Reisebericht: Die Westküste der USA

Reisebericht: Die Westküste der USA

Ein Reisebericht unserer Leserin Nadine.

Die USA – Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Schon das alleine ist ein Grund um nach Amerika zu fliegen und sich das Land der Superlative mit eigenen Augen anzusehen. Da es zudem keinen einzigen Grund gab, der dagegen gesprochen hat, wurden die USA aus einer fixen Idee zu einem konkreten Urlaubsziel. Da drei Wochen Urlaub an sich eh immer schon zu kurz sind, im Verhältnis dazu unser Reiseziel echt groß, entschieden mein Freund und ich uns für eine Mietwagenrundreise an der Westküste.

Anreise

Die Vorfreude und die Aufregung wurden zunehmend größer. Die Flüge waren gebucht, Mietwagen und Hotels ebenfalls. An sich kann man die Unterkünfte auch spontan vor Ort buchen.

Da wir unsere Route jedoch bereits kannten und wir vorher wissen wollten wo wir unsere Nächte verbringen würden, kam für uns nur diese Option in Frage. Der für die Reise notwendige ESTA-Einreiseantrag ist genehmigt worden und liegt nun ausgedruckt zusammen mit unseren Reisepässen ganz oben auf den bereits gepackten Koffern.

Am 10.09.2016 ging es dann endlich los. Mit Lufthansa sind wir von Bremen aus über Frankfurt nach Los Angeles geflogen. Am Frankfurter Flughafen wollten wir am Geldautomaten nach Möglichkeit schon einige US-Dollar abheben, mussten dann aber feststellen, dass dieser nur Euros ausspuckt.

Statt der „Abbruch-Taste“ erwischte ich ausversehen die „400€-Taste“ und so mussten wir das Geld für einen miserablen Wechselkurs am Schalter nebenan wechseln lassen. Eindeutig ein Punkt für die „Not-To-Do-Liste“.

Nach 12 Stunden Flugzeit über den Atlantik landeten wir erschöpft aber glücklich bei strahlendem Sonnenschein in Los Angeles. In der Warteschlange vom Mietwagenverleih „Alamo“ wären wir vor Müdigkeit fast eingeschlafen.

Wir schafften es gerade noch so uns unseren Mietwagen, einen Toyoto SUV, abzuholen, um damit bis zu unserem Hotel zu fahren. Ich glaube es hat keine fünf Minuten gedauert bis der Jetlag uns übermannt hatte und uns für mehrere Stunden in einen friedlichen Schlaf versetzt hat.

Route

 

Los Angeles

Um 3 Uhr morgens waren wir wach. Putzmunter starteten wir unseren ersten Tag mit einer Fahrradtour. Das Fahrrad haben wir bei einem örtlichen Fahrradverleih in Hermosa Beach für ein paar Stunden geliehen und sind damit direkt am Strand entlang nach Venice Beach gefahren. Auf der linken Seite das Meer und die schönen Strände von Los Angeles und auf der rechten Seite eine Villa schöner als die andere. Eine kurze Erholungspause bei Sonnenschein am Strand – was gibt es Schöneres!

Tipp: Fahrt auf dem Weg nach Venice Beach unbedingt durch die kleinen, hübsch angelegten Kanäle, der Abstecher ist es allemal wert!

Angekommen in Venice Beach musste ich mich erst einmal umsehen. Alles war hier ein wenig anderes als irgendwo sonst auf der Welt. Der Ort wirkte bunt und verrückt und faszinierte mich auf Anhieb. Auf der Promenade tummelten sich Straßenkünstler, Musiker, Bodybuilder beim Gewichte stemmen, Hippies und Touristen. Viele Wände waren mit Graffitis übersehen, aus einigen Ecken ertönte Straßenmusik – eine wunderbare Atmosphäre wenngleich doch ein wenig schräg und abgefahren. Ein Tag ganz nach meinem Geschmack.

 

 

Den Abend verbrachten wir am Santa Monica Pier. Zugegebenermaßen gehört Santa Monica schon gar nicht mehr zu Los Angeles, aber da es zu unserem Tag gehörte, führe ich es kurz mit auf. Auf dem Pier liegt der kleine Vergnügungspark „Pacific Park“, welcher mit dem Riesenrad zu einem beliebten Motiv der Hollywood-Filmindustrie geworden ist. Wir verbrachten hier einen witzigen Abend und probierten das ein oder andere Fahrgeschäft aus.

 

 

 

Am nächsten Tag ging es dann nach Hollywood – ein Stadtteil, den man unbedingt besuchen sollte, wenn man sich schon in Los Angeles aufhält. Als erstes sind wir mit unserem Auto zum Griffith-Observatorium gefahren, ein Gebäude, das für wissenschaftliche Ausstellungen, das Planetarium und vor allem für das Panorama bekannt ist.

Es ist auf einem Berg gelegen und bietet aufgrund dessen einen herrlichen Blick auf Los Angeles. Von hier oben erkennt man den „Hollywood“-Schriftzug, welcher aus diversen Filmen bekannt ist. Wir waren begeistert und wollten uns den Ort aus den Nähe ansehen. Gesagt, getan, und so liefen wir einige Zeit später über den „Walk of Fame“, vorbei an den Sternen von Donald Duck, Johnny Depp, Harrison Ford und vielen weiteren.

 

 

Um noch einen Blick hinter die Kulissen der Filmindustrie zu werfen, haben wir die „Universal Studios Hollywood“ besucht. Aus einem Ausgangspunkt für die Studio-Tour ist mit der Zeit ein großer Themenpark geworden. Wir lernten noch einige interessante Hintergrundinformationen dazu, haben uns irgendwann jedoch in der Harry-Potter-Welt verlaufen und haben den Tag mit einem Butterbier in Hogsmeade ausklingen lassen.

Highway 1

Auf dem Highway 1 ging es weiter Richtung Norden immer an der Küste entlang bis zur nächsten Metropole.

 

 

Auf dem Weg fuhren wir am „Elephant Seal Vista Point“ vorbei. Hunderte von See-Elefanten lagen hier direkt zwischen Meer und Highway am Strand und suhlten sich im Sand. So etwas hatten wir noch nicht gesehen und beeindruckt standen wir hier eine ganze Zeit lang nur, um die imposanten Tiere zu beobachten. Wer ein wenig Zeit übrig hat, sollte sich den Anblick und den durchaus strengen Geruch nicht entgehen lassen.

Einen weiteren Zwischenstopp legten wir in Monterey, einem kleinen und etwas verschlafenen Küstenort, ein. Mit der „Princess Monterey“ legten wir am Hafen ab und schipperten los aufs offene Meer. Unsere Mission: „Whale Watching“. Gut gelaunt standen wir an der Reling, ließen uns vom Wind ordentlich durchpusten und hielten Ausschau nach Walen. Es hat nicht lange gedauert, bis wir die ersten Schwanzflossen im Meer entdeckten. Wir konnten uns nur ausmaßen, wie groß die Tiere in voller Pracht sein mussten und gingen später begeistert von Bord.

 

 

Ein weiterer Abstecher führte uns zum „Winchester Mystery House“. Aus einer Urangst vor Geistern baute die Witwe S. Winchester ihr eigenes Haus bis zum eigenen Tod immer weiter aus. Es besteht aus 161 Räumen, darunter 40 Schlafzimmer, mehreren Geheimgängen, Treppen, die in der Decke enden, und Türen, die in den Abgrund führen oder hinter denen eine Wand steht. Eigenartig, kurios und irgendwie magisch. Wer keine Angst vor der Zahl 13 hat, sollte dieses Haus definitiv besuchen.

 

 

San Francisco

Wenn ich an unsere Zeit in San Francisco zurückdenke, dann habe ich gleich das Bild von der Golden Gate Bridge vor Augen. Majestätisch spannt sich die Brücke über das „goldene Tor“, das den Pazifik mit der Bucht von San Francisco verbindet. Wir hatten Glück und haben einen der wenige Tage erwischt, an denen die Golden Gate Bridge nicht im Nebel verschwunden ist. Bei Sonnenschein und klarem Himmel haben wir uns ein Fahrrad gemietet und sind über die Brücke bis auf die andere Seite gefahren und sind mit einem wunderschönen Ausblick auf die Bucht von San Francisco belohnt worden.

 

 

Tipp: Wenn ihr auch mit dem Fahrrad unterwegs sein solltet, fahrt unbedingt weiter bis Sausalito, ein kleines und gemütliches Küstenstädtchen. Von dort aus könnt ihr nämlich die Fähre zurück nach San Francisco nehmen.

Ihr erhaltet noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Golden Gate Bridge und fahrt außerdem direkt an Alkatraz, der legendären Gefängnisinsel, vorbei. Natürlich könnt ihr Alkatraz auch besuchen, uns fehlte leider die Zeit und außerdem solltet ihr die Tickets bereits einige Zeit im Voraus reservieren.

 

Unsere Fähre legte direkt neben dem Pier 39 an. Der Pier 39 ist eine ehemalige Bootsanlegestelle, welche heute mit vielen Attraktionen (Souvenir-Läden, Fahrgeschäfte, Restaurants, etc.) die Touristen anlockt. Die Stars an der Bucht sind jedoch die kalifornischen Seelöwen, die sich hier angesiedelt haben und die Anlegestellen ganzjährig als Ruheplätze nutzen.

Am nächsten Tag verließen wir San Francisco, jedoch nicht ohne vorher mit unserem Mietwagen die Lombard Street herunterzufahren. Diese Straße ist mit einem Gefälle von 27 Prozent und 8 Kurven auf 145 Metern die steilste und kurvenreichste Straße der Welt. Wir hatten unseren Spaß und sind gleich ein zweites mal heruntergefahren.

Yosemite Nationalpark

Die Nacht verbrachten wir im „Yosemite Southgate Hotel and Suites“ in Oakhurst, kurz vor dem Eingang in den Yosemite National Park. Ein wahrer Glücksgriff, denn das Hotel hatte im Vorgarten einen Whirlpool, von dem aus man den Sonnenuntergang oder zu einem späteren Zeitpunkt auch die Sterne am Himmel beobachten konnte. Auch ist das Hotel ansonsten, mit Ausnahme vielleicht das nicht sehr umfangreiche Frühstück, sehr zu empfehlen.

Entspannt starteten wir so in den nächsten Tag und fuhren in den Yosemite Nationalpark, welcher durch eine atemberaubende Landschaft mit Wasserfällen, Bergseen, riesigen Felsen und mehreren Mammutbäumen geprägt ist.

Tipp: Falls ihr auf eurer Reise durch die USA mehrere Nationalparks sehen wollt, kauft euch am besten am Eingang gleich den „America The Beautiful Annual Pass“. Mit diesem Pass dürft ihr mit einem Auto und bis zu vier Personen ein ganzes Jahr lang durch alle Nationalparks in den Vereinigten Staaten fahren. Dieses ist oft billiger, als würde man in jedem Nationalpark den jeweiligen Eintritt zahlen.

Gleich am Anfang standen wir vor der Frage, ob wir den Umweg zum Aussichtspunkt „Glacier Point“ fahren sollten oder nicht. Ich kann euch die Entscheidung im Nachhinein direkt abnehmen – Der Umweg lohnt sich! Ein solches Panorama habe ich noch nie gesehen. Wie in einem Gemälde präsentiert sich der „Half Dome“, ein durch Gletscheraktivitäten geteilter Granitberg, in einer Landschaft, die mich direkt überwältigt hat. Sprachlos saßen wir da und konnten unseren Augen kaum trauen. Widerwillig mussten wir uns irgendwann jedoch losreißen, um auch noch die anderen Orte zu erkunden.

 

 

Unser Weg führte uns zu den „Yosemite Falls“, dem höchsten Wasserfall im Yosemite Nationalpark. Im Frühjahr sieht man hier gewaltige Wassermassen in die Tiefe stürzen, welche dann in einem reißenden Fluss weiterfließen. Bei unserem Besuch im September fanden wir allerdings nur noch ein Rinnsal mit einer fast erbärmlichen Menge Wasser vor, die in einem Strahl die Felswand hinablief. Durch die fehlende Wassermasse konnten wir jedoch zwischen den vorgelagerten Steinblöcken bis fast ganz zum Wasserfall klettern. Zum Glück hatten wir passendes Schuhwerk dabei, denn zum Teil sind die Steinbrocken ganz schön rutschig und man sollte definitiv aufpassen wohin man tritt.

Weiter ging es nach unserer Klettertour zu den riesigen Mammutbäumen im „Tuolumne Grove“. Größer und bekannter sind die Bäume zwar im „Mariposa Grove“, zu dem Zeitpunkt war der Ort aufgrund von Waldbränden leider gesperrt. Nichtsdestotrotz konnten uns die sogenannten „Giant Sequoias“ auf Anhieb beeindrucken. Schon fast ehrfürchtig standen wir neben den höchsten und ältesten Bäumen der Welt und fühlten uns so richtig klein.

Auf dem Weg zum „Tenaya Lake“ befindet sich der „Olmsted Point“, ein weiterer Aussichtspunkt mit wundervollem Bergpanorama. Wir standen vor einem ausgedehnten und mit Furchen durchzogenem Felsplateau, auf dem mehrere Felsblöcke in der letzten Eiszeit hängengeblieben sind, die zuvor mit den Gletschern talwärts wanderten.

Am „Tenaya Lake“ haben wir dann unsere Mittagspause eingelegt. Nach einem gemütlichen Picknick mit Aussicht auf den glasklaren See freuten wir uns auf eine schöne Abkühlung im Wasser. Hier hat sich unsere Befürchtung bestätigt, denn das Wasser war eiskalt. Aus Spaß wurde Ernst und aus einer kleinen Abkühlung wurde eine richtige Mutprobe, die uns einiges an Überwindung abverlangte. Aber wann ist man schon an einem Ort wie diesem und vielleicht war auch das der Grund, weshalb wir beide zeitgleich ins Wasser gesprungen sind und oh Wunder – wir waren die einzigen Badegäste an diesem wundervollen Ort.

 

 

Eine komplett andere Art von See fanden wir so ziemlich am Ausgang vom Yosemite Nationalpark. Relativ groß und nicht zu übersehen liegt hier still und einsam der „Mono Lake“. Was uns sofort aufgefallen ist, dass es dort unheimlich stank und je weiter man sich dem See näherte, desto stärker wurde der Geruch nach Schwefel und altem Fisch. An einen romantischen Spaziergang oder einen Sprung ins Wasser war hier nun wirklich nicht zu denken. Dennoch hatte er eine faszinierende Wirkung auf mich, denn vor allem in Ufernähe stehen hier krustige Kalksteingebilde, die sich dort zu bizarren Türmen formen. Umgeben wird dieses Spektakel von einigen Kraterbergen, die den Ort einzigartig machen.

 

 

Da sich der Tag inzwischen dem Abend näherte, verließen wir kurze Zeit später den Yosemite Nationalpark, um die Nacht in Bishop zu verbringen…

Unsere Reise führte uns nun weiter in die Wüste. Vorher mussten jedoch einige Vorbereitungen getroffen werden, um auch bei extremen Situationen und Wetterbedingungen überleben zu können. Vielleicht ist dies ein wenig hochgegriffen, aber wer kennt nicht die Geschichten von Touristen, denen in der Wüste ein Autoreifen platzt oder die sich in der Mittagshitze verlaufen oder wegen fehlender Flüssigkeitsaufnahme kollabieren.

Um solche Unannehmlichkeiten zu verhindern, tankten wir unseren Toyota SUV bis zum Anschlag voll, deckten uns mit Müsliriegeln und Keksen ein und beluden unseren Kofferraum mit bestimmt 5-6 Gallonen (1 Gallone = 4 Liter) Trinkwasser.

Alabama Hills

Auf dem Weg direkt neben der Hauptstraße ins „Death Valley“ liegen die „Alabama Hills“. Eine unbefestigte Straße führte uns ohne größeren Umweg in die wundervolle Felsenlandschaft. Wir kletterten über die sandsteinfarbenen Felsen und haben uns auf die Suche nach den bekannten Felsbögen begeben. Wer den Film „Django Unchained“ oder „Gladiator“ kennt, wird die Landschaft ziemlich schnell aus den Filmen wiedererkennen.

 

 

Death Valley National Park

Mit Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung im Gepäck, fuhren wir gerüstet und voller Euphorie weiter in den Death Valley National Park. Die Klimaanlage lief ununterbrochen und so traf uns die Hitze in voller Wucht am ersten Aussichtspunkt.

Wir parkten unser Auto in der prallen Sonne, öffneten die Türen und hätten sie beinahe schnell wieder geschlossen. Es war warm, also wirklich sehr warm. Nicht umsonst wird das „Death Valley“ auch als das „Tal des Todes“ bezeichnet, einer der heißesten Orte der Erde. Heute waren es 42°C im Schatten. Unweigerlich fragten wir uns, welcher Schatten eigentlich bei der Temperaturmessung gemeint war, denn dieser war einfach mal schlichtweg nicht vorhanden.

Dennoch waren wir beide froh, dass es heute gar nicht so heiß war, wenn man bedenkt, dass die höchste Temperatur in der Vergangenheit mit 56,7°C gemessen worden ist. Überzeugt von der Tatsache, dass es uns noch schlimmer hätte treffen können, stiegen wir aus und erkundeten die Gegend.

Was wir vorfanden war ziemlich viel Sand, Sand und noch mehr Sand. Überrascht haben mich dennoch die wenigen Büsche, die es irgendwie schaffen, bei den Wetterverhältnissen zu wachsen und überleben zu können. Für mich jedenfalls erschien der Ort als Lebensraum wenig einladend und so flüchteten wir nach einiger Zeit in unser klimatisiertes Auto und fuhren weiter, um uns die anderen Orte im „Death Valley“ anzusehen.

 

 

Badwater Basin

Der „Badwater Basin“ ist eine Senke im „Death Valley“, die 85,5 Meter unter dem Meeresspiegel liegt. Beeindruckt standen wir am tiefsten Punkt der USA vor einer riesigen Fläche, dessen Boden von einer dicken Salzkruste überdeckt gewesen war. Wir betrachteten die interessanten und meistens sechseckigen Strukturen, die sich durch Salzrückstände gebildet hatten und wanderten über das trockene und unter unseren Schuhen knirschende Salz.

Ab und zu kamen wir an kleineren Vertiefungen im Boden vorbei, in denen sich kleine Mengen Wasser sammelten und wunderten uns, weshalb das Wasser dort noch nicht verdunstet war. Wir liefen den anderen Besuchern hinterher, denn ich war der Meinung, dass sich dort, wo die ganzen anderen Touristen hinliefen, ja was befinden musste.

Wir liefen immer weiter, bis wir irgendwann die ersten in der Schlange waren um dann festzustellen, dass der Boden in seiner Art und Form noch genau so aussah wie am Anfang unserer kleinen Wanderung. Da wir unsere Wasservorräte schon fast ausgetrunken hatten, taten wir es den anderen Besuchern gleich und drehten in dem Wissen alles gesehen zu haben wieder um.

 

Rhyolite

Als wir das „Death Valley“ verließen, führte uns unser Weg direkt an der Geisterstadt Rhyolite vorbei. Unvorstellbar, dass hier in vergangenen Zeiten mehrere tausend Einwohner gelebt hatten um nach Gold zu suchen. Das Leben im Wohlstand muss pulsiert haben, mittlerweile war davon aber nichts mehr zu sehen.

Neben den Ruinen einer Bank und eines Bahnhofs standen hier und dort Autowracks, die von jetzt auf gleich zurückgelassen worden sind und seitdem vor sich hin rosteten. Die einfachen Holzhäuser existierten zum größten Teil nicht mehr und von vielen Häusern stand kaum mehr als das Grundgerüst. Nach knapp einer Stunde war alles gesehen und fotografiert und deshalb machten wir uns danach auf den Weg in eine größere und belebtere Stadt.

 

 

Las Vegas

Wie eine Fata Morgana erhob sich die Stadt nach einer langen Fahrt durch karge Wüstenlandschaft plötzlich vor unseren Augen. Die Nacht verbrachten wir im Hotel „Luxor“ mitten auf dem Las Vegas Strip, die Straße an der sich die Luxoshotels und Casinos aneinanderreihen. Witzig in dem Hotel waren die Fahrstühle, die schräg nach oben Richtung Pyramidenspitze fuhren. Auch wenn ihr in einem anderen Hotel übernachten solltet, lohnt sich trotzdem ein Besuch im „Luxor“ für eine Fahrt in einem der Fahrstühle.

 

Tipp: Übernachtet unbedingt in einem der großen Hotelkomplexe auf dem Las Vegas Strip. Diese sind nicht viel teurer als einfache und nicht so zentral gelegene Hotels und man ist direkt im Geschehen und kann die Stadt auf sich wirken lassen.

 

Den Nachmittag verbrachten wir mit Einkäufen und gutem Essen auf dem Las Vegas Strip. Mit Einbruch der Dämmerung wurde Las Vegas von einem Moment zum anderen zu einem riesigen Spielplatz für Erwachsene. Die Metropole begann zu leuchten und zu glitzern, die Fahrgeschäfte nahmen ihren Betrieb auf, Konzerte und Lichtershows verzauberten uns und es gab überall etwas zu sehen.

 

 

Wir besuchten ein Casino nach dem anderen und verloren (lieber hätte ich „gewannen“ geschrieben) unser Geld am einarmigen Banditen und bei den anderen Glücksspielen. Fasziniert hat mich vor allem das Casino und allgemein das Hotel „Venetian Resort“ mit der Nachbildung von Venedig. Ein künstlicher Himmel macht die Nacht zum Tag und mit Gondeln kann man bei blauem Himmel durch die nachgebildeten Kanäle fahren.

Ein weiteres Hotel, das unter anderem besonders für ein Getränk in der Cocktailbar zu empfehlen ist, ist das „Stratosphere“. Es ist gleichzeitig ein Aussichtsturm, auf dessen Spitze verschiedene Fahrgeschäfte stehen. In der Cocktailbar bestellten wir uns einen leckeren Cocktail und haben durch das Panoromafenster den unglaublichen Blick auf das nächtliche Las Vegas genossen.

Da wir am Eingang zum Hotel bereits Tickets für die Fahrgeschäfte gekauft hatten, fuhren wir danach mit dem Fahrstuhl eine weitere Etage höher um dann dort festzustellen, dass wir uns nicht genug Mut angetrunken hatten. Wir verschenkten unsere Tickets an ein mutigeres Pärchen, verließen das Hotel und stellten unten fest, dass wir die Fahrt im Karussell überlebt hätten. Mit leeren Geldbeuteln sind wir nachts im Hotel angekommen und schliefen trotz fehlender Millionengewinne glücklich ein.

 

 

Valley of Fire State Park

Am nächsten Tag besuchten wir das „Valley of Fire“, ein State Park in der Nähe von Las Vegas. Geplant hatten wir den Besuch eigentlich nicht, aber da auch dieser Park auf dem Weg lag und unser Reiseführer das „Valley of Fire“ als sehenswert eingruppierte, fuhren wir ohne lange zu überlegen hinein.

Wir liefen durch orangefarbenen Sand und bewunderten die Felsen aus rotem Sandstein, von denen einige aussahen wie große Bienenstöcke. Betrachtete man die Umgebung genauer, konnte man sogar das ein oder andere sich im Gebirge tarnende Dickhornschaf ausfindig machen. Auf dem Weg zurück, stand auf einmal ein Tier direkt vor uns auf der Straße und wir konnten es noch einige Zeit beobachten, bis es in den Bergen verschwand und wir unsere Reise fortsetzen konnten.

 

Zion National Park

Im Zion Nationalpark mussten wir den Shuttle Bus nehmen, der fast das ganze Jahr über Besucher zu verschiedenen Haltestellen im Park bringt. Entspannt konnten wir nach Belieben an den Haltestellen ein- und aussteigen, uns die Gegend ansehen und weiterfahren.

Wir liefen durch Canyons und wanderten über Brücken auf die andere Seite des Flusses, der das Naturschauspiel über viele Jahre hinweg erst möglich gemacht hat. Faszinierend an dem National Park war für mich, dass wir unten im Canyon standen und von dort die steilen Klippen betrachten konnten, die so schien es, bis in den Himmel ragten. Im Unterschied zum Zion Nationalpark standen wir nämlich bei den folgenden Canyons unserer Reise immer oben und haben hinuntergeschaut.

 

Bryce Canyon National Park

Weiter ging es am nächsten Tag in den Bryce Canyon National Park. Schon gleich am Morgen nach einem Blick aus dem Hotelfenster ist uns aufgefallen, dass der Wetterfrosch uns heute nicht wohl gesonnen war. Draußen war es bedeckt und stark neblig, so dass man kaum weiter als einige Meter sehen konnte. Nicht gerade die besten Aussichten, um sich eine Felsenlandschaft anzusehen, die vor allem durch Farbschauspiele der unterschiedlich einfallenden Sonnenstrahlen geprägt sein soll.

Da wir jedoch nur diesen einen Tag hier geplant hatten, fuhren wir dennoch mit nicht allzu hohen Erwartungen in den National Park und leider wurde der Nebel mit jedem Meter den wir zurücklegten noch stärker. Wir besuchten mehrere Aussichtspunkte, von denen der „Sunrise Point“ und der „Sunset Point“ vor allem bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang empfehlenswert sein sollen.

Wir standen stattdessen gefühlt vor einer grauen und diesigen Wand und haben wirklich nichts (!) von der beeindruckenden Aussicht auf die Kalksteinskulpturen sehen können. Ein kleines Highlight war für uns der „Mossy Cave Trail“, ein recht kurzer und einfacher Wanderweg, der uns zu einem kleinen Wasserfall führte. Hier waren die Nebelschwaden nicht mehr ganz so dicht, so dass wir uns trotz der Wetterverhältnisse einen Eindruck von der genialen Landschaft verschaffen konnten.

 

 

Monument Valley…

…oder auch der „Wilde Westen“. Ich gehe einfach mal davon aus, dass jeder diese Landschaft zumindest in einem Film schon einmal gesehen haben müsste. Auch wir kannten diese Landschaft bereits von diversen Filmen und Bildern, jedoch ist es ein komplett anderes Erlebnis einmal selbst hier gestanden zu haben.

Wir betrachteten die gewaltigen Sandsteinfelsen von der Aussichtsplattform aus und waren sofort überwältigt von dem Panorama, welches sich vor unseren Augen in absoluter Schönheit präsentierte. Wir blieben noch eine ganze Weile, bevor wir uns von dem Ausblick lösen konnten, um dann zu unserem nächsten Etappenziel zu fahren.

 

 

Lake Powell

Der Lake Powell ist ein wunderschöner Stausee, der zur Stromgewinnung und zur Wasserversorgung gebaut worden ist. Bei Sonnenschein und Temperaturen, die uns zur Abkühlung im Wasser animierten, entschieden wir uns für eine Jetski-Fahrt auf dem See.

 

Als Tipp: Zuerst haben wir überlegt uns ein preiswertes Kanu zu mieten, haben uns dann jedoch umentschieden und sind im Nachhinein wirklich froh darüber, das doch recht teure Jeski gemietet zu haben. Es hat super viel Spaß gemacht damit über den Lake Powell zu heizen und die kleinen, versteckten und nur per Boot zu erreichenden Strände zu erkunden. Der Preis zahlt sich allemal aus!

 

Mit Vollgas steuerten wir die verschiedenen Uferstrände an und suchten uns den schönsten aus, um dort ein wenig Zeit im Sand zu verbringen. Zur Abkühlung sprangen wir mehrmals ins angenehm warme Wasser und verließen nach einem weiteren Sonnenbad mit unserem Jetski diesen wundervollen Ort.

 

Horseshoe Bend

Direkt in der Nähe vom Lake Powell liegt der „Horseshoe Bend“, ein hufeisenförmiger Abschnitt des Colorado Rivers. Unser Weg führte zu einer steil abfallenden Felswand, die irgendwann in der Tiefe in den Colorado River überging. Wir hatten beide ein ganz schön mulmiges Gefühl, denn als wir hier zu Besuch waren, gab es noch keine Aussichtsplattform mit entsprechendem Gelände.

Das hat sich leider vor einiger Zeit geändert, da es scheinbar immer wieder unvorsichtige Besucher gegeben hat, die unfreiwillig in den Colorado River gefallen sind um das Zeitliche zu segnen. Dennoch ist die Aussicht phänomenal und wenn ihr in der Nähe sein solltet, dann dürft ihr dieses Naturspektakel auf keinen Fall auslassen. An kaum einer anderen Stelle wird man den Fluss so schön fotografieren können, wie es von hier aus möglich ist.

 

 

Grand Canyon National Park

Unvorstellbar wäre unser Urlaub ohne einen Besuch des Grand Canyon National Parks gewesen, denn er gehört einfach zu einer Rundreise an der Westküste der USA dazu. Eigentlich gibt es nur zwei Möglichkeiten, das weltbekannte Naturwunder mit dem Auto zu erkunden – entweder man kommt vom Norden aus und fährt zur ruhigeren Seite des Grand Canyons (North Rim) oder man kommt, so wie wir es gemacht haben, vom Süden aus (South Rim).

Für uns hatte letzteres den Vorteil, dass der South Rim eher unserer Reiseroute entsprach und wir keinen größeren Umweg, wie es beim Northe Rim der Fall gewesen wäre, in Kauf nehmen mussten. Nichtsdestotrotz ist es wahrscheinlich egal von welcher Seite man kommt, denn der National Park wird jeden auf Anhieb beeindrucken können.

Fassungslos fiel unser Blick auf den riesigen Canyon, der sich in Kurven und Schleifen durch die Landschaft wand und dadurch den Blick auf den Colorado River zum größten Teil verbarg. Nur an einigen Stellen sah man mit Mühe Teile des Flusses zwischen den Gesteinsschichten aufglitzern. Wir versuchten die scheinbar endlosen Weiten und Tiefen zu fotografieren, mussten dann aber feststellen, dass kein Bild auch nur annähernd dem Grand Canyon gerecht wurde. Ein Erlebnis, das man mit eigenen Augen gesehen haben muss.

 

 

Slide Rock State Park

Weit weniger bekannt als der Grand Canyon aber dennoch erwähnenswert ist der Slide Rock State Park. Er besteht im Wesentlichen aus einem Bachlauf, welcher als natürliche Wasserrutsche dienst und in mehrere Wasserbecken mündet. Eigentlich hatten wir den Besuch in diesem Wasserpark gar nicht mit eingeplant.

Da dieser Tag jedoch einer der wenigen war, die noch nicht komplett verplant waren, entschieden wir uns spontan für einen Sprung ins Wasser bei strahlendem Sonnenschein. Das Wasser war trotz der sommerlichen Temperaturen sehr frisch und es hat anfangs einiges an Überwindung gekostet mich der kühlen Wassertemperatur auszusetzen.

Nach mehrmaligem Rutschen hatte ich mich jedoch daran gewöhnt und es hat mit jedem mal noch ein wenig mehr Spaß gemacht mich von der leichten Strömung mitziehen zu lassen und dabei die umgebende Landschaft zu genießen.

 

Joshua Tree National Park

Unser letztes Etappenziel führte uns durch den Joshua Tree National Park. Zu sehen gab es hier viele tausende Joshuabäume, die in einer ansonsten recht karken Landschaft standen. Kein einziger Baum glich dem anderen, ein einzigartiges Panorama, welches durch die Berglandschaft am Horizont in seiner Schönheit noch verstärkt wurde.

 

 

Rückflug

Nach drei viel zu kurzen Wochen kamen wir mit vielen tollen Erinnerungen und unzählbaren neuen Eindrücken zurück nach Los Angeles, dem Start- und Endpunkt unserer Rundreise. Hier verbrachten wir noch eine letzte Nacht, bevor es dann mit dem Flugzeug wieder in unsere Heimat ging.

Heute denke ich glücklich und zufrieden an eine fantastische Zeit zurück und hoffe, dass ich euch mit meinem Reisebericht einen Eindruck von diesem vielseitigen Land vermitteln konnte. Und wer weiß, vielleicht steht ihr demnächst vor dem Grand Canyon und denkt an meine Worte zurück!

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