Diebstahl im Urlaub: Tipps zur Prävention und Reaktion

Diebstahl im Urlaub: Tipps zur Prävention und Reaktion

Im Urlaub bestohlen zu werden ist natürlich ein Horrorszenario – aber leider eines, das viele Reisende früher oder später erleben. Folgend findest du deshalb die wichtigsten Tipps, wie du diese Situation verhindern oder im Notfall richtig reagieren kannst, damit der Schaden klein bleibt.

Tipp 1: Wertsachen möglichst zu Hause lassen

Wenn du auf eine Reise aufbrichst, unabhängig von ihrer Dauer oder dem Reiseziel, ist es immer empfehlenswert, deine Wertsachen zu Hause zu lassen. In der Regel benötigst du vor Ort ohnehin keinen teuren Schmuck oder andere wertvolle Dinge. Deine Sicherheit vor einem Diebstahl beginnt also bereits beim Kofferpacken. Dennoch lässt es sich in der Regel nicht vermeiden, dass du zumindest einige Gegenstände im Gepäck hast, die einen gewissen Wert haben. Das gilt zum Beispiel für dein Smartphone, deinen Laptop oder deine Kreditkarte.

Tipp 2: Keine wertvollen Gegenstände im Koffer

Egal, ob du mit dem Fernbus reist, im Zug oder in einem Flugzeug: Ein Kofferdiebstahl lässt sich niemals vollständig ausschließen und daher ist es wichtig, dass du keine der Wertsachen in deinem Koffer verstaust. Bei vielen Fluglinien ist das ohnehin nicht erlaubt. Der richtige Ort für wertvolle Dinge wie Bargeld, Kreditkarten, Schmuck, dein Smartphone & Co ist das Handgepäck – besser noch direkt am Körper, wann immer das möglich ist. Lass die Tasche mit den Wertgegenständen zudem niemals unbeaufsichtigt und trag sie am besten seitlich oder vorne, sodass sie nicht unbemerkt geöffnet werden kann. Einige Diebe schlitzen Taschen außerdem von unten auf und können so an die Wertsachen gelangen, ohne dass der (Reiß-) Verschluss geöffnet werden muss. Je genauer du also die gängigen Tricks kennst, umso besser kannst du dich bei einer Reise vor Diebstahl schützen.

Tipp 3: Diebstahlsichere Taschen in Erwägung ziehen

Mittlerweile gibt es sogar spezielle diebstahlsichere Taschen, welche genau solche Tricks verhindern und somit noch mehr Sicherheit bieten – selbst als klassischer Rucksack, der somit außerhalb des eigenen Blickfelds getragen wird. Wenn du große Wertgegenstände wie einen Laptop dabei hast, sind solche Optionen durchaus eine Überlegung wert. Je gefährlicher dein Reiseziel ist, desto sinnvoller ist es, in solche diebstahlsicheren Varianten zu investieren. Für kleine Wertsachen wie Geld, eine Kreditarte oder das Smartphone sind diese aber in der Regel nicht notwendig. Dann reicht es aus, wenn du sie in einer kleinen Tasche verstaust und direkt am Körper trägst, bestenfalls sogar unter der Kleidung.

Tipp 4: Finanzielle Vorkehrungen treffen

Die Kreditkarte ist ein besonders beliebtes Ziel für Diebe. Denn sie ermöglicht den Zugriff auf dein Bankkonto und somit in der Regel auf hohe Geldsummen. Diese werden oft abgehoben oder für eine Bezahlung missbraucht, noch bevor du den Verlust bemerkst. Außerdem gibt es zahlreiche Tricks, wie Kriminelle deine Kreditkartennummer beim Bezahlen oder Abheben von Geld auslesen können – und diese reicht ebenfalls bereits für einen Missbrauch aus. Dennoch kannst du auf die Mitnahme von mindestens einer Kreditkarte in der Regel nicht verzichten, schließlich brauchst du sie auf deiner Reise für Buchungen von Flügen, Unterkünften & Co. Sinnvoll sind daher folgende Maßnahmen, um dich finanziell vor einem Diebstahl und seinen Folgen zu schützen:

  • Trage stets ein bisschen Bargeld bei dir, aber so wenig wie möglich.
  • Nimm mindestens zwei Bankkarten mit auf die Reise, zum Beispiel eine Kredit- und eine EC-Karte. Bewahre diese immer getrennt voneinander auf. Lass also eine im Safe des Hotels und trage die andere am Körper – oder so ähnlich.
  • Wähle eine Prepaid-Kreditkarte, die nur gering oder überhaupt nicht überzogen werden kann. Du musst also stets einen gewissen Betrag „aufladen“, bevor du mit der Karte bezahlen kannst und sie gewährt keinen direkten Zugriff auf dein Bankkonto.
  • Überweise auf diese Prepaid-Kreditkarte immer nur den minimal notwendigen Betrag.
  • Informiere dich außerdem über die Versicherung deiner Kreditkarte, also inwiefern dich die Bank entschädigt, wenn es zu einem Diebstahl und Missbrauch kommt.
  • Bewahre niemals die Geheimzahlen oder andere sensible Daten mit deinen Kredit- oder EC-Karten auf!

Wenn du diese Tipps berücksichtigst, kannst du zwar nicht mit 100-prozentiger Sicherheit einen Diebstahl vermeiden, aber zumindest hältst du den finanziellen Schaden gering und hast trotzdem noch Zugriff auf (Bar-) Geld. Denn so könntest du im Fall der Fälle noch mit deiner anderen Karte bezahlen oder Geld abheben. Und sollte dein Geld dann nicht mehr ausreichen, weil du beispielsweise auf eines deiner Konten keinen Zugriff mehr hast, hast du zumindest die Möglichkeit, dir auf das andere Konto beziehungsweise die andere Karte Geld überweisen zu lassen – zum Beispiel von deiner Familie in der Heimat. Du bist also selbst im Notfall nicht länger „mittellos“ als eine solche Überweisung dauert und der Zeitraum wurde 2012 sogar gesetzlich festgelegt.

Tipp 5: Entsprechende Versicherungen abschließen

Mit den Versicherungen ist bereits ein wichtiges Stichwort gefallen. Diese sind natürlich nicht nur für deine Kreditkarte und Bankkonten wichtig, sondern eventuell auch für weitere Wertgegenstände. Überlege also, ob du dein Smartphone, deinen Laptop oder was du sonst noch dabei hast versichern möchtest. Wenn ja, so musst du diese Police rechtzeitig vor deiner Abreise abschließen, damit sie im Fall der Fälle auch schon am ersten Tag greift – beispielsweise bei einem Diebstahl am Flughafen. Nicht immer sind solche Versicherungen sinnvoll oder notwendig, wenn du entsprechend vorsichtig bist. Doch bei sehr teuren Gegenständen sind sie zumindest für die Urlaubszeit durchaus zu empfehlen und bewahren dich zugleich vor übermäßigen Sorgen.

Tipp 6: Im Notfall schnell und richtig reagieren

Wenn du all diese Tipps berücksichtigst, hast du nur ein geringes Risiko, dass du Opfer eines Diebstahls oder (Kredit-) Kartenmissbrauchs wirst – und selbst wenn, so hält sich der Schaden im Zaum. Dennoch ist es wichtig, dass du im Verlustfall schnell sowie richtig reagierst. So kannst du Folgeschäden vermeiden und eventuelle Versicherungsansprüche geltend machen. Solltest du also bemerken, dass dir etwas geklaut wurde, gehst du am besten wie folgt vor:

  • Handelt es sich um eine Kredit- oder andere Bankkarte, musst du diese schnellstmöglich sperren lassen.
  • Dasselbe gilt für ein Handy oder andere Geräte, die „missbraucht“ werden könnten – zum Beispiel ein Surfstick.
  • Übrigens kannst du bei deinem Handy nicht nur die SIM-Karte sperren, sondern viele Geräte lassen sich ebenfalls noch aus der Ferne sperren, sofern es mit dem Mobilfunknetz verbunden ist.
  • Anschließend folgt in jedem Fall der Gang zur Polizei. Denn nur, wenn du den Diebstahl anzeigst, kannst du ihn anschließend auch bei den Versicherungen, Banken & Co geltend machen.
  • Weiterhin nimmt die Polizei eine „Kuno-Sperrung“ vor, falls deine Bankkarte geklaut wurde.
  • Handelt es sich hingegen um wichtige Dokumente wie deinen Reisepass, musst du Ersatzdokumente beantragen. In diesem Fall wäre die Deutsche Botschaft die richtige Anlaufstelle.

Zuletzt kannst du schließlich die Versicherungen informieren, wenn du eine Police hast, die nun greift. Wie schnell das geschehen muss, kannst du in den Vertragsbedingungen nachlesen. Häufig hast du dafür noch Zeit bis nach deiner Rückkehr.
Alles, was du also nicht dringend vor Ort erledigen musst, kannst du anschließend in Ruhe zu Hause erledigen. Zudem solltest du „analysieren“, wie es zu dem Diebstahl kam, um einen ähnlichen Vorfall in Zukunft zu verhindern.

Tipp 7: Vorsichtig sein – aber nicht ängstlich

Der letzte Tipp lautet: Im Ausland solltest du immer vorsichtig sein, vor allem, wenn du Wertsachen bei dir hast. Stell niemals einfach deine Tasche unter den Esstisch, weil du denkst, du hättest sie im Blick. Trag niemals den Rucksack unachtsam durch eine Menschenmenge am Bahnhof. Vertraue niemals irgendeinem Fremden, der dich scheinbar grundlos in ein Gespräch verwickelt. Denn genau diese Situationen führen häufig zu Diebstählen. Vorsicht ist besser als Nachsicht, sagt man so schön. Das solltest du dir auch zu Herzen nehmen. Dennoch gibt es keinen Grund, übervorsichtig oder sogar ängstlich zu sein – denn damit verdirbst du dir nur den Spaß an der Reise. Es gilt also, das richtige Maß zu finden, denn dank deiner getroffenen Vorkehrungen anhand der genannten Tipps kannst du trotzdem gelassen bleiben!

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