Reisebericht Sevilla, Playa und Pueblos Blancos – Abenteuer Andalusien

Reisebericht Sevilla, Playa und Pueblos Blancos – Abenteuer Andalusien

Ein bisschen Sonne, Siesta, Tapas und Flamenco … das klang auf jeden Fall besser als das trübe Wetter in Deutschland. Nach einigen Gesprächen mit Freunden, die bereits in Andalusien gewesen sind entschieden wir uns für Sevilla. Im Sommer wird es dort bis zu 50 Grad warm, im Frühling dementsprechend die angenehmste Reisezeit.

Die Anreise

Die Anreise gestaltete sich dann jedoch schwieriger, als gedacht. Direktflüge gibt es wenige und wenn, dann nur überdurchschnittlich teuer. Es gibt drei bzw. vier Optionen:

  • Direktflug von Eindhoven in Holland nach Sevilla (fliegt allerdings nur Freitagabend hin und dienstags zurück). Vom Flughafen in Sevilla fährt alle 30 Minuten ein Shuttle in die Stadt, kostet 4€ (6€ Hin- und Zurück).
  • Direktflug von Köln nach Málaga (z.B. mit Ryanair, AirBerlin …) und von dort mit dem Zug 2,5 Stunden nach Sevilla (Preis ca. 25€) oder mit BlablaCar (ca. ab 12€).
  • Direktflug von Düsseldorf nach Jerez de la Frontera (z.B. mit TuiFly, Eurowings, …) von dort mit dem Mietwagen oder dem Zug (11€) eine Stunde nach Sevilla
  • Flug mit Zwischenstopp z.B. in Barcelona o Madrid

Da wir sowieso geplant hatten uns ein Auto zu mieten, um flexibler zu sein, entschieden wir uns für die Option 3.

Der Mietwagen

Online unter billigermietwagen.de hatten wir uns vorher ein Auto reserviert. Für einen nagelneuen Seat Leon haben wir bei Avis 70€ für vier Tage mit Vollkasko Versicherung gezahlt. Allein für unsere Zugtickets hin und zurück nach Jerez hätten wir 44€ gezahlt, demensprechend hat sich das mehr als gelohnt. Zudem sollte man bedenken, dass die Züge von Jerez (vor allem am Wochenende) nicht alle Stunde fahren. Die Abwicklung bei Avis am Flughafen verlief super und ohne Probleme, ruck zuck saßen wir im Auto und es konnte losgehen – vamos a Sevilla! Wie vor jeder Reise hatte ich mir in Deutschland bereits die Offlinekarte von Andalusien über der App „Maps.me“ heruntergeladen. Diese App funktionier mit GPS, so kann man einfach und ohne Daten im Ausland zu verbrauchen sicher von A nach B gelangen – für mich ein Muss auf jeder Reise!

Die Unterkunft

Nach einer Stunde Fahrt sind wir auch schon in unserem Airbnb „Private Bathroom in Big Room“ angekommen. Für 20€ pro Nacht: super modern eingerichtet, sehr sauber, eigenes Badezimmer, gut ausgestattete Küche, der Host Miguel außerordentlich hilfsbereit … da konnten wir nicht meckern!

Über Sevilla

Von A nach B

Theoretisch kann man in Sevilla alles laufen, man ist also nicht wie z.B. in New York auf öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen.

Je nachdem, wohin man möchte bzw. wo man wohnt gibt es zwei Optionen:

  • Bus, Straßen –oder U-Bahn: das öffentliche Verkehrsnetz ist zumindest seit der Expo in 1992 sehr gut. Sehr zu empfehlen ist es sich eine „grüne Karte“ zu kaufen. Diese kann man in jedem Tabakshop und Kiosk für 1,50€ erwerben und mit einem beliebigen Betrag aufladen. Dies lohnt sich auf jeden Fall, denn kauft man sich z.B. ein Busticket direkt beim Fahrer kostet es 1,40€, mit der Karte nur 0,80€.
  • Für diejenigen, die etwas sportlicher unterwegs sein wollen: Sevici. Für 13,33€ kann man sich ein Ticket für eine Woche holen und beliebig viel mit den Sevici-Fahrrädern umherfahren. Die Stationen befinden sich in der ganzen Stadt und die ersten 30 Minuten Nutzung sind kostenlos. Zudem kann man sich die Sevici-App herunterladen, auf der man immer schauen kann, wo sich die nächste Station befindet und ob dort Platz zum Abstellen ist bzw. Fahrräder zum Ausleihen zur Verfügung stehen. In der ganzen Stadt sind Fahrradwege, die auch gut markiert sind!

Die Stadt

Plaza de España

Unser Airbnb lag im Norden der Stadt, Nähe der Alameda de Hercules, einem riesigen Platz mit zahlreichen Cafés, Restaurants und Bars. Von dort gelangt man über den Plaza de Campana zur Haupteinkaufsstraße „Calle Serpies“.

Achtung, wichtige Infos für alle Frauen: Sevilla ist die Stadt mit der Höchsten Dichte an Schuhläden in ganz Europa! Also auf jeden Fall ein Bisschen Platz im Koffer lassen ?

Angekommen am Plaza Nueva, direkt am Rathaus von Sevilla, ging es hinauf die Avendia de la Constitucion! Eine traumhafte Straße mit wunderschönen Häusern, eins schöner als das andere. Und Straßenkünstler, wohin das Auge sieht.

Auf Raten unseres Airbnb Hosts haben wir uns für 18 Uhr für die „Sunsetbiketour“ Fahrradtour angemeldet. 19€ für Studenten, knapp drei Stunden geführt von einem Guide mit dem Bike durch Sevilla. In einer kleinen Gruppe ging es mit den Fahrrädern los zur Isla Cartuja, wo 1992 die Expo stattgefunden hat. Weiter zum Kloster „Santa María de las Cuevas “, welches seit heute das Centro Andaluz de Arte Contemporáneo (CAAC) ist und dementsprechend einige spannende Kunstwerke bietet. Vorbei an der Alameda, den „Setas“, ab ins Zentrum zum Rathaus, Royal Palace und Kathedrale, Abstecher ins Barrio Santa Cruz und zum Schluß zum Plaza de España. Wow. Wir haben super viele Insider-Tipps bekommen und reichlich über die Geschichte Sevillas, die Semana Santa und Feria de Abril, die Sevillianer und die Orangenbäume (welche nämlich gar keine sind!) gelernt. Der Plaza de España war definitiv mein Highlight des Tages. Unser Guide hat nicht gelogen als er meinte : „prepare your heads For something really beautiful“. Weder mit Worten noch mit Fotos kann man diese Schönheit beschreiben. Mir haben echt die Worte gefehlt – ihr könnt meine Freunde und Familie fragen: das passiert wirklich nicht oft haha.

Sobald wir die Tour gegen 21 Uhr beendet hatten, ging es auf Empfehlung des Guides in das Restaurant „Los Coloniales“ direkt bei der Kathedrale. Günstig, authentisch und richtig lecker! Super schneller Service, Tapas für 2€ und große Portionen. Besonders zu empfehlen das „Pollo con Salsa almendra“ (Hähnchen mit Mandelsauce) und Solomillo de Whisky (Rippchen mit Whiskysauce). Mit 14€ inklusive Getränken waren wir pappsatt. Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang haben wir in der Manhattan River Bar (Muelle de Nueva York), welche direkt am Fluss liegt noch eine Shisha geraucht.

Gefrühstückt haben wir am nächsten Morgen in der „La Cacharreria“. Dort gibt es alles, was das Herz begehrt: Bagels, Müsli, selbstgemachtes Brot mit allerlei Aufschnitt, Milchreis, Kuchen, Salate, Waffeln, Pancakes, super Smoothies und leckerer Kaffee. Das Lokal ist leider super klein und beliebt, deswegen am besten nicht in Eile kommen!

Gut gestärkt ging es auf zur Kathedrale, wo wir um 11 Uhr die Free Walkingtour von Panchotours machen wollten. Zwar hatten wir gestern schon die Führung aber da diese quasi gratis ist, dachten wir vielleicht kann man noch den ein oder anderen Tipp erhaschen. Die Touren sind jeden Tag um 11 Uhr auf Englisch oder Spanisch, dauern ca. zwei Stunden mit einer Pause im Café.

Bei Milk Away haben wir uns mittags einen gesunden Snack gegönnt. Dort gibt es Smoothies, Acaibowls, Salate, Sandwiches und auch warme Gerichte wie z.B. Currys. Liegt zwischen Kathedrale und Rathaus. Für 15 Uhr hatten wir uns am Abend zuvor online ein Ticket für den Royal Palace reserviert (Tipp von unserem Fahrradguide gestern). So vermeidet man das lange Warten in der Schlange und kann einen separaten Eingang nutzen. Kostet 1€ mehr aber lohnt sich auf jeden Fall. (Studenten 2,50€, Erwachsene 9€). Der Alcazaba ist meiner Meinung nach ein Muss, wenn man in Sevilla ist. Atemberaubende Architektur im Mudejastil, die weltweit einzigartige Kunstrichtung die als Symbol für das Miteinander der Völker steht, den sie verbindet das Beste der arabischen und der christlichen Tradition. Durch das Barrio Santa Cruz sind wir zu den „Setas“ (Pilze) geschlendert. Mit seinem Ausmaß von 150m x 70m, 26m gilt sie als die größte Holzkonstruktion der Welt. Sie wurde von einem deutschen Architekten konstruiert und im Jahre 2011 eingeweiht. Der eigentliche Name lautet Metropol Parasol, steht man unter ihr, sieht es aus wie Pilze, daher der Spitzname. Der Spaß kostet 4€ Eintritt, mit dem Aufzug geht es nach oben und von dort hat man wirklich eine atemberaubende Aussicht auf Sevilla. Und das Tüpfelchen auf den I: mit dem Ticket kann man sich an der Bar noch ein gratis Getränk genehmigen.

Da man sich ja im Urlaub ein bisschen an die anderen Kulturen anpassen soll, haben wir danach erst mal eine schöne Runde Siesta gemacht. Abendessen gab es bei „Duo Tapas“: moderne ausgefallene Tapas, super lecker.

Tagesausflüge nach Ronda und Setenil de las Bodegas

Setenil de las Bodegas

Nach einem schnellen Frühstück haben wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Ronda, einer Stadt ca. 1,5 Stunden entfernt von Sevilla, gemacht. Eine super schöne Stadt, die auf einem beeindruckenden Felsplateau thront und berühmt für ihre Lage an der spektakulären Schlucht und ihre Hauptattraktion die „Puente (Brücke) Nuevo“ ist, welche die Altstadt mit der Neustadt verbindet. Außerdem ist sie die Geburtsstadt des Stierkampfes, denn hier wurde 1785 die erste und größte Stierkampfarena Spaniens eröffnet. Nachdem wir einen schönen Rundgang hinunter bis zur „Puente Viejo“ und „Puente Arabe“ gemacht haben, ging es wieder hinauf durch die wunderschönen „Jardines de Chefchauen“. Mittags haben wir super lecker in dem Restaurant „Toro Tapas“ Tapas gegessen (1,50€ für Tapas, super lecker). Danach ging es mit dem Auto weiter in Richtung Setenil de las Bodegas (ca. 30min), eines der berühmten „Pueblos Blancos“ von Andalusien. Der Name leitet sich vom lateinischen „septem nihil“ ab, was so viel bedeutet, wie „sieben Mal nichts“. Die katholischen Könige versuchten damals die unter maurischer Herrschaft stehenden Stadt, zurück zu erobern, jedoch gelang ihnen dies erst 1485 im siebten Versuch. Setenil ist mit seinen 3000 Einwohnern recht klein aber dennoch einen Besuch wert. Die überhängenden Felsen, die einst durch den Fluss Guadalporcún entstanden sind, dienen als Rückwände und Dächer der Häuser. Diese Konstruktion wird „abrigo“ genannt, was so viel bedeutet wie Mantel. Zudem kann man die alte Stadtmauer und den Turm aus der maurischen Zeit besichtigen. Die zwei Hauptstraßen heißen „Cueva del Sol (Sonne)“ und „Cueva del Sombra (Schatten)”, denn in die eine gelangt nie Sonne, hin die andere hingegen doch.

Zurück in Sevilla haben wir in dem Restaurant „Art y Sabor“ direkt bei der Alameda de Hercules mal wieder außerordentlich lecker zu Abend gegessen. Dieses Restaurant ist sehr Vegetarier und Veganer freundlich aber bietet auch andere Speisen an. Alles sehr lecker, gesund und günstig. Zudem sitzt man draußen sehr schön – die perfekte Stalkerposition!

Siesta gemacht, Tapas gegessen, ein Pueblo Blanco besucht, Tinto de Verano getrunken … aber zu einem richtigen Urlaub in Andalusien gehört natürlich auch der Flamenco, eine Show konnten wir uns demnach nicht entgehen lassen. Lust dafür 10-20€ auszugeben hatten wir nicht, deswegen sind wir auch hier einem Geheimtipp unseres Fahrradguides gefolgt: „La Carboneria“ (Calle Céspedes 21A), dort tritt jeden Tag ab 20.30 bis 24.00 Uhr jede halbe Stunde ein Flamencotänzer/in auf. Der Eintritt ist kostenlos, man bezahlt nur, was man verzehrt. Der Ort ist ein bisschen versteckt aber ein absoluter Geheimtipp und war eine tolle Erfahrung und das Beste – man selber entscheidet ob man 1,2,3,4 Auftritte sehen möchte, oder vielleicht auch bis Mitternacht bleibt.

Cadiz

Die letzten Sachen zurück in den Koffer, und auf gings in Richtung Cadiz, wo wir bereits nach 1,5 Stunden Fahrt angekommen sind. Das Auto haben wir in der Avenida Astilleros geparkt, diese befindet sich direkt am Hafen und es gibt dort zahlreiche kostenlose Parkplätze. In dem sehr gemütlich eingerichteten Café „La Vaca Atada“ haben wir gefrühstückt und anschließend einen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Nachdem wir noch ein Stündchen am Strand die Seele baumeln haben lassen, haben wir auf der Dachterrasse des Hotels „El Catedral“ unsere Kaffeepause eingelegt. Das Hotel befindet sich – oh Wunder- direkt gegenüber der Kathedrale und aus meinen Blogrecherchen wusste ich, dass es dort auch eine Dachterrasse gibt. Unten an der Bar haben wir bestellt, mit dem Aufzug ging es nach oben – und wir waren positiv überrascht – könnte an dem kleinen Infinitypool gelegen haben, wo ich direkt meine Füße eine Runde abgekühlt habe. Danach ging es auf mit dem Auto nach Jerez, denn abends ging bereits unser Flieger nach Düsseldorf… Hallo Deutschland, hallo Alltag, hallo Kälte … Andalucia: nos vemos pronto!

Fazit

Andalusien hat uns sehr beeindruckt, um die ganzen „Pueblos Blancos“ zu entdecken ist es auf jeden Fall ratsam, sich ein Mietauto zu reservieren. Andalusien –  wir kommen wieder, ganz bestimmt!

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  2 Kommentare

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  1. Heidi sagt:

    Euer Reisebericht klingt gut und ausführlich, kann ich nur bestätigen.Noch ein Tipp für Sevilla.In dem Kaufhaus Corte Igles gibt es eine Café mit einem Ausblick über die ganze Stadt. Wünsche allen die sich auf die Reise nach Sevilla machen viel Spaß. Sevilla ist nicht nur eine Stadt sondern ein Lebensgefühl.

    1. Kolja sagt:

      Hallo Heidi, vielen Dank für deinen Tipp!

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