Reisebericht Hamburg – Eine Reise in die Stadt der Fischköppe

Reisebericht Hamburg – Eine Reise in die Stadt der Fischköppe

Ein Reisebericht unserer Leserin Julia

In Hamburg sagt man „Moin!“

Hamburg, die nach Berlin zweitgrößte Stadt Deutschlands, ist bekannt für den Hafen, Musicals und die Reeperbahn. Aber Hamburg hat noch so einiges mehr zu bieten!

Das quirlige Stadtzentrum

Die meisten Reisenden erreichen Hamburg mit dem Zug. Der Hamburger Hauptbahnhof befindet sich im Zentrum der Stadt. Für eine erste Stärkung empfiehlt sich ein Gang zu „franz & friends“. Hier gibt es die wohl größte Auswahl an Franzbrötchen in Hamburg. Du fragst dich gerade, was „Franzbrötchen“ sind? Lass es mich kurz erklären: Plunder- oder Hefeteig gerollt zu einer Schnecke und gefüllt mit Zimt und Zucker. Klingt gut? Ist es auch! Die Auswahl bei „franz & friends“ geht aber weit über die übliche Zimt-und-Zucker-Füllung hinaus! Hier gibt es auch Varianten mit Schokolade, verschiedenen Früchten, Streuseln und und und… Für alle Süßmäulchen genau die richtige Stärkung, bevor es mit der Stadterkundung weitergeht!

 

 

Treffpunkt der Free Walking Tour „Free Tour of Hamburg“ mit „Sandeman“ ist am Rathaus. Free Walking Touren funktionieren auf Trinkgeld-Basis, sodass jeder Teilnehmende am Ende der Tour selbst entscheiden kann, wie viel ihm die Stadtführung wert war.

Die Tour führt drei Stunden lang kreuz und quer durch die Innenstadt und gibt somit einen tollen ersten Überblick über die Stadt. Neben der Vorstellung einiger Hamburger Sehenswürdigkeiten gibt es auch Informationen zur Geschichte der Stadt. Die Hanse, eine Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, prägt die Stadt und das Stadtbild bis heute. Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ seine Spuren. Unsere Stadtführung endet in der Hafencity. Von hier aus können wir schon Hamburgs neues Wahrzeichen, die Elbphilharmonie (in Hamburg liebevoll „Elphi“ genannt), sehen. Also nichts wie hin da!

 

Blick in die Hafencity und auf die Elbphilharmonie

 

Führungen durch das Konzerthaus sind meist lange im Voraus ausgebucht. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen will, sollte sich also frühzeitig um Tickets kümmern! Die Aussichtsplattform („Plaza“) ist allerdings kostenfrei zugänglich. Um den Besucheransturm in geregelte Bahnen zu lenken, werden dennoch Plaza-Tickets ausgegeben. Wer sicher gehen möchte, zur gewünschten Uhrzeit auf die Plaza gehen zu können, kann über die Homepage der Elbphilharmonie bis zu zwölf Wochen im Voraus ein Ticket reservieren. In der Nebensaison oder zu Nebenzeiten kann das Ticket aber auch direkt vor Ort abgeholt werden.

Nachdem wir uns einen Überblick über die Hafencity verschafft haben, erkunden wir sie auch noch einmal zu Fuß. In dem ehemaligen Hafengebiet entsteht seit einigen Jahren ein ganz neuer Stadtteil. Die moderne Architektur bildet einen starken Kontrast zur alten Speicherstadt, die wir auf dem Weg zurück in die Innenstadt ebenfalls durchlaufen. Die historischen Lagerhäuser gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und das nicht ohne Grund! Wer mag, kann hier außerdem das Miniaturwunderland besuchen.

 

 

Wem der Einblick in die Speicherstadt während der Stadtführung genügt hat, kann zum Fähranleger an der Elbphilharmonie gehen und mit dem normalen ÖPNV-Ticket die Fähre in Richtung Landungsbrücken nehmen. Zu Wasser sieht alles gleich noch mal anders aus!

Abends gibt es Abendessen in tollem Ambiente. Das „Neni“ im 25hours-Hotel in der Hafencity bietet Essen mit israelischen/orientalischen Einflüssen. Hinterher gibt es noch einen Schlummertrunk in der „The Boilerman Bar“ nebenan.

 

 

Das mondäne Hamburg

Den nächsten Tag lassen wir etwas entspannter angehen. Heute steht der Hamburger Stadtteil Eppendorf auf dem Plan. Zunächst frühstücken wir allerdings im tollen Café „moki’s goodies“. Hier gibt es mit Bowles, Porridge, Avocado-Brot und vielem mehr alles, was das Foodie-Herz begehrt! Die Preise sind zwar typisch hamburgisch (also teuer), aber Urlaub ist schließlich dazu da, sich auch mal etwas zu gönnen.

Los geht’s Richtung Eppendorf. An der Haltestelle „Kellinghusenstraße“ hüpfen wir aus der U-Bahn und starten mit der Erkundung dieses Stadtteils. Die von Prachtbauten gesäumten Straßenzüge laden zum Bummeln ein. Hin und wieder werfe ich einen Blick in die Schaufenster der vielen Boutiquen. Wir lassen uns in Richtung der Haltestelle „Eppendorfer Baum“ treiben. Direkt um die Ecke liegt das Restaurant „Tiefenthal“. Die Mittagskarte überzeugt uns, die Preise sind noch erschwinglich und so machen wir hier eine kleine Pause. Abends sitzt man im Restaurant oder auf der zugehörigen Terrasse vielleicht sogar neben einer aus Funk oder Fernsehen bekannten Person!

Wem der Sinn eher nach einem kleinen Snack steht, der folgt der Straße noch ein Stückchen weiter. Hier findet jeden Dienstag- und Freitagvormittag zwischen 8:30 und 14 Uhr der Isemarkt statt – einer der größten und schönsten Wochenmärkte Deutschlands. Angeboten werden Obst, Gemüse, Blumen und alles, was das Herz sonst noch begehrt.

Allen Schleckermäulern sei ein Besuch bei „Bonbon Pingel“ ans Herz gelegt. Familie Pingel macht seit über 100 Jahren Bonbons, seit 1949 stehen sie auf dem Isemarkt. Ich fühle mich auch ein wenig in frühere Zeiten zurück versetzt, beim Anblick der Kittel der Verkäufer im Wagen und des alten Verkaufswagens.

Der Isemarkt lässt sich übrigens auch bei dem für Hamburg typischen Schietwetter gut besuchen – die U-Bahn fährt in diesem Bereich oberirdisch, sodass die Brücke, über die sie fährt, einen Regenschutz bietet!

 

Auf dem Isemarkt gibt es Obst und Gemüse, Blumen, Kunsthandwerk und fast alles, was das Herz sonst noch begehrt

 

Für den nächsten Stopp geht es mit U- und S-Bahn einmal quer durch Hamburg. Blankenese gehört zu den Elbvororten und ist ein ruhiges Idyll. Fast überall im Stadtteil kann man die Elbe sehen. Dies ist sicherlich auch ein Grund dafür, dass Blankenese zu den reichsten und schönsten Stadtteilen Hamburgs gehört. Für einen Spaziergang durch die Straßen, und insbesondere durch das Treppenviertel, ist ein wenig Fitness und Durchhaltevermögen gefragt. Von wegen, in Hamburg gibt’s nur plattes Land!

Nach so viel frischer Luft wird es abends Zeit für eine ordentliche Stärkung. Zurück in Eppendorf am „Eppendorfer Baum“ ist das Restaurant „Tassajara“ nicht mehr weit. Das indische Restaurant bietet bereits seit 1976 eine vegetarische und vegane, vollwertige Küche. Auch für Fleischesser eine absolute Empfehlung!

 

 

Das alternative Hamburg

Heute wollen wir die alternativeren Stadtteile Hamburgs besichtigen: die Sternschanze, das Karolinenviertel und St. Pauli.

Mit der U-Bahn fahren wir bis zur Haltestelle „St. Pauli“ und schon stehen wir auf der berühmten Reeperbahn. Tagsüber sieht es nicht besonders schön hier aus und so ziehen wir direkt weiter. Wir schlendern durch Nebenstraßen, lassen den Blick schweifen und landen schließlich nördlich von St. Pauli im Karolinenviertel. Wir nutzen die Mittagszeit und gönnen uns in der Rindermarkthalle eine kleine Stärkung. Jeden Samstag von 8 bis 16 Uhr findet in den angrenzenden Straßen außerdem ein Flohmarkt, die „Flohschanze“ statt. Wir bummeln weiter durch Schanzenstraße und Schulterblatt, werfen immer wieder auch einen Blick in die Nebenstraßen und landen schließlich in der Bonbonmanufaktur der Familie Hofer. Probieren ist ausdrücklich erlaubt!

Abends fahren wir noch mal nach St. Pauli. Die Reeperbahn bei Nacht – das können wir uns nicht entgehen lassen!

Hamburgs ruhige Oasen

Heute steht uns der Sinn nach etwas Ruhe. Diese finden wir etwas abseits der Innenstadt. Mit der U-Bahn fahren wir in Hamburgs Norden und steigen in Ohlsdorf aus. Wer die Möglichkeit hat, mit dem Auto zu kommen oder sich ein Fahrrad zu mieten, wird es beim nächsten Programmpunkt etwas leichter haben. Wir gehen nämlich auf den Friedhof.

Beim Friedhof Ohlsdorf handelt es sich aber nicht einfach um irgendeinen Friedhof. Der Friedhof Ohlsdorf ist der größte Parkfriedhof der Welt. Der erste Friedhofsverwalter und spätere Friedhofsdirektor schuf ab 1877 ein Paradies, das, von englischen Landschaftsgärten inspiriert, Friedhof und Park zugleich ist. Besonders eindrucksvoll sind die Grabmäler der alteingesessenen Hamburger Reederei- und Kaufmannsfamilien!

Der Friedhof ist so groß, dass es sogar zwei Buslinien (170 und 270) mit 22 Haltestellen gibt! Eine eigene Friedhofs-App erleichtert die Orientierung. Auch ca. 580 Prominentengräber werden angezeigt. So fanden zum Beispiel die Familie Hagenbeck (Gründer des Tierparks Hagenbeck) oder der Politiker Helmut Schmidt und seine Frau Hannelore Schmidt hier ihre letzte Ruhe.

Ein paar Gehminuten entfernt, zwischen Flughafen und Friedhof liegt das „Café Luise“. Mit Kaffee und Kuchen stärken wir uns für die zweite Hälfte des Tages. Wir steigen in die S-Bahn Richtung Poppenbüttel. Der Stadtteil liegt ganz am Rand Hamburgs. Wer nicht aufpasst, findet sich plötzlich schon in Schleswig-Holstein wieder!

Das Alstertal Einkaufszentrum (AEZ) lässt das Herz jeder Shopping Queen höher schlagen. Hier findet sich für jeden Geldbeutel etwas! Alle Naturfans kommen an den Ausläufern der Alster auf ihre Kosten. Die Umgebung lädt zu Spaziergängen und Kajak-Touren ein. Am Wehr beim Restaurant „The Locks“ ist der Startpunkt für diese Touren. Dann geht es langsam die Außenalster entlang. Die ganz Sportlichen können sogar bis zur Binnenalster paddeln!

Gegen Abend geht es wieder zurück in Richtung Innenstadt. Unser Aufenthalt in Hamburg endet morgen, aber wir werden wiederkommen! Schließlich müssen wir noch den Zoo besuchen. Und eines der vielen Musicals. Und den alten Elbtunnel. Und…

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