Reisebericht Tokio: Tradition trifft auf Moderne

Reisebericht Tokio: Tradition trifft auf Moderne

Ein Reisebericht von unserer Leserin Lisa

Tokio – die Metropole in Japan schlechthin. Eine Stadt der Gegensätze, die einen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen lassen. Nicht nur die völlig andere Sprache, sondern auch die ganz anderen Dimensionen haben mich in den ersten Tagen meines zweiwöchigen Städtetrips in Tokio ein wenig überwältigt. Hinzu kam die hohe Luftfeuchtigkeit kombiniert mit einer drückenden Hitze im Sommermonat August.

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Dies tat dem Entdeckerdrang jedoch keinen Abbruch. Denn in Tokio und umzu gibt es so viel zu erkunden, wie in fast keiner anderen Stadt. Dafür würde ich jederzeit wieder den 16-stündigen Flug von Hamburg über Dubai in Kauf nehmen. Empfehlen würde ich allerdings, den Flug sowie Unterkunft einige Monate im Voraus zu planen und buchen, da der Andrang (berechtigterweise) groß ist. Nun aber viel Spaß beim Lesen meines Reiseberichts über Tokio.

Wir hatten ein kleines, typisch japanisches Haus über Airbnb gebucht. Stühle zum Sitzen waren für die folgenden zwei Wochen vergessen, denn gesessen und gegessen wird traditioneller Weise auf dem Fußboden. Die Musik spielende Toilette hingegen war für mich allerdings so hochmodern, dass ich gar nicht wusste, welchen Knopf ich drücken sollte. Dass der Toilettensitz beheizt war, versteht sich von selbst. Ein klassisches Futonbett durfte natürlich auch nicht fehlen, genauso wie die aus Papier und Bambus bestehenden Zwischenwände.

 

 

Von hier aus ging die Erkundungstour also los. Doch wo fängt man eigentlich an? Eine gute Frage, auf die ich keine gute Antwort habe. Was ich jedoch sagen kann, ist, dass man sich nicht zu viel auf einmal vornehmen sollte. Denn das viele Laufen und U-Bahn fahren, kann ganz schön schlauchen. Daher würde ich empfehlen, sich pro Tag einen bestimmten Stadtteil oder ein Gebiet auszusuchen, um hier die Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Museen in der Umgebung zu erkunden.

Ansonsten kann man nämlich auch gut und gerne mal über eine Stunde in den öffentlichen Verkehrsmitteln sitzen, um von der einen, auf die andere Seite der Stadt zu gelangen. Und das Öffi-System ist wirklich ein eigenes für sich. Menschenmassen und Warteschlangen sollte man jedenfalls mit einkalkulieren, zumindest in der Rushhour. Überraschenderweise gibt es in Tokio jedoch so gut wie keine Verspätungen und dass trotz des wahnsinnig hohen Aufkommens.

Hat man es aus der Bahn geschafft, so findet man sich entweder inmitten von Wolkenkratzern oder direkt vor einem Tempel wieder. Oder sogar beides gleichzeitig. Dies ist der Fall im Stadtteil Asakusa. Denn hier findet ihr den ältesten und wichtigsten buddhistischen Tempel in ganz Tokio: Sensō-ji. Gleich daneben befindet sich die dazugehörige Pagode mit fünf Stockwerken.

 

 

Hinter den beiden Gebäuden findet man eine Einkaufs-, Souvenir- und Essensmeile, die zum Schlendern einlädt. Wer schon immer mal einen Fächer, einen Kimono, Essstäbchen oder einen kitschigen Schlüsselanhänger kaufen wollte, ist hier genau richtig.

Es lohnt sich auf jeden Fall, durch die etwas abgelegeneren Gassen zu spazieren, denn hier stößt man auf verschiedenste Läden und allerlei (bekanntes) Unbekanntes. Ich habe mich zwischendurch zum Beispiel mit einem froschgrünen Häagen-Dasz Eis in der Sorte Matcha abgekühlt.

 

 

Inzwischen auch in Deutschland beliebt und an vielen Ecken in Tokio zu finden, sind die japanischen Reiskuchen Mochi. Manchmal sind sie gefroren, manchmal gefärbt, manchmal gefüllt. Der Geschmack ist vorzüglich, die Konsistenz jedenfalls ist sehr, sagen wir mal…interessant.

Shibuya – wo sich die Wege kreuzen

Von abgelegeneren Straßen kann man in Shibuya hingegen nicht sprechen und dieser Tipp darf natürlich in keinem Reisebericht über Tokio fehlen. Denn hier befindet sich die weltberühmte Shibuya Kreuzung, auf der die Menschen die Straße nicht nur von rechts nach links überqueren und umgekehrt, sondern auch diagonal. Ganze 36 Meter muss man in diesem Fall laufen. Untermalt wird die spektakuläre Kulisse von allerlei Stimmengewirr, japanischer Popmusik und riesigen Werbeanzeigen auf den hochragenden Gebäuden im Hintergrund. Einfach faszinierend, ich sag’s euch.

 

 

Wie man auf den Fotos sieht, ist es nicht ungewöhnlich, dass viele Menschen bei der prallen Sonne einen Regenschirm bei sich haben. Um der Hitze ein wenig zu entkommen, kann man sich auch gut und gerne in eines der umliegenden Einkaufszentren flüchten. Dort habe ich ein wenig verweilt, um mich durch die angenehme Klimaanlage abzukühlen. Musste dabei allerdings feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, als Europäer in Japan Kleidung shoppen zu gehen. Die Kleider- und Schuhgrößen entsprechen hier einfach einer anderen Norm.

Weiter ging es also – an der Hachiko Statue vorbei, die an den treuen Akita Hachiko erinnern soll. Der Hund soll jeden Tag am Shibuya Bahnhof auf seinen Besitzer gewartet haben, welcher jedoch seit mehreren Jahren verstorben war. Weiter zur Takeshita-Dori, einer der bekanntesten Straßen Tokios. Hier findet man Oreo-Matcha-Crêpes, viel zu teure Eiskugeln in Schweinchenform, bunten Schmuck, noch mehr Süßigkeiten und jeden Menge ausgefallene Mode oder Kostüme, so wie man’s nimmt. Ein Besuch ist nichtsdestotrotz lohnenswert, da Ecken wie diese, einfach enorm die wirklich spannende moderne Kultur von Japan widerspiegeln.

 

Takeshita-Dori

 

Kulinarisches Tokio – Mochi, Sushi, Ramen

Ihr habt es vielleicht schon mitbekommen, ich habe einen ziemlich süßen Zahn und liebe vor allem Eis. Neben Mochi Reiskuchen, Crêpes, zuckrigem Melonenbrot, kann ich auch die fluffigen Ricottapancakes von „A Happy Pancake“ empfehlen. Hier lohnt sich eine Reservierung, wenn man die lange Schlange in einem der Restaurants umgehen will.

Kommen wir aber zu den herzhafteren Angelegenheiten, denn die fast 200 Sternerestaurants in Tokio haben natürlich ihre Daseinsberechtigung und sollten in keinem Tokio-Reisebericht fehlen. Frischer Fisch, Meeresfrüchte und Reis sind ein elementarer Teil der japanischen Küche. Sushi ist natürlich der Klassiker und an fast jeder Ecke zu finden. Kleiner Tipp für die Suche nach einem guten Sushi-Restaurant: Es lohnt sich, das Wort Sushi auf Japanisch zu übersetzen und dann erneut in der Suchleiste bzw. Kartenfunktion einzugeben, da hier deutlich mehr Restaurants angezeigt werden, die nicht nur von Touristen genutzt werden, sondern vor allem von den Locals.

 

 

Eine weitere Speise auf der Essens-To-Do-List ist zweifelsohne die Ramen Suppe, die traditionellerweise aus heißer Brühe, japanischen Weizennudeln und Fleisch besteht. In meinem Fall hatte ich eine vegetarische Variante, die mir mit allerlei Gemüse serviert wurde. Eine passende Kelle zum Schlürfen der Suppe durfte natürlich auch nicht fehlen.

Außerdem findet man in Tokio das für die Stadt typische Gericht Fukagawa Meshi, Reis mit gekochten Muscheln und Lauch. Dieses findet man beispielsweise bei einem Besuch auf dem Tsu-kiji Fischmarkt im Chūō Stadtbezirk.

 

Tagesausflüge nach Kamakura und Mt. Fuji

Wer ein bisschen aus der Stadt herauskommen möchte, der kann innerhalb einer Stunde für wenig Geld mit dem Zug in Kamakura sein. Ich fand die Fahrt deutlich angenehmer, als in der U-Bahn in Downtown Tokio. Mit deutlich weniger Menschen an Board und einer leichten Brise durch halb geöffnete Fenster, konnten wir uns bereits einen Eindruck verschaffen, wie es sich wohl außerhalb von Tokio anfühlen würde.

 

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Als wir nach einem kleinen Spaziergang durch den süßen Ort Kamakura dann tatsächlich am Strand stand, konnte ich es irgendwie nicht so wirklich glauben. Ich hatte Tokio nie mit einem Strandurlaub in Verbindung gebracht. Vielleicht auch aus gutem Grund. Denn als ich meine Füße ins Wasser hielt, wurde ich bitter enttäuscht. Statt einer Abkühlung, erwartete mich lediglich ein pipiwarmer Ozean. Kein Wunder also, dass fast niemand im Wasser war. Am Strand selbst lagen einige (vollständig bekleidete, Sonnenschutz wird hier groß geschrieben) Einheimische und einige Europäer. So wie es sein sollte, hörte ich unweit sogar kurzerhand deutsche Stimmen.

 

 

Da wir nicht wirklich auf Badebekleidung eingestellt waren, setzten wir uns in eine Beach-Bar, bestellten uns Edamame und genossen die schöne Aussicht. Auf dem Rückweg fanden wir dann noch zufällig den buddhistischen Tempel Kōtoku-in, in welchem der Big Buddha zu finden ist. Die fast 14 Meter hohe Figur ist wahnsinnig beeindruckend und kann sogar gegen einen kleinen Aufpreis (zusätzlich zu der Tempelgebühr) von innen besichtigt werden.

 

 

An einem anderen Tag machten wir einen Tagestrip, den wir zuvor online gebucht hatten. Es sollte zum berühmten Mount Fuji gehen. Zusammen in einer Reisegruppe mit vielen verschiedenen Nationalitäten, fuhren wir etwa zwei Stunden mit dem Bus in Richtung Fujiyoshida. Der erste Stopp wurde beim eindrucksvollen Arakurayama Sengen Park gemacht. Hier ging es viele, viele Treppen bergauf und wir wurden vom Arakurayama Sengen Schrein begrüßt.

 

 

Nur wenige Schritte später stand man auch schon vor der fünfstöckigen Chureito Pagode. Wäre es nicht so bewölkt gewesen, dann hätte man von hier aus wunderbar den Mt. Fuji im Hintergrund sehen können. Aber leider versteckte sich der spektakuläre Vulkan während des gesamten Ausflugs hinter den Wolken. Nichtsdestotrotz war es super schön und ich genoss auch den Aufenthalt beim danach folgenden Halt am Kawaguchi See.

 

Chureito Pagode

 

Wer ein bisschen spazieren geht, der findet eine Schaukel direkt am Wasser – dort kann man wirklich sagenhaft tolle Fotos machen. Als nächstes hielten wir am Oishipark und bewunderten Blumen verschiedenster Arten. Auch dort, wie kann man es auch anders vermuten, wurde ein Eis schnabuliert. Diesmal in der Geschmackssorte Lavendel. Also passend zum Blumengarten.

Beim letzten Stopp ging es zum Dorf Iyashi no Sato, welches am sogenannten Saiko See liegt. Das in ein Freilichtmuseum verwandelte Dorf beherbergt Ausstellungen, Cafés und Souvenirgeschäfte. Insgesamt können zwanzig einzelne Häuser betreten werden, die zu meiner Überraschung alle mit Strohdächern gedeckt waren. Damit hätte ich irgendwie eher an der Nordsee, als mitten auf dem Dorf in Japan gerechnet. Aber man lernt ja immer dazu. So neigte sich auch dieser Ausflug dem Ende zu und ich fiel, voller neuer Impressionen, glückselig in mein Futonbett.

 

 

Schlussendlich kann ich in diesem Reisebericht sagen, dass mich die Vielfalt Tokios positiv beeindruckt hat. Die Stadt hat noch so viel mehr als Hochhäuser zu bieten. Traditionen, Kultur, Kulinarik, Berge, Meer und Seen. Wer nach einem abwechslungsreichen Abenteuer in der asiatischen Ferne sucht, ist hier genau richtig. Die Frühlings- und Wintermonate wären auch spannend zu erleben, wenn die Kirschblüte in voller Pracht erstrahlt oder um sich im Winter auf die Skipiste zu schwingen.

 

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