Reisebericht Malta – Sonne, Sonne und noch mehr Sonne

Reisebericht Malta – Sonne, Sonne und noch mehr Sonne

Malta ist eines der Ziele, die man eher aus Zufall auswählt, um einen entspannten Urlaub in der Sonne zu verbringen. Aber nicht nur dafür ist Malta bestens geeignet: einen Einblick in die Kultur und die Geschichte wird einem ebenfalls geboten.

Organisation der Reise

Inzwischen fliegen relativ viele Airlines nach Malta und die Insel eignet sich auch gut für Pauschal- und All inclusive Urlaub, sowie für Sprachreisen. Dabei darf man nicht vergessen, dass die maltesische Küche außerhalb der Hotels auch sehr gute Speisen bereithält. Wobei das maltesische Frühstück doch sehr durch die englische Küche geprägt ist, was – naja- nicht nur positiv ist…

Auf der Insel selbst kommt man mit dem Auto gut voran. Wir haben uns damals aber dagegen entschieden, da das Busnetz Maltas auch sehr gut ausgebaut ist und wir so innerhalb einer halben Stunde von der Westküste in die Hauptstadt Valletta gelangt sind. Alle kleineren Inseln wie Gozo und Comino, die zu Malta dazugehören, sind außerdem  per Schiff erreichbar.

 

Busverkehr auf der Insel

 

Reisezeit

Malta im Sommer – ein perfekter Ort für Leute die gerne warme (sehr warme) Temperaturen mögen und unbedingt gebräunt aus dem Urlaub wiederkommen wollen. Wir haben die Insel im Juni besucht und 40°C im Schatten muss man schon mögen (manchmal war es ein Segen und manchmal ein Fluch). Aber das Meer und der Pool befinden sich ja direkt vor der Tür…

Der erste Eindruck…

.. steinig. Sehr steinig. Malta lässt sich gut als ein Fels im Meer beschreiben, der aus einer großen und mehreren kleinen Inseln besteht. Insgesamt wirkte alles eher mediterran und vor allem auch trocken, sodass eher Pflanzen wie Feigenkakteen und Agaven dort heimisch sind. Ein Vorteil des warmen Klimas ist es, dass einem an jeder Straßenecke günstig heimische Früchte angeboten werden. Und was will man bei den Temperaturen mehr?

 

 

Die Landschaft Maltas wurde auch extrem durch die vielen kleinen Fischerdörfer und Häfen geprägt. Hinter jedem Felsvorsprung lag ein anderes Boot auf dem Wasser und die Tage auf Malta luden zu unzähligen Spaziergängen durch die kleinen Fischerdörfer ein.

Sowohl in der Hauptstadt, als auch in allen kleineren Dörfern lässt sich immer gut ein kleines, entspanntes Lokal oder Café mit super Ausblick auf das Meer finden. Und sobald das Essen auf dem Tisch stand, kam auch immer die ein oder andere Katze vorbei..

Hauptstadt Valletta

 

Blick auf die „Skyline“ Vallettas

 

Was bei einem Besuch der Hauptstadt sofort auffällt ist die Architektur, bzw. Bauweise. Ockerfarbende Häuser aus Sandstein bilden eng Gassen, sodass wir bei einem Bummel durch die Stadt – zum Glück – weitestgehend vor der Sonne geschützt wurden. Besonders bekannt ist Malta hierbei für den Ausbau der Erker an den Häusern und es gehen Geschichten herum, die besagen, dass diese nur so weit ausgebaut wurden, damit man seinem Nachbarn die Hand geben kann. Oder damit man (und das ist die etwas reellere Version) seine Wäsche besser über den Gassen aufhängen kann.

 

kleine Gassen in Valletta

 

Unser Spaziergang führte uns zu der Festung Vallettas. Von dort wurde einem ein großartiger Blick über Valletta und den Hafen geboten. Und wie überall auch waren hier Teile der Kriegsgeschichte wiederzufinden: Kanonen. Aber nicht nur zu den Weltkriegen diente Malta als Stützpunkt und benötigte eine gute Hafenbefestigung. Auch gegen Piraten und Osmanen musste eine gute Festung für den Hafen Vallettas, nicht umsonst als Tor zur Welt bekannt, her.

 

Befestigungen vor dem alten Hafen der Hauptstadt

 

Besuchenswert sind ebenfalls die alte Hauptstadt Mdina, mit ihren kleinen verwinkelten Gassen.

Aktivitäten

Da Malta offensichtlich eine Insel ist, ist diese auch aufgrund des warmen Klimas noch offensichtlicher bestens für Wassersport geeignet. Wir haben uns damals dafür entschieden die Zeit vor Ort für einen Tauchkurs zu nutzen. Das war etwas, was schon immer auf unserer Bucket-List stand. Es war auch nicht sonderlich schwer eine geeignete Tauchschule vor Ort zu finden und nach einer Probestunde im Pool mit Atemgerät, ging es dann ab ins Meer. Die Tauchlehrer haben uns auf alle möglich eintretenden Fälle gut vorbereitet, sodass wir die Zeit unter Wasser genießen konnten.

Da Tauchen lernen doch sehr zeitaufwändig ist und vielleicht auch nicht jedermanns Sache ist, sei noch erwähnt, dass wir die viele Zeit im Meer auch mit Schnorcheln oder Kanu fahren verbracht haben. Gerade die angebotenen Bootstouren eignen sich perfekt für kleinere Schnorchelausflüge. Und man könnte die Zeit kaum besser verbringen, als im warmen, türkis-färbenden Wasser…

 

Tourenboot

 

Leider sind die meisten Strände auf Malta Fels-/Steinstrände, sodass die meisten Sandstrände immer gut besucht sind. Allerdings haben die felsigen Strände auch ihre Vorteile und die Felsvorsprünge versprechen für jeden Action, der sich gerne einmal (vorsichtig) im „Klippen-“Springen ausprobieren will.

Comino und Gozo – die kleineren Inseln Maltas

Für ruhigere Tag und um ein wenig Erholung zu bekommen, also um Urlaub im Urlaub zu machen, entschlossen wir uns zwei Bootstouren zu machen. Die erste Tour führte uns entlang der Westküste zur Blue Lagoon von Comino, einer kleinen Nebeninsel Maltas. Los ging es vom Haupthafen in Valletta mit einem größeren Segelschiff, das genug Fläche für ein Sonnendeck, aber auch ausreichend schattige Flächen bot. An der Westküste konnten wir gut die Natur Maltas entdecken: ein paar Vögel und vor allem Steine und viele braune Steinwände. Aber auch etwas spektakulärere Felsformationen wie Auswaschungen und Höhlen konnten wir sehen, die die Wellen in dem Kalkstein hinterlassen haben. Ähnlich muss wohl der Felsbogen bei Comino gewesen sein, der vor ein paar Jahren eingestürzt ist.

 

Steinige Küste Maltas

 

Neben den Spuren der Natur waren immer wieder auch historische Einflüsse zusehen. Ab und zu tauchten kleine alte Festungen zur Überwachung der Küste auf. Das Highlight jedoch war die Blue Lagoon, die ihrem Namen alle Ehre bereitet: schön blaues Wasser, was natürlich direkt zum Baden und Schnorcheln einlädt. Daneben blieb uns auch genug Zeit das Inselinnere zu erkunden, was uns im Vergleich mit dem winzigen aber überfüllten Sandbadestrand, fast menschenleer erschien.

 

 

 

Die zweite Bootstour ging zu der zweit größten zu Malta gehörigen Insel: Gozo. In einem kleinen Boot, wohl eher in einer kleinen Nussschale, fuhren wir durch enge Felsspalten aufs offene Meer hinaus. Unterwegs kamen wir auch durch der blauen Grotte vorbei, die, wie auch die Blue Lagoon schon, ihrem Namen alle Ehre bereitet: die gesamte Höhle wurde mit dem blauen Schimmer des Wassers erfüllt. Als Kontrast erschien dagegen die rote Farbe der Algen an den Felswänden kurz oberhalb der Meeresoberfläche.

 

Auf dem Weg zum offenen Meer hinter der Felsspalte

 

Nachdem wir das Meer in dem sehr schaukligen Boot erkundet haben, ließen wir es uns auch nicht nehmen, unsere Erdkundungsfahrt auf Land weiterzuführen. Mit einem Bus ging es durch die kleinen Dörfer der Insel, in denen es relativ ruhig und entspannt zuging. Wer sich schonmal auf einen Besuch auf der kleinen Insel einstellen will, kann sich gut einen der gefühlt fünftausend Filme ansehen, die hier gedreht wurden (wie zum Beispiel By the Sea mit Brad Pitt und Angelina Jolie).

 

 

Kultur und Religion

Auf Malta wird der Einfluss der Engländer noch heutzutage gut sichtbar. Im zweiten Weltkrieg wurde die Insel von diesen als Flugzeug- und Versorgungsstützpunkt im Mittelmeer genutzt. Eine positive Auswirkung davon ist, dass die Malteser keine Probleme damit haben sich auf Englisch zu verständigen, was als Tourist natürlich super ist. Aber auch in der Architektur wird der Einfluss noch sichtbar. Überall waren an der Küstenlinie als Festungs- und Wachtürme verteilt und in der Hauptstadt Valletta sind gefühlt noch fünfhundert Kanonen stationiert.

 

 

Bei unserem Besuch fanden gerade Feiern zu Gedenken an die Schutzheiligen und Patronen statt (auch festas genannt). Tagsüber waren die Straßenzüge wochenlang mit sehr auffälligen Dekorationen geschmückt, was der Stadt einen besonderen Charme verliehen hat. Nachts finden wohl zu diesen Zeiten auch große Feste statt, aber die sind leider komplett an uns vorbeigegangen.

 

 

Und wie es, bei uns zumindest, zu jedem guten Urlaub dazugehört, betrieben wir auch auf Malta eine Runde Kirchen-hopping. Und so fanden wir immer und immer wieder eine sehr barocke Innenausstattung in den Kirchen wieder, die an Pompösität kaum zu überbieten ist. Es lohnt sich also definitiv immer ein Blick in die Kirchen, zumal er kostenlos ist ;). Falls man nicht so an Kirchen interessiert ist, kann man alternativ auch gut einen Blick ins Naturkundemuseum Vallettas werfen, das mindestens genauso barock und ausgeschmückt ist. Der religiöse Einfluss wird auch an jeder anderen Straßenecke und an normalen Häusern sichtbar, da viele der Malteser oder zumindest alle der öffentlichen Einrichtungen eine eigene Madonna-Statue vor dem Hauseingang stehen haben.

 

 

Fazit

Malta war eine wunderbare Gelegenheit um sich in aller Ruhe zu erholen und trotzdem genügen Action durch Wassersportarten zu bekommen. Aber nicht nur faul am Strand herum liegen gehört zu einem Urlaub auf der Insel: schließlich bieten Valletta und Mdina ein einzigartiges Stadtbild und halten eine interessante Geschichte zum Erkunden bereit.

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