Reisebericht Jamaika: Mi Irie!

Reisebericht Jamaika: Mi Irie!

Ein Reisebericht von unserem Leser Florian

Kaum ein Land auf der Welt hat einen derart großen popkulturellen Einfluss, kaum ein Land ist derart von Mythen umrankt wie das kleine Paradies in der Karibik. Lust ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und zu erfahren was Jamaika ausmacht und wie die Insel wirklich ist? Dann komm mit mir auf eine Rundreise durch das Urlaubsparadies.

Als Kind der 90er waren Einflüsse aus Übersee ein stetiger Begleiter, egal ob der Filmklassiker „Cool Runnings“ oder entspannte Songs von der Legende schlechthin, Bob Marley. Umso mehr freute ich mich, als es endlich nach Jamaika ging und ich endlich auf eigene Faust das Land entdecken konnte.

Im Rahmen eines Praktikums bei einem Radiosender der Stadt Mandeville konnte ich diverse Touren in fast alle Ecken unternehmen und so tief in die Kultur eintauchen. Hier eine kleine Übersicht meiner drei Lieblingsorte.

Negril – Weiß ist der Strand, weiß ist der Rum

Einer meiner ersten Trips führte mich direkt nach Negril, dem wahrscheinlich erschlossensten und touristischen Ort auf ganz Jamaika. Berühmt ist Negril vor allem für seine kilometerlangen weißen Traumstrände. Feiner Sand und klares, türkises Wasser, hier war ich richtig.

 

11 Kilometer weißes Glück

 

Es gibt eine große Auswahl verschiedenster Hotels jeglicher Preisklasse, doch um Zugang zum Meer sowie gutes Wetter muss man sich wahrlich keine Sorgen machen. Mit ein bisschen Ausdauer und einem guten Riecher findet man schnell weniger bevölkerte Bereiche des 11 km langen Strandes, der einer der schönsten der ganzen Karibik sein soll und ganz wahrscheinlich auch ist.

 

 

Der Tourismus vor Ort führt natürlich zu einigen Unannehmlichkeiten, wie diverse fliegende Händler und leicht überteuerte Preise, geht allerdings Hand in Hand mit einer guten Infrastruktur vor Ort sowie zahlreichen Möglichkeiten seine Freizeit vor Ort zu gestalten, beispielsweise durch Jetskis zu Wasser oder Pferde zu Land als Fortbewegungsmittel der ungewöhnlicheren Art. Ein Tagesausflug wert ist natürlich auch das Appleton Gelände, der bekanntesten Rum-Destillerie des Landes, die für das gewisse Etwas der Cocktails vor Ort sorgt.

 

 

Port Antonio – Idylle pur

Eigentlich nicht als Reiseziel geplant, avancierte der Küstenort Port Antonio zu meinem heimlichen Lieblingsziel des Landes. Man nehme die malerische Schönheit Negrils und füge mehr Dschungel mit Wasserfällen hinzu, so erhält man das von Touristen kaum bereiste Port Antonio. Tagesausflüge zu der „Blue Lagoon“ sowie diversen Wasserfällen oder ein ganzer Strand für sich allein bieten eine gute Möglichkeit, um richtig abzuschalten und die Natur ein Stück weit mehr zu erkunden.

 

Reach Falls bei Port Antonio

 

Durch die wenigen Touristen ist der Kontakt mit Einheimischen intensiver und weniger oberflächlich, schnell fand ich Anschluss beim örtlichen Fußballturnier und einer kleinen Karaoke-Talentshow am Abend. Mein leicht schüchternes, von norddeutscher Zurückhaltung geprägtes Wesen wurde durch die äußerst extrovertierte Art der Jamaikaner teils sehr gefordert. Die Erinnerungen, diverse Hits der 80er gemeinsam zu schmettern, bleiben jedoch ein Leben lang.

 

 

Manchmal bedarf es glücklicher Zufälle, um Reisen mehr als abzurunden. Durch einen internen Fehler kam es zu einer Überbuchung des Hotels, wodurch meine Reisebegleitung und ich anstelle eines einfachen Zimmers die Honeymoon-Suite zugewiesen bekamen, der sogenannte „African-Tower“. Auf 2 Etagen bot Dieser einen perfekten Ausblick auf das Meer und mit einer kleinen Hollywoodschaukel den passenden Komfort gleich dazu.

 

 

Blue Mountains – Entschleunigung und guter Kaffee

Die Blue Mountains liegen nördlich von Kingston und stellen ein kleines Gebirge dar welches die höchsten Gipfel des Landes beherbergt. Bereits die Anfahrt zu unserem Hotel gestaltete sich abenteuerlich. Nach einer Busreise von der Hauptstadt Kingston wurde man an einem Treffpunkt mit den Fahrern des Hotels abgeladen, um auf einen offenen Jeep umzusteigen. Auf der Ladefläche galt „Gut festhalten!“ als Maxime, da man fast zwei Stunden lang über kaum befestigte Wege und durch kleinste Siedlungen fuhr, häufig mitten durch die Natur.

 

 

Als kleine Vorbereitung für den Aufstieg zum Gipfel dienten Touren zu Wasserfällen oder ins nächste Dorf, um Snacks zu kaufen. Der Besitzer des Hotels wollte sichergehen, dass wir nicht vom rechten Weg abkamen und begleitete uns die Strecke über, es sei ja nicht weit. Letztendlich benötigten wir knapp drei Stunden, bis wir wieder am Hotel waren, aber nichts verdeutlicht den Grad der Entschleunigung der Blue Mountains so sehr, wie diese Anekdote. Auch der Aufstieg zum höchsten Punkt Jamaikas, den wir in der Nacht begannen, reihe sich ein in die Kette einzigartiger Erinnerungen.

 

 

Abgerundet wurde dieser Ausflug von der Spezialität der Blue Mountains, dem Kaffee. Durch die einmaligen Abbaubedingungen erhält der Kaffee seinen intensiven und starken Geschmack, womit er ein typisches Saltfish & Ackee Frühstück wunderbar ergänzt.

Kleiner Tipp: An ausreichend Bargeld denken! Hoch in den Bergen ist der nächste Geldautomat unter Umständen recht weit entfernt.

 

Sonnenaufgang auf Jamaikas höchstem Punkt

 

Jamaika: Grundsätzliches

Eine Insel wie Jamaika ist an Eigenheiten reich und vielschichtiger als man zunächst denkt. Es gilt zu bedenken, dass man sich häufig an lange Wartezeiten und nicht immer klare wie stringente Kommunikation vor Ort gewöhnen muss. Ebenso braucht man vielleicht ein wenig Eingewöhnungszeit, um an die fremden Gerüche oder ständig wabernden Bässe von Reggae und Dancehall zu gewöhnen. Auch in Punkto Sicherheit sollte zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten werden, um die Reise komplett genießen zu können. Hotels können bequem über bekannte Apps gebucht werden, auch um gegebenenfalls die Anreise zu klären.

 

 

Fazit:

Egal ob Pauschalreise oder Individualtrip, die Insel hält für jeden Geschmack etwas bereit. Wer ein paar Hürden auf sich nimmt und sich auf Land und Leute einlässt, wird mit Gastfreundschaft und toller Natur belohnt. Als Einstieg in die Karibik ist das Land wärmstens zu empfehlen. Einfach mal fallen lassen, zwischen Sonne, Strand und Bergen lässt sich das Leben erst so richtig genießen. Der passende Soundtrack wird direkt mitgeliefert und lässt einen, wieder zu Hause angekommen, Jamaika schnell vermissen. Falls man denn überhaupt noch nach Hause möchte…

Also: Badehose und Sonnencreme einpacken, auf geht’s!

 

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