Vielseitiges Wien – Reisebericht einer 3-tägigen Städtereise

Um eine der, wie ich finde, schönsten Städte Europas zu entdecken und eine langjährige Freundin zu besuchen, verbrachte ich im September 2014 drei Tage in Wien. In diesem kleinen Bericht möchte ich euch meine Eindrücke nahe bringen.

Die Anreise nach Wien

Von Deutschland aus gibt es vier verschiedene Möglichkeiten Wien zu erreichen: Auto, Flugzeug, Bus oder Zug. Die Kurzstreckenflüge nach Wien sind mittlerweile von fast allen großen Flughäfen Deutschlands möglich. Dies bietet sich vor allem für in Nord-, West- und Mitteldeutschland Wohnende an, da die Anreise mit dem Auto oder Zug doch sehr lang ist. Mit dem Europa-Spezial der Deutschen Bahn kann man, sofern man sich rechtzeitig informiert, häufig günstige Sparpreise und somit eine günstige Anreise nach Wien sichern. Da ich zu dem Zeitpunkt aus Süddeutschland angereist bin, fiel meine Wahl auf die Anreise per Zug. Angekommen bin ich dann gegen Nachmittag am Westbahnhof von dem aus man schnell mit U-Bahn und Straßenbahn die Innenstadt erreicht. Die Infrastruktur hier ist im Allgemeinen sehr gut und der öffentliche Nahverkehr verkehrt im Minutentakt.

Die Unterkunft in Wien

Da ich selbst zu Besuch bei Freunden war, konnte ich mir die Ausgaben für ein Hotel, ein Hostel oder eine Ferienwohnung glücklicherweise sparen.

Seid ihr aber flexibel bei der Wahl eures Reisetermins könnt ihr das ganze Jahr über immer wieder günstige Hoteldeals oder Deals, die Hotels und Flüge einschließen sichern. Vereinzelt könnt ihr sogar bis zu 70% des Reisepreises sparen. Am besten schaut ihr mal vorbei, welche Deals gerade aktuell sind oder lasst euch über den Reisewecker immer auf dem Laufenden halten, wenn neue Deals erscheinen.

Eine weitere günstige Variante, besonders wenn ihr in einer Gruppe unterwegs seid, ist die Anmietung einer Ferienwohnung über Airbnb oder Wimdu.

Unternehmungen in Wien

Ausgangspunkt unseres ersten Stadtspaziergangs am späten Nachmittag war das Theater an der Wien gleich gegenüber dem Naschmarkt. Ein Eldorado für alle Gourmets, denn hier wehen sprichwörtlich alle Düfte vom Orient bis zum Okzident. Ob Wein aus Österreich, Sushi aus Japan, Gewürze aus Indien oder Meeresfrüchte aus dem Mittelmeer. Allein das Flanieren durch die Marktstraßen macht hungrig und wie der Name schon sagt war hier eine erste, kleine Naschpause fällig.

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Quelle: unterkunft-reisen.com

Nachdem ich mich also ausreichend mit Trockenfrüchten und Gewürzen eingedeckt hatte, ging es in die Wohnung meiner Freundin. Wir mussten bei einem gemütlichen Glas Wein ja einiges an Gesprächsbedarf nachholen.

Am nächsten Tag erkundeten wir dann die Innenstadt. Gestartet sind wir am Stephansdom, der in der Stadt mit seinem hohen Turm alles andere überragt. Vorbei an der Pestsäule, bewunderten wir die Auslagen am Kohlmarkt – ganz hat mein Budget dann doch  nicht für ein Teil aus der Kollektion der großen Designer wie Prada, Gucci oder Chanel gereicht. Entlang der Ringstraße konnten wir viele der immer noch intakten prunkvollen Gebäude aus der Barockzeit bewundern. Man kommt vorbei an der Staatsoper (kleiner Tipp: wenn ihr hier früh genug seid, werden teilweise die Vorführungen bei gutem Wetter auch auf einer Leinwand vor der Oper for free übertragen. Natürlich sind Sitzplätze von denen man die Darstellung gut sieht sehr limitiert.), am Burgtheater, Parlament, Rathaus und am Kunst- und Kulturhistorischen Museum Wiens. Die Spanische Hofreitschule in der Hofburg gewährt einem von Dienstag bis Samstag zwischen 10 und 12 übrigens einen Einblick in die Ausbildung ihrer jungen Lipizzanerhengste.

Das intakte Stadtbild mit seinen historischen Bauten macht meiner Meinung nach auch viel von der Atmosphäre in Wien aus. Der Stadt ist es gelungen eine Symbiose aus Moderne und Geschichte zu schaffen, die besonders vielseitig ist. Man kann noch immer die Präsenz der alten Dynastien und der damaligen Pracht spüren. Besonders im ersten und zweiten Bezirk findet ihr viele barocke Bauten. Darüber hinaus ist die Stadt unglaublich sauber und die Wiener sind sehr hilfsbereit.

Wohl nirgends sonst wird außerdem Kaffee so zelebriert wie in Wien. Zahlreiche Kaffeehäuser sind bekannt für ihre vielfältigen Variationen. Als echter Tourist outet man sich hier, wenn man einfach einen „Kaffee“ bestellt. Passend dazu ist übrigens ein Stück der (leider oftmals teuren, aber…) leckeren Sachertorte.

Mit einem Schlenker über den Prater, ein ständiges Volksfest mit Fahrgeschäften und Buden, ging es dann auf die Donauinsel. Wien gehört nicht umsonst zu einer der grünsten Hauptstädte Europas. Neben vielen Parks trägt auch die Donauinsel zu dieser Einschätzung bei. Hier findet ihr zahlreiche Möglichkeiten zu entspannen, Picknicken und zu schwimmen. Die Möglichkeit haben wir auch nach dem langen Spaziergang durch die Stadt auch direkt genutzt. Auf der Donauinsel konnte man dank der Idylle schon fast vergessen, dass man in einer Großstadt ist. Und solche kleinen Entspannungsmomente am Wasser oder im Grünen schätze und brauche ich persönlich auch immer wieder bei meinen Städtetrips.

Am Abend geht es in eine tolle Rooftop Bar im Museumsquartier. Von der Bar „Dachboden am 25h Hotel“ habt ihr abends einen tollen Blick über die Dächern der Stadt. Direkt gegenüber liegt das wunderschön erleuchtete Kunst- und Kulturhistorische Museum Wiens.

Quelle: www.wien.info

Quelle: www.wien.info

Schloss Schönbrunn

Schloss Schönbrunn haben wir uns für den letzten Tag aufgehoben. Der beeindruckenden Schlossanlage kann man mit gutem Gewissen einen ganzen Tag widmen. Es zählt zu den bedeutendsten Kulturgütern Österreichs. Durch die vielfach erzählte und verfilmte Geschichte der Kaiserin Sissi ist es natürlich auch dementsprechend bekannt und darf bei einem Besuch nicht fehlen. Das zeigt sich auch in der Vielzahl der Touristen, die man auf der gesamten Anlage findet. Selbst Ende September, wenn die Besucherströme etwas weniger werden sind immer noch sehr viele Touristen unterwegs. Aber auch die Wiener nutzen die großflächige Gartenanlage gerne als Naherholungsgebiet, denn das Betreten kostet nichts.

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Das tolle Wetter nutzten wir auch als Erstes um die schönen Gärten zu besichtigen. Hier könnt ihr Jugendstilbrunnen, außergewöhnliche Blumenfelder und Beete, sowie ein künstlichen Teich mit vielen Schwänen bewundern.

Die Gloriette thront einige Meter höher über den Gärten von Schönbrunn. Mit dem weit ausladenden Arkadengang ist sie das bekannteste und größte Bauwerk dieser Art. Nachdem wir den Aufstieg geschafft hatten, lag uns Wien und das Schloss seiner ganzen Pracht zu den Füßen. Besonders bei dem tollen Wetter, das wir hatten war eine kurze Verschnaufpause mit Blick auf die Stadt genau das Richtige.

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Wieder am Fuß des Berges nahmen wir an einer Führung durch das Schloss teil, um in der Größe und dem Glanz die wichtigsten Details nicht zu übersehen. Das Ticket kostet für die empfehlenswerte Grand Tour 11,50 Euro pro Person. Einige prekäre Fakten ließen mich besonders staunen, z.B. das Toilettenverhalten von Franz Josef, Sissis Haartrocknungsprozesse oder die Geschichtsverfälschungen der Habsburger. Alles in allem war dieser Tag ein gelungener Abschluss meines Urlaubs.

Insgesamt muss ich allerdings sagen, dass die 2,5 Tage beinahe schon zu kurz waren um Wien in Gänze zu entdecken. Für einen Besuch in den bekannten Museen oder in der Albertina war leider keine Zeit. Man kann natürlich die Zeit im Schloss Schönbrunn verkürzen oder nicht auf der Donauinsel pausieren, doch ich persönlich hätte die Zeit dort nicht missen wollen.

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