang an der Bar. Zwei Bier sind im Eintrittspreis inbegriffen. Es lohnt sich aber auch einfach diese imposante Brauerei von außen anzusehen.

Kopenhagen Reisebericht Botanischer Garten

Auch leicht zu erreichen und immer einen Besuch wert ist natürlich das Schloss Amalienborg. Hier wohnt Ihre Majestät die Königin von Dänemark. Königin Margarethe residiert im linken Palais während Prinz Frederick und Prinzessin Mary im rechten wohnen. Weht am Dach eine Fahne, dann bedeutet das, dass die königlichen Herrschaften zu Hause sind. Täglich kann man ebenfalls hier um 12 Uhr die Wachablösung beobachten. Zum Schluss natürlich der sehr touristische aber wunderschöne Hafen Nyhaven. Wer keine Lust auf die teuren Restaurants hat, macht es einfach wie die Einheimischen im Sommer und entspannt mit einem mitgebrachten Bier an der Kaimauer und lässt den Tag ausklingen. Interessanterweise wurden viele Häuser am Kai des Nyhaven früher von berühmten Künstlern bewohnt. Darunter der Schriftsteller Hans Christian Andersen der unter anderem auch dort das berühmte Märchen „Die Prinzessin auf der Erbse“ verfasste.

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Ihr habt immer noch etwas Zeit übrig? Dann solltet ihr der Freistadt Christiania einen kleinen Besuch abstatten. Christiania ist eine alternative Wohnsiedlung mitten in Kopenhagen, die sich komplett selbst verwaltet. Sie besteht seit 1971 und ist einmalig in Europa. Aber Vorsicht: Kameras sind unerwünscht. Auch wenn ihr kein Hippie seid, lohnt es sich kurz mal reinzuschauen und einfach einen kleinen Sparziergang durch Christiania zu machen. Da es keine Bauvorschrift gibt, sind zum Beispiel am Wasser phantasievolle Villen zu bewundern, die komplett aus recyceltem Material errichtet worden sind. Der Kauf und das Konsumieren von Marihuana ist in Christiania ebenfalls erlaubt.

Kødbyen – Entdecke den Hipster in dir




Kødbyen war früher das ehemalige Schlachthofviertel und ist heute Teil des Bezirks von Vesterbro. Die alten Gebäude erinnern noch an diese Zeit und wurden meist so belassen. Heute findet sich hier alles was das Herz eines Städters begehrt: Essen, Trinken und Nightlife. Egal ob Pizzeria (Mother), Fischrestaurant (Fiskebaren), Burgerhaus (Jucy Burger) oder Craft Beer Brauerei (War Pigs). Ob Fisch, Fleisch oder vegetarisch. Ob Bar (Bakken Kbh), Kunstgalerie (V1 Gallery), Markt (Kødbyens Mad & Marked) oder Party (THRST), hier findest du alles und sogar noch mehr. Immer auch umhüllt mit dem gewissen Extra, das niemand so recht versteht und das man einfach mal erleben sollte.

Generell hatte ich während meinem gesamten Aufenthalt in Kopenhagen immer das Gefühlt, dass hier etwas Großes im Gange ist. Die Kopenhagener strahlen regelrecht vor Freundlichkeit, Entspanntheit, Kreativität, Innovation und Weltoffenheit. Davon kann man sich schnell anstecken lassen und wird es zum Glück nicht mehr so schnell los. Vielleicht schadet es nicht, hier und da einfach mal wie ein Kopenhagener zu denken.

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