Reisebericht Lissabon – Vier spannende Tage in Portugals Hauptstadt

Reisebericht Lissabon – Vier spannende Tage in Portugals Hauptstadt

Ein Reisebericht unserer Leserin Julia

Im Juli 2017 verbrachte ich mit meiner besten Freundin vier spannende Tage in Portugals Hauptstadt Lissabon. Wir hatten dieses Reiseziel aufgrund der niedrigen Preise, des milden Klimas und der angenehmen Größe der Stadt ausgesucht. Eine gute Wahl, wie wir am Ende der Reise feststellen konnten!

Tag 1: Ankommen

Mit dem Flugzeug geht es von Bremen aus in ungefähr zwei Stunden nach Lissabon. Der Flug war zum Glück unspektakulär und wenig turbulent (was man vom Rückflug leider nicht sagen kann, aber das ist eine andere Geschichte). Oftmals fliegen Billigairlines Flughäfen recht weit außerhalb der Städte an – Lissabon hat jedoch nur einen Flughafen, sodass wir mit der U-Bahn in nicht einmal 30 Minuten im Stadtzentrum ankommen. Der Preis für eine Fahrt liegt bei erschwinglichen 1,45 Euro.

Unsere über Airbnb gebuchte Ferienwohnung liegt zentral in der Stadt. Die Auswahl an angebotenen Wohnungen ist riesig – da ist für jeden Geldbeutel und für jeden Geschmack etwas dabei. Wer Anschluss an andere Reisende sucht, kann sich aber auch in eines der vielen guten Hostels einbuchen!

Die Temperaturen an unseren Ankunftstag sind angenehm und so brechen wir zu einer ersten Umgebungserkundung auf. Am Ende der Straße können wir bereits das Meer erahnen und so steht das erste Ziel natürlich direkt fest! Wir laufen in kleinen Schleifen in diese Richtung und kommen am Elevador de Santa Justa (einem Aufzug, der den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado verbindet und eine wirklich sehenswerte Stahlkonstruktion ist) vorbei, werfen einen ersten Blick in eine von Geschäften gesäumte Straße und landen schließlich am Praça do Comércio. Der Ausblick auf das Meer versetzt uns endgültig in Urlaubslaune! In der Ferne können wir auch eine große Brücke, die Ponte 25 de Abril, sehen. Auf den ersten Blick sieht sie tatsächlich aus wie die Golden Gate Bridge!

 

 

Tag 2: Stadterkundung

Schon lange kein Geheimtipp mehr, aber nach wie vor empfehlenswert: Free Walking Tours! Diese Touren werden mittlerweile weltweit angeboten und sind ein tolles Angebot für all diejenigen, die keine 0815-Stadtführung wollen, aber trotzdem gerne zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten einer Stadt geführt werden wollen. Der Hauptunterschied zu herkömmlichen Angeboten ist, dass der Tourguide nicht vor, sondern erst nach der Tour auf Trinkgeldbasis von den Teilnehmenden bezahlt wird. Durch dieses Prinzip kommen Reisende in den Genuss von meist sehr enthusiastischen und begeisternden Stadtführungen!

In Lissabon bietet unter anderem Sandeman diese Stadtführungen an, sodass wir uns für die klassische dreistündige „Free Tour of Lisbon“ entscheiden. Wir laufen kreuz und quer durch die Stadt, bestaunen die farbenfrohen gekachelten Häuser und lauschen den Geschichten zum großen Erdbeben 1755, das die Stadt zu großen Teilen zerstörte. Als wir durch die engen Gassen und über die vielen Treppen im alten Stadtteil Alfama stapfen, bleibt unser Tourguide plötzlich an einem Haus stehen und im Fenster erscheint der Kopf einer alten Dame. Nach einem kurzen Wortwechsel erklärt er uns, dass sie den besten Ginjinha, ein portugiesischer Sauerkirsch-Likör, machen würde. Natürlich lässt es sich niemand aus der Gruppe nehmen, für kleines Geld ein Gläschen davon zu kaufen. Es schmeckt köstlich!

 

Ausblick über Alfama von einem der vielen offiziellen Aussichtspunkte („Miradouro“) in Lissabon

 

Tag 3: Noch mehr Sightseeing

Den dritten Tag nutzen wir, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Als wir wieder am Praça do Comércio landen, steigen wir kurzentschlossen in die Tram in Richtung „Torre de Belém“. Dieser Turm steht auf einer kleinen, vorgelagerten Insel etwas außerhalb der Stadt. Auf dem Weg dahin bleibt unsere Tram leider auf halber Strecke liegen. Macht nichts, wir sind noch gut zu Fuß und beschließen, den restlichen Weg zu laufen. Die Mittagshitze brennt auf uns herab, aber wir halten tapfer durch. Schließlich kommen wir an einem großen Kloster, dem Mosteiro dos Jerónimos, an. Jetzt zur Mittagszeit ist die Schlange der wartenden Besucher sehr lang, sodass wir das große Gebäude nur kurz von außen bewundern. Allen, die es auch von innen sehen wollen, sei eine Besichtigung am Morgen oder späten Nachmittag empfohlen. Das gleiche gilt für den Torre de Belém. Blöd von uns, da hätten wir auch selber drauf kommen können!

Ein Ziel haben wir aber noch zum Abschluss dieses Ausfluges: Die Bäckerei „Pastelaria de Belém“, die angeblich als erste die sündhaft leckeren Pastéis de Nata, Blätterteigschalen gefüllt mit einem Vanillepudding, nach einem Rezept aus dem nahe gelegenen Kloster gebacken haben. Ob es wirklich die besten Pastéis de Nata sind möchte ich nicht beurteilen, aber es lohnt sich in jedem Fall, geduldig in der immer langen Schlange zu warten und eine Box mit mehreren dieser Törtchen zu ergattern!

Tag 4: Temperatur kalt bis warm, dazu Regen, Sonne und Wind

Für den letzten Tag haben wir einen Ausflug gebucht. Da wir keine Fans von Massenabfertigungen sind, haben wir uns schließlich für eine Tour mit „We hate Tourism Tours“ entschieden. Hier kann man zwischen verschiedenen Reisen, immer in Kleingruppen durchgeführt, auswählen.

Da wir noch etwas von Lissabons Umland sehen wollen, entscheiden wir uns für eine Tour, die uns unter anderem nach Sintra bringen wird. Sintra ist zwar auch mit dem Zug gut zu erreichen, aber auf dieser Tour werden wir noch an drei weitere Stationen Halt machen, sodass die ca. 50 Euro Tourgebühr gut investiertes Geld sind.

Es ist noch recht früh am Morgen, der Wind weht, Wolken verdecken die Sonne, ab und an ist sogar der ein oder andere Regentropfen zu fühlen und wir verfluchen bei nur knapp zweistelligen Temperaturen unsere Kleiderwahl – kurze Hosen und T-Shirts. Am Treffpunkt werden wir und die anderen Reisenden zum Glück pünktlich von zwei Fahrzeugen (je acht Sitze) abgeholt. Dann geht’s direkt los.

Sintra erreichen wir bereits am Vormittag, sodass noch keine großen Touristenmassen unterwegs sind. Wir schauen uns zuerst den Ort selber ein wenig an und genießen die Aussicht auf die Umgebung von einem der in Portugal so üblichen Aussichtspunkte. Anschließend bestaunen wir eines der vielen prachtvollen Gebäude im Ortskern, bevor es auch schon weiter geht.

Noch zu Sintra gehörend, aber etwas außerhalb liegend, befindet sich der Palácio de Monserrate. Unsere Gruppe ist während der Besichtigung der Villa und des dazu gehörenden sehenswerten und riesengroßen Parks fast alleine auf dem Gelände. Ein langer und ein kürzerer Rundweg führen durch den Garten. Unser Tourguide empfiehlt die große Runde. Mit einem Übersichtsplan ausgestattet erkunden wir die verschiedenen Bereiche des Parks und besichtigen so unter anderem den asiatischen und den typisch portugiesischen Teils des Gartens. Schließlich liegt, auf einem Hügel, die Villa vor uns. Die vielen Ornamente und Verzierungen lassen uns staunen. Was für ein Prachtbau!

 

 

Nach etwa 1,5 Stunden geht es weiter zum Cabo da Roca. Die Landspitze ist der westlichste Punkt Europas. Der Wind fegt uns fast von den hohen Klippen, aber die Aussicht ist grandios und lässt uns für einen kurzen Moment die zentimeterdicke Gänsehaut vergessen, die inzwischen unseren gesamten Körper überzieht.

 

Der westlichste Punkt Europas mit dem tosenden Meer zu Füßen

 

Auf dem Weg zur Küstenstadt Cascais machen wir Halt in einem kleinen Gasthof. Die vielen kleinen, typisch portugiesischen Häppchen werden von einem köstlichen Vinho Verde begleitet. Wir können kaum genug davon bekommen!

In Cascais haben wir wieder etwas freie Zeit und so schlendern wir durch den Ort in Richtung Meer. Mit einem Eis in der Hand genießen wir die endlich wärmenden Sonnenstrahlen auf einer kleinen Mauer direkt am Strand. Das war wirklich ein würdiger letzter Tag in Lissabon und Umgebung!

Tipp zur Weiterreise:

Nach vier Tagen endete unser Aufenthalt in Lissabon – das Portugal-Abenteuer ging aber noch weiter! Wer ebenfalls noch nicht genug von Portugal hat, dem sei wärmstens die folgende Weiterreise ans Herz gelegt:

Figuera da Foz kann wunderbar mit einer Weiterreise nach Porto verbunden werden und ist von Lissabon aus mit dem Zug und einmaligem Umsteigen leicht zu erreichen. Der kleine Ort wird hauptsächlich von Portugiesen besucht. Für uns unverständlich, denn alle anderen verpassen somit die kilometerlangen, weißen Sandstrände! Trotz Hauptreisezeit Mitte Juli war der Strand fast menschenleer. Sonnenschirme können für wenig Geld vor Ort gemietet werden und einem entspannten Strandtag steht nichts mehr im Wege!

Strand in Figuera da Foz

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