Reisebericht: 3 Tage Porto und Umgebung

Reisebericht: 3 Tage Porto und Umgebung

Mit Ryanair ging es von Köln Bonn nach Porto, wo wir gegen Abend angekommen sind. Die Flüge von und nach Oporto (Im Deutschen wird die Stadt selten auch Oporto genannt. Das vorgestellte O ist der männliche bestimmte Artikel der portugiesischen Sprache. O Porto bedeutet also „Der Hafen“) von Köln Bonn gehen immer montags, mittwochs, freitags und sonntags. Gesamt haben wir jeweils 90€ pro Person gezahlt, bucht man jedoch früher kann man die Flüge jeweils ab 30€ bekommen.

Der Flughafen befindet sich ca. 15km außerhalb von Porto und ist an das Metronetz angebunden. Die Linie E fährt direkt in die Stadt.

Unterkunft

Wir hatten uns bei Booking.com ein 4er Zimmer im „Purple House“ reserviert. 10€ pro Nacht pro Person, zwei Hochbetten, riesiges Wohnzimmer, zwei Badezimmer, große Küche und alles super sauber. Das Haus hat drei Stockwerke, unser Zimmer befand sich zwar direkt neben der Eingangstür, das hat jedoch nicht gestört. WLAN hat ebenfalls sehr gut funktioniert. Lage zentral.

Tag 1: Exploring Oporto die erste!

In der App „Maps.me“ noch schnell die Offlinekarte heruntergeladen und los ging es in die City. Auf dem Weg haben wir den perfekten Platz zum Frühstücken gefunden: die Bäckerei „Low-Cost.Come Porto Aliados“ (Straße General Humberto Delgado). Dort bekommt man die berühmten Puddingteilchen (Pastel de Nata) für nur 50ct, belegte Brötchen (es gab sogar welche mit Körnern), super leckeren Kaffee für 1,50€ und allerhand andere leckere Dinge. Da geht einem doch das Studentenherz auf 😀 Zudem gibt es ausreichend Sitzmöglichkeiten sowohl drinnen als auch draußen … perfekter Start in den Tag! Gut gestärkt ging es weiter ins Zentrum.

Zugegebener Maßen hatte ich mich vorher nicht besonders ausgiebig mit Portugal bzw. der Stadt Porto beschäftigt und deswegen keine Ahnung was mich erwartet – umso überraschter war ich. Die Stadt hat eine ganz spezielle Atmosphäre: enge verwinkelte Gassen, die mit Azulejos (bunt bemalte Wandkacheln) verzierten Häuser, größtenteils sehr heruntergekommen und mit so manchen schiefen Fensterläden …ich wurde schnell in den Bann gezogen.

Ersten Stopp war die Fassade des Restaurants „Steak’n -Shake“, welche von einem ziemlich ausgefallenen Mosaik geschmückt wird. Vorbei an der berühmten Bücherei „Livreria Lello„, wo J.K. Rolling einige Kapitel der ersten Bücher von Harry Potter geschrieben hat. Die Schlange war allerdings noch länger als wir erwartet hatten, weswegen wir uns gegen einen Besuch entschieden haben. Nun wollten wir den höchsten Turm Portugals „Torre dos Clérigos (Turm der Geistlichen)“ besuchen, von welchem man einen tollen Blick auf die Stadt hat. Der barocke Glockenturm kann über 225 Stufen erklommen werden, Eintritt 4€, abends 5€. Wir waren leider nicht die einzigen, die dies vor hatten – für diesen Tag waren keine Tickets mehr verfügbar. Aber keine Sorge, es gibt genug Aussichtspunkte in der Stadt, wie z.B. der „Miradouro da Vitoria“, welcher sich ganz in der Nähe befindet.

Nachdem wir dort ausreichend Fotos geschossen hatten, ging es weiter zum Börsenpalast „Palacio de la Bolsa“, welcher zu den wichtigsten historischen Bauwerken in der Stadt zählt und 1830 erbaut wurde, um Investoren in die Stadt zu locken. Eintritt ist nur im Zuge einer Führung (werden auf zahlreichen Sprachen angeboten) möglich, kostet 4€ für Studenten. Ein Besuch ist meiner Meinung nach ein Muss in Porto, das Gebäude – besonders die die “Halle der Nationen” und der “Arabische Saal” – sind sehr beeindruckend und prunkvoll. Bei einem kleinen Imbiss haben wir uns einen Snack geholt und dann bot sich die Wiese direkt vor dem Palast perfekt für eine kleine Siesta an.

Palacio de la Bolsa

Nächster Stopp war die Kathedrale Sé, die man ebenfalls nicht versäumen darf und deren Vorplatz einen tollen Ausblick bietet. Dort hat uns ein Gitarrenspieler mit seinem Gesang in seinen Bann gezogen, weswegen wir dort leider mehr als eine Stunde verbracht haben – gibt schlimmeres. Von dort sind wir hinunter zur Ribeira, dem ältesten Viertel der Stadt, welches schon seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Antike Häuser, enge gepflasterte Straßen, malerische Ecken, schöne Terrassen sowie viele Restaurants, Cafés und Bars prägen dieses Viertel.

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es zur „Ponte Luís I“, dem touristischen Wahrzeichen Portos. Bei ihrem Anblick musste ich direkt an den Eiffelturm denken – kein Wunder, denn der Architekt dieser beeindruckenden Stahlbrücke war ein Schüler des berühmten Gustave Eiffel. Auf der anderen Seite des Dourus, oberhalb der Brücke – man kann die Brücke auf zwei Ebenen überqueren – haben wir es uns bei einer Bar auf einer Mauer gemütlich gemacht und den Sonnenuntergang geschaut. Das Sahnehäubchen war das kühle „Super Bock“ Bier, was wir uns zuvor in einem kleinen Kiosk besorgt hatten – kann man sehr gut trinken, und allein der Name sagt ja schon alles 😀 Dinner gab es anschließend auf Empfehlung eines Freundes im „Restaurante Palmeira”, ganz typisch portugiesisch; Francesinha. Dies ist ein Sandwich umgeben von viel Sauce, die meist auch Bier enthält. Es gibt viele verschiedene Varianten mit Fisch, Shrimps und anderem, die typische ist jedoch mit Schinken-Käse.

Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang haben wir uns auf dem Rückweg zum Hostel bei McDonalds noch ein Eis geholt. Klingt langweilig? Nein, denn der McDonalds an der Alindos Avenue gilt als der schönste auf der ganzen Welt. In dem Gebäude befand sich bis 1995 das Café Imperial. Schon die Eingangstür mit dem riesigen Adler ist beeindrucken, im Inneren geht es weiter mit Kronleuchtern, prachtvollen Decken usw. … da schmeckt das McSundae doch gleich besser 😀  Nicht umsonst heißt dieser McDonalds Imperial.

Tag 2

Nach einem erneuten Frühstück in unserer Lowcost-Bäckerei war unser erstes Ziel die „Igreja Capela Das Almas“, deren Fassade mit blau weißen Azulejos (bemalte Wandkacheln) geschmückt ist. Auf dem „Mercado do Bolhao” haben wir uns eine Runde mit Souvenirs eingedeckt und weiter ging es Hauptbahnhof der Stadt der „Estación de San Bento“. Er wurde 1916 gebaut und verdankt seinen Namen dem Gelände, auf dem sich vorher das Kloster Sao Bento der Ave-Marie befunden hat. Bekannt ist der Bahnhof für seine Eingangshalle, die von 20.000 Azulejos geziert wird, die verschiedene historische Schlachtszenen und geschichtliche Ereignisse aus dem 14. Jahrhundert zeigen. In der Straße direkt neben an haben wir uns bei „Cremosi“ erst mal ein leckeres Eis gegönnt.

Nun aber auf zu unserem wichtigsten Termin der Reise: die Portweinprobe. Dies gehört meiner Meinung nach zu einem Besuch in Oporto wie das Bier zum Oktoberfest. Alle Weinproduzenten befinden sich in Vila Nova de Gaia, so heißt die Stadt am südlichen Ufer des Douro Flusses. Man hat definitiv die Qual der Wahl. Mein Kumpel hatte sich zum Glück vorher im Internet in zahlreichen Foren schlau gemacht, wo man am meisten für sein Geld bekommt und uns auch direkt für eine Führung mit Verkostung angemeldet: bei Grahams!

Nach einem ausgiebigen Spaziergang sind wir angekommen und hatten die Wahl zwischen verschiedenen Paketen, wir entschieden uns für die Führung mit Verkostung von drei verschiedenen Portweinen für 12€. Nach einem kleinen Einführungsfilm ging es auch schon auf in den Weinkeller. Unser Guide war super sympathisch, hat alles über die Geschichte des Portweines, die Produktion der drei Verschiedenen Weine (old) tawny, ruby und vintage interessant erklärt und wir haben sehr viel gelernt. Die Verkostung am Ende war natürlich das Highlight, kann man um 15 Uhr auf leeren Magen mal machen 😀 Grahams ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen, die 12€ haben sich mehr als gelohnt und da das Anwesen etwas außerhalb liegt hat man eine super tolle Aussicht auf die Stadt. Hungrig ging es zum Restaurant „Vicios de Mesa”, ebenfalls einer Empfehlung eines Bekannten. Dies ist ein (fast) vegetarisches Restaurant und bietet einen Mix aus portugiesischen und italienischen Köstlichkeiten an, mit 5-10€ kommt man hier sehr gut aus.

Später haben wir in der etwas versteckt liegenden „Teteria Rota do Chá“ noch einen leckeren Tee getrunken. Das ist ein richtiger Geheimtipp. Sowohl drinnen als auch draußen im Garten kann man super schön sitzen und sich durch die unzähligen Sorten an Tees durchprobieren.

Tag 3

Früh am Morgen haben wir den Mietwagen am Flughafen abgeholt (reserviert über www.economycarrentals.com) und es ging zunächst nach Ovar zur „Igreja Paroquial de Válega“, ein richtiger Geheimtipp. Die Kirche hat eine wunderschöne Bemalung von außen sowie von innen, keine Touristen und davor befindet sich noch ein wunderschöner Friedhof. Nächstes Ziel war Costa Nova do Prado in Aveiro. Das war mit eines der Highlights der Reise. In diesem Dorf sind alle Häuser mit Holz verkleidet und bunt angestrichen – blau, gelb, rosa, grün, rot …keine Farbe, die man dort nicht findet. Perfekt für einen entspannten Spaziergang und da es sich nah am Meer befindet mussten wir natürlich Fisch essen! Es gibt dort viele Lokale, aber sie schienen alle etwas teuer. Im Snack Ría sind wir dann fündig geworden: Fisch, Reis, Salat, Pommes… mit drei Portionen zu 4. mit Getränken, jeder hat 6€ gezahlt! Mit einem leckeren Somersby Cider (auf jeden Fall probieren!!) haben wir es uns am Strand – Gafanha da Encarnação in den Dünen gemütlich gemacht … es hätte uns definitiv schlechter gehen können!

Von dort ging zurück in Richtung Porto durch das Tal des Duours. Dort wollten wir den Sonnenuntergang schauen – am liebsten bei einem schönen Aussichtspunkt. Gesagt, getan. Im Internet sind wir vorher nicht fündig geworden, also haben wir mal ganz old school auf der Straße einen Einheimischen angesprochen. Dieser kannte natürlich einen guten Spot und hat uns dann auf Portugiesisch-Spanisch mit Händen und Füßen den Weg erklärt. Und – man glaubt es kaum, nach einem kurvigen Weg sind wir pünktlich zum Sonnenuntergang am „Miradouro de San Leonardo de Galafura“ angekommen. Von dort hat man einfach eine traumhafte Sicht auf das Tal de Dourus. Gegen Nacht sind wir in Porto angekommen.

Tag 4

Morgens haben wir uns mit dem Auto noch das Casa da Música angeschaut und einen kleinen Spaziergang durch die Jardins do Palácio de Cristal gemacht, bis wir auch schon los zum Flughafen mussten. Byebye Porto. Die Rückgabe des Autos verlief ohne Probleme, von der Station fährt ein gratis Shuttle zum Eingang des Flughafens. Noch einen letzten – viel zu teuren- Pastel de Nata gegönnt und auf ging es zurück nach Deutschland.

Fazit

Porto ist auf jeden Fall eine Stadt, die perfekt für einen Kurztrip gemacht ist. Man kommt gut zu Fuß von A nach B, es gibt zahlreiche schöne Ecken und Enden, viele Straßenartisten zur Unterhaltung, viel Gutes und auch preiswertes Essen und man kommt sehr günstig hin. Zudem bietet es sich auch perfekt für einen längeren Trip an. Hätte wir mehr Zeit gehabt wären wir wahrscheinlich über Coimbra (die Stadt mit einer der ältesten Universitäten der Welt) nach Lissabon gefahren und hätten dort noch drei Tage verbracht. Daumen hoch für Porto!

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