Reisebericht Sychellen: Ein kleines Paradies abseits der üblichen Routen

Reisebericht Sychellen: Ein kleines Paradies abseits der üblichen Routen

Wenn man sich nach einem Sommerurlaub sehnt, dann denken viele Leute zuerst an das Meer, den Strand, grüne Palmen und die Sonne! Bei uns war das ebenfalls so, tropisch sollte es sein! Wenn man sich dann also die typischen Kandidaten anschaut, bleibt gerne mal ein ganz besonderes Ziel unter dem Radar, die Seychellen. Ein kleines Paradies, bestehend aus 115 eher kleinen Inseln, das oberhalb Madagaskars im Indischen Ozean liegt, erfüllte direkt alle unsere Checkboxen:

Tropisch und grün
Türkises, warmes Meer
Touristisch nicht überlaufen

Gleichzeitig sind die Seychellen auch bekannt für ihren Umweltschutz, eine ungefährliche Fauna, gute hygienische Standards und trotz der eher jüngeren Geschichte kulturelle Vielfalt. Außerdem sind sie gut zu erreichen und durch eine Zeitverschiebung von nur zwei Stunden sehr Jetlag-freundlich. Gefunden, gebucht!

Land und Leute

Auf den Seychellen wird hauptsächlich sogenanntes Seychellenkreol gesprochen, welches aus dem Französischen kommt. Wir hatten mit Englisch jedoch keinerlei Probleme, da dies auch zu den Amtssprachen zählt. Bezahlt wird mit Seychellen-Rupien. Diese farbenfrohen Scheine haben aktuell (Stand Mai 2023) einen Wechselkurs von etwa 1 zu 14,5. Man bekommt also ungefähr 14,5 Rupien für einen Euro.

Das Land liegt auf Platz zwei des Human Development Index aller afrikanischen Staaten und hat es durch den Tourismus der vergangenen Jahre zu relativem Wohlstand gebracht.

 

Die farbenfrohe Währung der Seychellen: Die Seychellen-Rupie.

 

Die frühesten Siedler waren afrikanischer und arabischer Herkunft, die etwa im 9. Jahrhundert ankamen. Als die europäische Erforschung im 16. Jahrhundert begann, waren die Inseln jedoch unbewohnt und wurden von den Franzosen Ende des 18. Jahrhunderts beansprucht. Später erlangten die Briten die Kontrolle über die Inseln, bis sie 1976 ihre Unabhängigkeit von Großbritannien erlangten.

Generell lässt sich sagen, dass die Einwohnerinnen und Einwohner des Landes, die sogenannten Seychelloise, sehr nett und hilfsbereit sind. Bei Unsicherheiten können immer Anwohner nach dem Weg gefragt werden. Das Inselleben ist sehr aktiv und egal ob morgens oder abends gibt es immer eine angenehme Mischung von Touristen und Einheimischen. Die Seychelloise essen und trinken nämlich gerne in Gesellschaft und das Leben findet in der Regel draußen statt! Dabei scheint es recht egal zu sein, ob man am Strand sitzt, auf einem Parkplatz oder an der Straße. Hauptsache mit Familie und Freunden.

Das Wetter

Um eines schon mal vorwegzunehmen: Die Seychellen sind großartig! Im Grunde war unser Urlaub genau so, wie wir ihn uns anhand der Bilder im Internet vorstellt haben. Die meiste Zeit ist es zwischen 27 und 32 Grad warm. Sehr selten sinken die Temperaturen nachts auf 24 Grad. Auch das Meer hat eigentlich immer ähnliche Temperaturen. So wird es auch nach längerem Schnorcheln nicht kühl, was wirklich super angenehm ist.

Generell kann man sich also Pullover, lange Hosen und Ähnliches bei diesem Urlaub im Gepäck sparen. Es gibt allerdings recht regelmäßig starke Regenschauer, wie es in den Tropen normal ist und weshalb das Land auch so grün ist. Damit kann man jedoch gut umgehen, da der Regen meistens nicht sonderlich lange anhält und sich über dunkle Wolken vorher ankündigt.

Das Klima der Seychellen unterliegt dem Monsun: von Dezember bis März kann es daher häufiger zu starkem Regen kommen. Ab Mai gibt es weniger Regen, jedoch nimmt der Wind dafür zu. Die Zwischenphasen von April bis Mai und Oktober bis November eignen sich daher besonders gut für eine Reise. Wir waren von Ende April bis Mitte Mai auf der Hauptinsel Mahé, was wir auch als gute Reisezeit empfehlen würden.

Unternehmungen

Wie bereits erwähnt und was nett ist zu wissen: Es gibt auf den Seychellen nichts Gefährliches. Weder giftige Insekten, noch Schlangen, Tiger oder Ähnliches. Außerdem wird das Land sehr selten von schweren Stürmen getroffen. Zusätzlich gibt es recht hohe hygienische Standards, weshalb wir keinerlei Probleme wie den berüchtigten Bali Belly hatten.

Auch das Leitungswasser ist gechlort und entspricht den WHO-Vorgaben. Das „kritischste“ ist eigentlich – wenn überhaupt – die Sonne, denn tagsüber hat man fast immer UV-Faktor 11, was der höchste Wert der Skala ist. Einen Sonnenbrand hat man da schon nach zwanzig Minuten. Aber mit 30er- oder 50er-Sonnencreme und Schatten am Strand ist das kein Problem.

Wir haben uns anfangs erst mal einen Tag am Strand gegönnt und etwas die nähere Umgebung des Hotels erkundet. Das machen wir immer, um erst mal „anzukommen“. Am nächsten Tag wurde jedoch direkt ein Auto gemietet und danach waren wir viel unterwegs, was wir auch empfehlen würden.

Man kann damit super die vielen verschiedenen Küsten abfahren und spontan an Orten und Stränden halten. Es herrscht allerdings Linksverkehr, wobei wir das nicht schlimm fanden. Nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt. Neben dem Entspannen und Schwimmen im Meer sind vor allem Schnorcheln oder Tauchen sowie Wanderungen sehr zu empfehlen!

Im Meer gibt es eigentlich alles, was man sich vorstellen kann: Super viele bunte Korallenfische, Tintenfische, Rochen, Barrakudas, Schildkröten, Feuerfische und vieles mehr. Theoretisch sogar Haie und Wale, wobei diese sich nicht nahe der Strände aufhalten und wir so leider auch keinen begegnet sind.

Bei unserer ersten Kanutour konnten wir jedoch direkt eine kleine Delfinschule beobachten, die häufig in den Buchten schwimmen. Ansonsten gibt es an Land überall exotische Vögel, große Flughunde und viele Geckos. Außerdem gibt es auf den Seychellen auch viele große Landschildkröten.

 

Eine Riesenschildkröte im Mont Fleuri Botanical Garden in Victoria.

 

Da die Seychellen recht bergig sind, gibt es viele Wanderwege. Die meisten sind bekannt und anhand von Schildern ausgewiesen. Vor allem der Morne Blanc Trail und der Copolia Trail haben uns sehr gut gefallen! Diese liegen beide an derselben Straße mitten im Dschungel und sind an einem Tag gut machbar. Am besten etwas früher los, gegen neun oder zehn, da sich gegen Mittag die Wolken häufig dichter um die Gipfel schließen und den Ausblick trüben können.

Beide Trails sind definitiv für Unerfahrene machbar, anstrengend sind sie jedoch schon: Über 600 Höhenmeter auf 1,6 Kilometer bei 30 Grad und 80 % Luftfeuchtigkeit! Aber dafür ist der Dschungel super schön, sauber und der Ausblick natürlich großartig! Auf jeden Fall ausreichend Wasser mitnehmen, Sonnencreme und Mückenspray. Eine Kopfbedeckung ist auch nicht verkehrt.

 

 

 

Wie schon geschrieben, bieten die Seychellen trotz ihrer geringen Größe viele Aktivitäten. Einige der besten Dinge und Orte, die wir gemacht und gesehen haben, möchten wir euch auch empfehlen:

Der etwas abgelegene Strand Anse Intendance an der südlichen Westküste. Dieser ist sehr schön und meistens ziemlich leer und es gibt etwas höhere Wellen, was ziemlich Spaß macht. Man sollte sich allerdings sicher im Wasser bewegen können, da der Sog teilweise etwas stärker sein kann!

Durch die Hauptstadt Victoria laufen und sich die Museen anschauen. Hier lernt man viel über die Geschichte des Landes. Auch der dortige Markt Sir Selwyn Selwyn-Clarke Market lohnt sich.

Richtig toll ist auch der Jardin du Roi Spice Garden an der Ostküste. Hierbei handelt es sich im Grunde um einen sehr großen Privatgarten einer alten Frau, die dort auch lebt in ihrem historischen Haus. Für umgerechnet etwa 10 € Eintritt hat man einen tollen Ausblick auf das Meer und den Dschungel. Die ganzen Pflanzen und Bäume dort sind sehr schön und meistens auch beschriftet: So lernt man etwas über die verschiedenen Exemplare. Es gibt auch ein kleines Restaurant mit kreolischem Essen, das wirklich lecker und originell ist. Der Weg zu dem Garten mit dem Auto ist allerdings etwas abenteuerlich.

 

Ein kleiner Teil des Jardin du Roi Spice Garden.

 

Eine Tour auf die Nachbarinsel Praslin. Dort gibt es den berühmten Nationalpark Vallée de Mai, welcher als wichtigster Herkunftsort der weltbekannten Coco de Mer-Palmen gilt. Diese Palmen und ihre Geschichte sind wirklich interessant und gleichzeitig das Wahrzeichen der Seychellen, denn es gibt sie weltweit nur hier! In der Regel lohnt sich eine Pauschaltour von lokalen Touristikunternehmen, da sowohl Fähre als auch Eintritt teuer sind und ein Komplettpaket insgesamt günstiger. Wir haben etwa 150 € pro Person gezahlt, inklusive Schifffahrt, Busfahrt, Eintritt und Verpflegung.

 

 

Die Takamaka-Rumdestillerie-Tour an der Ostküste Mahés. Diese ist gleichermaßen schön und interessant und findet täglich kostenlos um 11, 13 und 15 Uhr statt. Eine anschließende Verkostung der verschiedenen Rumsorten kostet umgerechnet 10 € und lohnt sich. Wenn ihr einen Rum kaufen möchtet, solltet ihr das jedoch bei der Abreise im großen Dutyfreeshop oben im Flughafen machen, da Alkohol innerhalb der Seychellen hoch besteuert wird und dementsprechend teuer ist.

Ebenfalls einen Besuch wert ist die Nachbarinsel La Digue. Auch sie ist gut zu erreichen und wird hauptsächlich mit Fahrrädern erkundet, was wirklich viel Spaß macht. Da die Insel jedoch recht klein ist, war es zumindest bei uns für seychellesische Verhältnisse recht voll mit Touristen. Je nachdem, ob man es eher ruhig mag, sind andere Inseln dann vielleicht eher geeignet.

 

Die Insel La Digue steht vor allem für zwei Dinge: Kristallklares, türkises Wasser und Fahrräder.

 

Was wir nicht mehr geschafft haben, das jedoch toll sein soll, ist der Baie Ternay Marine National Park. Dies soll einer der besten Schnorchelorte sein.

 

Die Kosten

Bei all diesen Vorzügen soll jedoch auch noch ein Thema angesprochen werden, das für die Planung einer Seychellenreise wichtig ist: Das Land ist recht teuer. Vor allem Lebensmittel kosten teilweise deutlich mehr als in Europa, da alles importiert werden muss.

Restaurantbesuche sollte man sich sparen, denn es geht los bei 20 bis 30 € pro Gericht und dann bekommt man dafür auch gerne mal eine Tiefkühlpizza serviert. In besseren Restaurants, die qualitativ eher denen in Deutschland entsprechen, liegen die Preise dann eher bei 30 bis 50 € pro Gericht.

Davon sollte man sich jedoch nicht entmutigen lassen, denn überall auf den Seychellen gibt es viele verschiedene Take-Aways! Dabei handelt es sich um kleine Buden oder Lokale, an denen verschiedenste Gerichte zum Mitnehmen verkauft werden. Diese Take-Aways werden auch von den Seychelloise gerne besucht und sind lecker und bezahlbar.

Es handelt sich häufig um Reis oder Nudeln mit Fisch, Hähnchen, Fleisch oder Gemüse, indisches Essen, Pizza, Burger oder Pommes. Dafür zahlt man dann nur etwa 6 bis 10 € für ein leckeres Essen und wird definitiv satt. Der einzige Nachteil an den Take-Aways ist, dass man sich nicht gemütlich hinsetzen kann und somit jeden Abend irgendwo einen Platz suchen muss. Wir saßen jedoch meistens am Strand und es gibt schlimmere Orte, um dabei noch einen spektakulären Sonnenuntergang zu beobachten 😉

 

Das lokale Bier SeyBrew schmeckt am besten an einem der vielen Strände.

 

Neben Essen ist auch Alkohol teuer. Ein kleines Bier in der Bar kostet etwa 5 €, ein großes ca. 9 €. Cocktails kosten immer zwischen 10 und 20 € und ein Glas Wein etwa 6 bis 8 €. Günstiger ist es natürlich im Supermarkt, aber auch dort liegen die Preise deutlich über denen in Deutschland. Wenn man sich auf die Preise jedoch im Vorfeld einstellt und besagte Dinge beachtet, müssen auch die Seychellen kein allzu großes Loch in die Finanzen reißen.

 

Abschließend noch ein paar kleine Einfälle und Tipps für die Seychellenreise:

  • Ein Mietwagen lohnt sich definitiv. Wir haben 40 € pro Tag gezahlt bei 1.500 € Selbstbeteiligung. Dazu sind wir einfach die Straßen entlang gelaufen und haben bei verschiedenen Vermietungen nachgefragt. Wichtig ist eine funktionierende Klimaanlage! Im Hotelzimmer und im Auto ist das wirklich ein absolutes Muss und kein Luxus.
  • Aufgrund der sehr starken Sonne sollten Hüte oder Kappen sowie viel Sonnencreme überall mit hingenommen werden. Auch Mückenspray und kortisonhaltige Mückenstichcreme sind nützlich.
  • Am Strand verkaufen Einheimische gerne verschiedene Kokosnüsse. Die sind lecker und gesund und gehören zu einem Tropenurlaub auch dazu. Die Preise variieren jedoch sehr stark. Zwischen 50 bis 200 Rupien wird alles angeboten, also lohnt es sich definitiv, vorher nach dem konkreten Preis zu fragen.
  • Wenn ihr mit der öffentlichen High-Speed-Fähre (Katamaran) auf andere Inseln fahren möchtet, seid mindestens 45 Minuten vor Abfahrt da und setzt euch nach hinten und mittig. Bei unserer Fahrt wurden viele Leute seekrank, vor allem in den vorderen Reihen. Auch Tabletten können helfen.
  • Wenn man über München nach Dubai fliegt und von dort aus weiter auf die Seychellen, dann fliegt man von München bis Dubai wahrscheinlich mit der Airbus A380! Das ist das größte Passagierflugzeug der Welt und in unseren Augen auch eine kleine Erfahrung wert.

Letztendlich war dieser Urlaub wirklich ein Traum! Wir würden sofort wieder fliegen und die Reise auch empfehlen. Weshalb die Seychellen noch verhältnismäßig unbekannt sind, können wir nicht nachvollziehen.

Vielleicht ist das jedoch auch gut so, denn die Natur ist in vielen Bereichen unberührt und es gibt keinen Massentourismus. Gleichzeitig bieten sie alles, was man an einem Urlaub schätzen kann: Ruhe, paradiesische Natur, ein kulturelles Erbe, nette Menschen, vielfältige Unternehmungsmöglichkeiten und vor allem: ein traumhaftes, kristallklares Meer!

 

Ein Sonnenuntergang am Beau Vallon Beach.

 

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